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NACHHALTIG REISEN

Nach der UN-Klimakonferenz: So funktioniert nachhaltiges Reisen

von Zaster Redaktion

Vom 6. bis 18. November 2022 fand im ägyptischen Sharm-el-Sheik die 27. Internationale Klimakonferenz statt. Mit dabei waren rund 40.000 Teilnehmer. Sie fassten verschiedene Beschlüsse, um den Klimawandel aufzuhalten. Neben den Entscheidungen stand das Event aufgrund der hohen Anzahl an Flügen von Staatschefs, Politikern und Beobachtern in der Kritik.

Die wichtigsten Beschlüsse der 27. UN-Klimakonferenz

Im Zentrum der 27. Weltklimakonferenz stand das 1,5-Grad-Ziel, das im Pariser Klimaabkommen im Jahr 2015 festgesetzt wurde. Hinter dem Schlagwort verbirgt sich das Vorhaben, dass sich die Welt bis zum Jahr 2100 nur um maximal 2 Grad gegenüber dem Jahr 1850 erwärmen soll. Die Frage ist, ob das Ziel noch erreicht werden kann.
Die Anwesenden diskutierten leidenschaftlich. Denn zahlreiche Länder stellen sich gegen eine zu schnelle Reduktion von CO₂. Schlussendlich kamen die Teilnehmer aber zu dem Ergebnis, dass das 1,5-Grad-Ziel im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter weiterhin verfolgt werden soll.

Da allerdings die Konzepte, wie sich die Länder am notwendigen Klimaschutz beteiligen wollen, in vielen Fällen unzureichend sind, wurde hier um Nacharbeit bis zur nächsten Klimakonferenz im Jahr 2023 in Dubai gebeten.
Ein Hauptbeschluss der Versammlung galt einem Fond, der Entwicklungsländer unterstützen soll. Mit dem Geld werden ärmere Länder entlastet, die von Klimaschäden besonders hart betroffen sind und gleichzeitig selbst vergleichsweise wenig zur Klimaerwärmung beitragen. Die Vereinbarung ist bis dato noch sehr vage formuliert. So stehen unter anderem noch keine Summen fest, mit denen die betroffenen Staaten rechnen dürfen.

Grundsätzlich ist es vielen Beteiligten der Klimakonferenz wichtig, die ärmeren Länder in ihrem Kampf gegen den Klimawandel finanziell zu unterstützen. Deshalb wurde im Jahr 2009 beschlossen, dass die Industrieländer bis 2020 jedes Jahr 100 Milliarden Dollar zur Verfügung stellen. Allerdings sind diese Gelder bis heute nur teilweise geflossen. Vielleicht liegt das an den immensen Kosten, die der Klimawandel ohnehin schon für die einzelnen Staaten bedeutet. Allein Deutschland zahlt für Klimaschäden seit 2000 jährlich 6,6 Milliarden Euro. Abschreiben möchten die Beteiligten das Vorhaben dennoch nicht. Es wurde deshalb ein neues Finanzierungsziel festgelegt. Auch zusätzliche Verfahrensschritte fügten die Beteiligten ein.

Anreise mit mehr als 400 Privatjets

Der Gipfel in Ägypten diente dem weltweiten Klimaschutz. Dennoch stand er genau deshalb auch in der Kritik. Quellen berichten von Teilnehmerzahlen wischen 33.000 und 45.000 Menschen, die für das Event aus verschiedensten Teilen der Welt einfliegen mussten. Politiker aus 190 Staaten waren anwesend. Einige davon landeten in ihren Privatjets in der ägyptischen Wüste.

Auch bei der Anzahl der persönlichen Luxusflugzeuge weichen die Zahlen stark voneinander ab. Manche sprachen von 1.500 privaten Fliegern. Die Nachrichtenagentur AFP berichtet von 400 Privatflugzeugen. Diese Anzahl sei von Personen aus dem Umfeld der ägyptischen Luftfahrbehörden bestätigt worden. Bleibt offen, um wen es sich dabei genau handelt.

