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Finanz-Genie

Fünf Dinge, die du von Hedgefonds-Legende James Simons lernen kannst

von Moritz Weinstock

Der Mathematiker und Multimilliardär gilt als einer der größten Investoren der Welt. ZASTER verrät dir das Geheimnis seines Erfolgs

Er ist 82 Jahre alt und hat laut Forbes ein Privatvermögen von knapp 22 Milliarden US-Dollar. Dies verdankt er vor allem seinem Hedgefonds-Unternehmen Renaissance Technologies, das zu einem der erfolgreichsten der Welt zählt: James „Jim“ Simons.

Vom Lehrer zum Investor

James Simons hatte schon immer ein Gefühl und Händchen für Zahlen. Nach seinem Abschluss in Mathematik am Massachusetts Institut of Technologies (MIT), hängte er eine Promotion im gleichen Fach in Berkeley dran, absolvierte sie mit gerade einmal 23 Jahren und unterrichtete wenige Jahre später als Professor für Mathematik in Harvard und dem MIT.

Während des Vietnamkriegs knackte er Codes für den amerikanischen Geheimdienst. Seine öffentliche Kritik am Vorgehen der Amerikaner kostete ihn jedoch bald den Job.

Einmal gefeuert zu werden, kann eine gute Erfahrung sein. Du willst es dir nur nicht zur Gewohnheit machen.
James Simons

In den späten 1970ern verließ er Staatsdienst und Forschung und beschäftigte sich stattdessen mit Rohstoffgeschäften im Welthandel.

Mit Mathe und Algorithmen zum Mega-Erfolg

Zusammen mit befreundeten Forschern begann er wenig später seine mathematischen Kenntnisse und Entschlüsselungskünste aus der Zeit beim Geheimdienst in die Finanzwelt zu übertragen. Als einer der Ersten entwickelte er computergestützte Algorithmen, mit denen schneller und datenbasierter gehandelt werden konnten. Der Erfolg lies nicht lange auf sich warten. Mit Spekulationsgeschäften abseits von Emotionen und Bauchgefühlen, gelangen ihm und seinen Kollegen eine Verzehnfachung ihrer Einsätze.

Lass dich von Schönheit leiten, Schönheit ist eine Ästhetik. Es gibt Schönheit in Dingen, die wirklich gut funktionieren – die Art und Weise, wie ein Unternehmen geführt wird oder wie ein Satz herauskommt.
James Simons

Getrieben vom Ehrgeiz die Weltmärkte besser zu verstehen, resultierte daraus die Gründung des Investmentunternehmens Monemetrics. Der Name war Programm, verwies er doch auf die Vermischung der Wörter „Money“ und „Metrics“, also Geld und Daten.

Oberstes Ziel: Den Markt knacken

1982 wurde Monemetrics in Renaissance Technologies umgenannt. Heute verwaltet dieses Hedgefonds-Unternehmen Vermögen im Wert von mehr als 68 Milliarden US-Dollar, wobei vor allem einen Fonds viele Mythen umranken: Medaillon!

Der geheimnisvolle Fonds existiert seit 1988 und beschert seinen Anlegern seitdem eine durchschnittliche jährliche Rendite von 36 Prozent! Dahinter steckt ein ausgeklügelter Algorithmus, der die verschiedensten Daten der Welt (etwa sogar Wetterdaten, die für Ernte-Erträge relevant sind) zu Modellen zusammenfügt und oft in Sekundenbruchteilen Aktien abstößt und kauft.

Gib nicht einfach auf. Bleib bei etwas. Nicht bis zu dem Punkt, an dem es eindeutig verrückt ist, aber sei dennoch hartnäckig.
James Simons

Obwohl diese Art des „Flash-Tradings“, also des schnellen Handels, längst gängige Praxis in den Finanzwelt ist, so schafft es Medaillon doch viele anderen Fonds in den Schatten zu stellen. Vielleicht aus deshalb, weil Renaissance nicht nur mit Ökonomen, sondern auch mit Mathematikern, (Astro-)Physikern und Statistikern zusammenarbeitet?

Arbeite mit den klügsten Leuten, die du finden kannst. Hoffentlich sind sie sogar schlauer als du. Es zahlt sich positiv auf dein Unternehmen aus.
James Simons

Satte Renditen – nur leider nicht für dich

Wie schön es doch wäre, sein Geld genau dort anzulegen. Schade nur, dass der Fonds seit 1993 nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Nur das Vermögen von Simons und das der Angestellten von Renaissance Technologies ist hierin vereint. Wie und worin der Fonds investiert, ist natürlich auch nicht bekannt. Dafür sind andere Investments der Hedgefonds-Firma bekannt. So soll sie laut Financial Times Ende vergangenen Jahres 3,3 Millionen Aktien des Elektroautobauers Tesla erworben haben – und das kurz bevor der Kurs der Papiere einen enormen Schub bekam. Laut Handelsblatt verdiente Renaissance damit rund 1,2 Milliarden US-Dollar in nur zwei Monaten!

Nicht alles was glänzt, ist Gold

Hinter dem klugen Strategen Simons steckt aber auch ein knallharter Geschäftsmann. Wer als Mitarbeiter in Medaillon, das Schmuckstück des Unternehmens, investieren will, muss laut HSBC mindestens eine Million Dollar einzahlen und satte Gebühren in Kauf nehmen. Branchenstandard seien Abgaben in Höhe von zwei Prozent des verwalteten Vermögens für Anlagen in Hedgefonds, bei Renaissance sind es fünf Prozent. Zudem müssen Angestellte statt 20 Prozent mehr als 40 Prozent ihrer Gewinne an das Unternehmen abführen.

Zeit und Geld dürfen eben nicht verschwendet werden, meint der Maestro. Das gilt natürlich auch innerhalb der eigenen Firma.

Arbeitet zusammen und lasst alle wissen, woran jeder arbeitet, damit niemand seine Zeit verschwendet.
James Simons
ein Artikel von
Moritz Weinstock
Moritz Weinstock
Moritz hat Kommunikationswissenschaften in Wien studiert und seine Leidenschaft fürs Schreiben mit nach Berlin gebracht. Nach lehrreichen Jahren als Redakteur bei einem Motorradmagazin, ist er nun als Channel-Editor für ZASTER tätig. Sein Zugang zur Wirtschaftswelt: er lebt auf zehn Quadratmetern und spart, was das Zeug hält.

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