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100 Aktien und trotzdem Klumpenrisiko? Was Anleger bei Tech-ETFs über den Index wissen sollten

von ZASTER Redaktion

Technologie, KI und Digitalisierung treiben die Märkte. Um an dieser Entwicklung teilzuhaben, setzen viele Anleger auf sogenannte Tech-ETFs. Doch längst nicht jeder dieser Indexfonds bildet diese Trends gleich ab. Indexmethodik, ESG-Kriterien und Gewichtungsregeln entscheiden darüber, wie breit ein Portfolio tatsächlich gestreut ist und welche Konzentrationsrisiken entstehen.

 

In der Fondsanalyse zeigt sich gerade bei Technologie-ETFs immer wieder: Die Indexmethodik prägt Renditechancen und Risiken häufig stärker als die Auswahl des ETF-Anbieters.

Konzentration im Blick

Das beginnt bei der Definition von Technologie. Je nach Klassifikationssystem werden Unternehmen unterschiedlich eingeordnet. Alphabet und Meta etwa zählen nicht in jedem Index zum Technologiesektor. Unterschiede ergeben sich zudem bei ESG-Kriterien, Gewichtungsregeln und Rebalancing. Anleger sollten daher prüfen, welche Unternehmen im Portfolio enthalten sind und wie stark einzelne Titel gewichtet werden.

Gerade die Gewichtung kann erhebliche Konzentrationsrisiken mit sich bringen. Das zeigt sich besonders in Marktphasen, in denen wenige Unternehmen die Rendite bestimmen. Dadurch steigt die Abhängigkeit von einzelnen Titeln. Ein ETF mit 50 oder 100 Aktien ist nicht automatisch breit diversifiziert, wenn wenige Schwergewichte einen erheblichen Teil des Index ausmachen.

Auch ESG-Filter können die Zusammensetzung deutlich verändern. Sie müssen Renditechancen keineswegs beeinträchtigen und können sich je nach Marktphase positiv auf die Wertentwicklung auswirken. In einem begrenzten Technologieuniversum kann der Ausschluss einer Aktie die Wertentwicklung jedoch erheblich beeinflussen – besonders wenn wenige Gewinner dominieren.

Aktiv oder passiv?

Passive ETFs bieten Transparenz, klare Regeln und niedrige Kosten. Aktives Management kann vor allem dann an Bedeutung gewinnen, wenn die Unterschiede zwischen einzelnen Unternehmen stärker in den Vordergrund rücken. Dann wird die Titelauswahl wichtiger als die reine Marktentwicklung. Fondsmanager sind nicht an die Gewichtung eines Index gebunden und können Chancen abseits der bekannten Schwergewichte nutzen sowie Konzentrationsrisiken gezielter steuern.

Nicht die Sorge, einen Trend zu verpassen, sollte den Ausschlag für ein Investment geben. Entscheidend ist, welche Rolle Technologie langfristig im Portfolio spielen soll. Wer weltweit diversifiziert investiert, partizipiert über große Technologiekonzerne ohnehin an KI und Digitalisierung. Wer zusätzlich einen Tech-ETF ins Portfolio nimmt, sollte deshalb prüfen, welche Unternehmen bereits über andere Fonds oder ETFs enthalten sind – und ob die vermeintliche zusätzliche Diversifikation tatsächlich entsteht. Technologie kann ein wichtiger Baustein eines ausgewogenen Portfolios sein, sollte aber nicht die gesamte Anlagestrategie bestimmen. Und bei allen Wachstumsperspektiven gilt: Technologieaktien können stärker schwanken als der Gesamtmarkt. Entscheidend ist nicht nur der Trend, sondern auch Konzentration und Risiko.

 

Maurice Templin, Fonds- und Investmentanalyst Multi Asset, Apo Asset Management GmbH, Düsseldorf

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ZASTER Redaktion
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