Aber nicht nur die Privatjets sorgen für Unmut. Selbst, wer mit einem Linienflugzeug reist, schädigt das Klima. Die Organisation Atmosfair machte sich die Mühe, den CO₂-Ausstoß eines Linienfluges von Berlin nach Sharm-el-Sheik mit Umstieg in Istanbul oder Kairo zu berechnen. Es werden dabei über 400 Kilogramm CO₂ produziert. Das ist mehr als viele Menschen in Entwicklungsländern pro Jahr verursachen.

Bereits die letzte Klimakonferenz in Glasgow stand unter derselben Kritik. Die Veranstaltung sei heuchlerisch, angesichts des verursachten CO₂-Ausstoßes. Während für den diesjährigen Gipfel noch keine konkreten Zahlen vorliegen, ließ die britische Regierung die Umweltbilanz für den COP26 in Glasgow zwischenzeitlich erstellen. Damals wurden laut ukcop26.org 102.500 Tonnen CO₂ verursacht. Das ist genauso viel, wie 10.000 britische Privathaushalte in 12 Monaten produzieren.

Zusätzlich gab es weitere Aufreger, wie der Regierungs-Jet von Olaf Scholz. Das Transportmittel wurde über Nacht auf Zypern geparkt. Das bedeutete einen unnötigen Leerflug von rund 800 Kilometern. Und während die kenianische Klimaaktivistin sagt, dass die Klimakrise ein grundsätzliches Problem sei, das nicht auf Einzelpersonen heruntergebrochen werden könne, kann doch nur im Verhalten des Einzelnen eine Lösung für das Gesamte liegen.

10 Tipps für nachhaltiges Reisen

Damit du zugunsten des Klimas nicht auf einen Urlaub verzichten musst, gibt es kluge Tipps für nachhaltiges Reisen.

Suche ein Reiseziel aus, das in der Nähe liegt. Denn Fernreisen sowie Trips mit dem Schiff und Flugzeug sind besonders bedenklich. Idealerweise liegt der Urlaubsort in einem Radius von 700 km um die Wohnung und ist per Bus oder Bahn erreichbar.

Nimm nur das absolut notwendige Gepäck mit. Je schwerer die Koffer sind, desto höher ist der CO₂-Verbrauch von Auto, Flugzeug oder Kreuzfahrtschiff.

Nutze Reiseveranstalter, die CO₂-Emissionen ausgleichen. Das machen sie, indem sie eine Spende abführen. Das Geld wird beispielsweise für die Erzeugung erneuerbarer Energien verwendet.

Wähle nachhaltige Hotels aus. Du kannst sie unter anderem an der Zertifizierung von greensign.de erkennen.

Nimm vor Ort umweltfreundliche Verkehrsmittel wie das Fahrrad oder die Öffentlichen.

Lade dir nur so viel vom Buffet auf, wie du auch essen kannst. Ansonsten landen die aufwendig produzierten Lebensmittel im Müll.

Schicke keine Postkarten auf den langen Weg mit dem Flugzeug zu den Freunden und Verwandten in der Heimat. Stattdessen kannst du gratis Postkarten in der App von karten-paradies.de gestalten und mailen.

Achte auf den Stromverbrauch. In der Unterkunft müssen nicht permanent alle Lichter brennen. Die Klimaanlage ist ein echter Stromfresser. Schalte sie aus, wenn du nicht im Zimmer bist. Meistens reicht es, sie nur zeitweise zu betreiben.

Lass die Handtücher nur dann waschen, wenn es notwendig ist.

Wähle Unterkünfte und Restaurants, die regionales Bioessen anbieten. Die kurzen Lieferwege und der umweltschonende Anbau helfen der Natur.

Anstatt Reiseführer und Straßenkarten nutzt du digitale Helfer wie Google Maps sowie Blogs mit Insider-Tipps.

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Zaster Redaktion
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