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Kleine Aktien, große Rendite: Wie ein Fonds auf Value-Investing und KI setzt

von ZASTER Redaktion

Während alle Welt auf US-Tech-Giganten starrt, schlummert anderswo ungenutztes Renditepotenzial: bei kleinen, wenig beachteten Unternehmen weltweit. Ein Fonds von Lingohr Asset Management will genau dort zuschlagen – mit einer Mischung aus klassischem Value-Investing und moderner Datenanalyse.

Das unterschätzte Segment

Börsennotierte Nebenwerte, sogenannte Small-Caps, stehen selten im Rampenlicht. Weltweit gibt es tausende davon, und weil sie deutlich seltener von Analysten und großen institutionellen Investoren unter die Lupe genommen werden, kommt es hier häufiger zu Fehlbewertungen. Für aktive Fondsmanager kann das ein Vorteil sein: Wer diese Lücken findet, kann Mehrwert gegenüber dem breiten Markt erzielen. Nach Einschätzung von Lingohr Asset Management wird dieses Segment gerade jetzt wieder interessanter – in einem Umfeld steigender Kapitalkosten und einer Börsenlandschaft, die sich zunehmend auf wenige Mega-Konzerne konzentriert.

Ein Fonds mit doppeltem Boden

Genau hier setzt der GAF-Lingohr Global Small Cap Value (WKN A2AR4A) an. Er investiert weltweit in kleinere Unternehmen aus einem Anlageuniversum von rund 6.000 Titeln und verbindet dabei klassisches Value-Investing mit einem datenbasierten, systematischen Prozess. Ziel ist es, unterbewertete Qualitätsunternehmen aufzuspüren, deren Börsenwert nicht ihrem eigentlichen inneren Wert entspricht. Moderne Datenanalyse und Künstliche Intelligenz unterstützen dabei die Entscheidungsfindung – ersetzen sie aber nicht.

Hinter dem Fonds steht die 1993 gegründete Lingohr Asset Management GmbH aus Düsseldorf, eine unabhängige Investmentboutique mit rund 1,1 Milliarden Euro verwaltetem Vermögen. Verantwortlich ist seit November 2023 Tim Wehlmann als Lead-Portfoliomanager, unterstützt von Harald Sporleder, der seit über drei Jahrzehnten im Asset Management tätig ist. Beide sind selbst im Fonds investiert – ihre Interessen laufen also parallel zu denen der Anleger.

Drei Hürden bis zur Kaufliste

Damit eine Aktie überhaupt ins Portfolio wandert, muss sie drei Stufen durchlaufen. Zunächst werden Unternehmen innerhalb von 42 Sektoren miteinander verglichen – so werden etwa Industriebetriebe nicht mit denselben Maßstäben bewertet wie Tech-Firmen. Kennzahlen wie Cashflow, Profitabilität oder der sogenannte Cash Flow Return on Investment spielen dabei eine größere Rolle als klassische Größen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis. Nur die attraktivsten 30 Prozent eines Sektors kommen weiter.

In der zweiten Stufe kommt die Künstliche Intelligenz ins Spiel: Ein neuronales Netzwerk analysiert das aktuelle Marktumfeld – etwa Zinsentwicklung, Inflation oder Marktstimmung – und gewichtet acht verschiedene Anlagefaktoren je nach Marktphase unterschiedlich. Wichtig dabei: Die KI sagt keine Kurse voraus, sondern hilft einzuschätzen, welche Unternehmenseigenschaften gerade besonders gefragt sind.

Die letzte und entscheidende Instanz bleibt der Mensch. Erst wenn eine Aktie beide vorherigen Prüfungen besteht, nehmen sich Sektorspezialisten Aspekte wie Geschäftsmodell, Wettbewerbsvorteile oder Managementqualität vor. Nur wer auch diese Hürde meistert, landet auf der Kaufliste. Verkauft wird nach denselben Prinzipien – etwa wenn eine Aktie nicht mehr zu den attraktivsten 50 Prozent ihres Sektors gehört. Das führt zu einer vergleichsweise hohen Umschlagshäufigkeit: Im Geschäftsjahr 2025 lag die Portfolio Turnover Ratio bei 155,8 Prozent.

Breite Streuung statt Klumpenrisiko

Das Portfolio besteht meist aus 120 bis 140 nahezu gleichgewichteten Positionen. Dadurch hat keine einzelne Aktie übermäßigen Einfluss auf die Wertentwicklung. Auch bei Ländern und Branchen gibt es keine festen Vorgaben – die Gewichtung ergibt sich rein aus der Aktienauswahl, nicht aus einem Vergleichsindex. Auf eine strategische Kassenhaltung verzichtet der Fonds weitgehend, Fremdwährungen werden grundsätzlich nicht abgesichert.

Die Zahlen sprechen für sich

Seit Jahresbeginn 2026 legte der Fonds um knapp 18 Prozent zu, über die vergangenen zwölf Monate um 24 Prozent, über drei Jahre um 61,6 Prozent und über fünf Jahre um 74 Prozent. Seit Auflage steht ebenfalls ein Plus von rund 74 Prozent zu Buche, bei einer Volatilität von 12,5 bis 16,5 Prozent je nach Betrachtungszeitraum. Das Fondsvolumen liegt bei 27,4 Millionen Euro.

Der Start nach der Fondsauflage verlief allerdings holprig: Das vierte Quartal 2018 zählte zu den schwächsten Börsenquartalen seit Jahrzehnten, mit deutlichen Verlusten bei S&P 500, Nasdaq und Russell 2000. Laut Fondsmanagement lag das am ungünstigen Timing der Auflage, nicht an Schwächen im Investmentprozess – in den Folgejahren habe sich die Strategie bewährt und die Vergleichsgruppe größtenteils übertroffen.

Nicht ohne Risiko

Wer in den Fonds investiert, sollte einige Besonderheiten im Blick haben. Small-Caps reagieren kurzfristig oft empfindlicher auf konjunkturelle Schwankungen oder steigende Finanzierungskosten als große, etablierte Unternehmen. Auch der konsequente Value-Ansatz kann zeitweise zu einer schwächeren Wertentwicklung führen, etwa in Marktphasen, die von Wachstumswerten dominiert werden. Zudem erfordert der komplexe, mehrstufige Investmentprozess ein gewisses Vertrauen in die Fähigkeiten des Managementteams.

Für wen sich der Fonds eignet

Der GAF-Lingohr Global Small Cap Value richtet sich an langfristig orientierte Anleger, die ihr Portfolio um internationale Nebenwerte ergänzen möchten und aktives Management einem rein passiven Ansatz vorziehen. Wichtig: Anleger sollten bereit sein, kurzfristige Schwankungen zugunsten langfristiger Renditechancen in Kauf zu nehmen.

 

Dies ist keine Anlageberatung. Bitte informiert euch vor einer Geldanlage über die Risiken und beachtet unsere Hinweise hier.

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ZASTER Redaktion
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