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Mietspiegel-Index 2019

So teuer ist das Wohnen in Deutschland

von Moritz Weinstock

Während München und Umgebung in den letzen Jahren zu den teuersten Wohnorten zählten, führt nun eine andere Großstadt die Spitze an. ZASTER erklärt dir den Mietspiegelindex 2019.

Viele Städte und Gemeinden in Deutschland erstellen periodisch einen Mietspiegel. Er stellt die Mietpreisenwicklung innerhalb eines gewissen Zeitraums dar und bietet Orientierung für Mieter und Vermieter. Doch während die Mietspiegel immer nur die Entwicklung einer spezifischen Region abbilden, fehlt es in Deutschland an einem flächendeckenden Vergleich, der den Wohnungsmarkt der ganzen Bundesrepublik analysiert und zueinander ins Verhältnis stellt.

In genau diese Lücke springt seit 1996 die F+B Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt GmbH. Die von dem Hamburger Unternehmen ermittelten Daten in ihrem aktuellsten Berichtspiegeln das Niveau und die Entwicklung der Mieten im Bestand wider, also der Wohnkosten, die Deutschlands Mieter im Durchschnitt derzeit zahlen müssen.“

Stuttgart ist neuer Spitzenreiter

Um die Mietpreise bestmöglich miteinander vergleich zu können, wurden ausschließlich Wohnungen mit einer Fläche von 65 Quadratmeter, sowie mittlerer Ausstattung und gewöhnlicher Lage untersucht. Zudem handelt es sich bei den Werten um Nettokaltmietpreise. Heiz- und Betriebskosten sind also nicht mit enthalten. Stuttgart hat München den Rang als teuerste Großstadt Deutschlands abgelaufen. Pro Quadratmeter zahlen die Bewohner der baden-württembergischen Hauptstadt einen Nettomietpreis von 10,41 Euro pro Quadratmeter. Damit liegen sie 48 Prozent über dem Durchschnittswert von 7,04 Euro pro Quadratmeter, den der Vergleich der Mietspiegel für Deutschland ergab.

Und so sieht es in anderen Städten Deutschlands aus.
Und so sieht es in anderen Städten Deutschlands aus. © F+B Forschung | Mietspiegelindex 2019

Günstiger Speckgürtel war einmal

Wer nun denkt, am Stadtrand sei die Lage besser, der liegt falsch. Denn wie der Geschäftsführer von F+B, Dr. Bernd Leutner, erklärt, hat das „seit langem extrem hohe Preisniveau in den Kernstädten [...] zu kontinuierlichen Ausweichbewegungen der Nachfrage nach Mietwohnungen in die Speckgürtel geführt.“ In München sind die Mietpreise in einigen Vororten sogar teurer als in der Stadt selbst. Karlsfeld im Landkreis Dachau hat sich beispielsweise mit einer durchschnittlichen Nettokaltmiete von 10,86 Euro pro Quadratmeter den ersten Platz der teuersten Kommunen Deutschlands gesichert. Platz 4 und 5 des Ranking belegen ebenfalls Städte aus dem Umland von München.

Fazit:

Und dennoch: Gerade im Süden scheint man sich laut Leutner langsam einer gewissen Grenze zu nähern. Ingesamt seien die Vergleichsmieten zwar deutschlandweit um 1,8 Prozent gestiegen, jedoch 0,4 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Die Mietpreise steigen also weiter an, wenn auch etwas langsamer als zuvor.

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Moritz Weinstock
Moritz Weinstock
Moritz hat Kommunikationswissenschaften in Wien studiert und seine Leidenschaft fürs Schreiben mit nach Berlin gebracht. Nach lehrreichen Jahren als Redakteur bei einem Motorradmagazin, ist er nun als Channel-Editor für ZASTER tätig. Sein Zugang zur Wirtschaftswelt: er lebt auf zehn Quadratmetern und spart, was das Zeug hält.

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