ETF der Woche

Drohnen im Depot: Dieser ETF setzt auf einen wachsenden Zukunftsmarkt

von ZASTER Redaktion

Kriege, geopolitische Spannungen und steigende Verteidigungsausgaben treiben die Nachfrage nach Drohnen. Ein neuer ETF bündelt rund 45 Unternehmen aus diesem Sektor – von etablierten Namen bis zu kleineren Wachstumsfirmen. Wir haben uns angeschaut, was dahintersteckt.

Wie Kriege die Nachfrage nach Drohnen verändert haben

Kaum eine Technologie hat sich in den vergangenen Jahren so rasant entwickelt wie Drohnen. Was einst als Nischenanwendung für militärische Aufklärung galt, ist heute ein unverzichtbares Werkzeug moderner Kriegsführung – und zunehmend auch in Logistik, Landwirtschaft, Infrastrukturüberwachung und Katastrophenschutz im Einsatz.

Vor allem der Ukraine-Krieg hat die Bedeutung unbemannter Systeme grundlegend verändert. Günstige FPV-Drohnen, Aufklärungsdrohnen und sogenannte Loitering-Munitions-Systeme haben gezeigt, dass selbst hochgerüstete Streitkräfte durch vergleichsweise kostengünstige Drohnentechnik verwundbar werden können. Die Erfahrungen aus dem Krieg fließen inzwischen direkt in die Beschaffungsprogramme zahlreicher NATO-Staaten ein. Auch die jüngsten Spannungen und militärischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten haben die Relevanz von Drohnen weiter erhöht – insbesondere Angriffs- und Kamikazedrohnen sowie Abwehrsysteme gegen unbemannte Fluggeräte stehen zunehmend im Fokus der Verteidigungsstrategen. Drohnen sind damit von einer ergänzenden Technologie zu einem zentralen Bestandteil moderner Militärdoktrinen geworden.

Ein Markt weit über den Verteidigungssektor hinaus

Der im März 2026 in Irland aufgelegte HANetf Defiance Drone UCITS ETF (IE0003XW12I8) setzt erstmals auf die weltweite Verbreitung unbemannter Luftfahrtsysteme. Angetrieben von geopolitischen Konflikten, steigenden Verteidigungsausgaben und dem zunehmenden Drohneneinsatz in Wirtschaft und Industrie bietet der ETF einen fokussierten Zugang zu diesem Markt. Er basiert auf dem VettaFi Drone Index und berücksichtigt Unternehmen, die Drohnen entwickeln, produzieren oder wichtige Komponenten und Technologien dafür bereitstellen – etwa Sensorik, Navigationssysteme, autonome Steuerung, Software und Kommunikationstechnologien.

Drohnen gelten als klassische Dual-Use-Technologie: Dieselben Systeme, die militärisch genutzt werden, kommen auch bei Inspektionsflügen für Stromnetze, bei der Vermessung von Infrastruktur, in der Landwirtschaft oder bei Lieferdiensten zum Einsatz. Der zivile Drohnenmarkt soll sich nach Einschätzung von Branchenanalysten bis 2033 etwa verdoppeln. Zusätzlich unterstützt die globale Wirtschaftsentwicklung den langfristigen Trend: Unternehmen weltweit suchen nach Wegen, Prozesse zu automatisieren, Arbeitskosten zu senken und Daten in Echtzeit zu erfassen – wofür Drohnen oft eine kostengünstige Alternative zu klassischen Verfahren bieten.

Wer im Portfolio steckt

Der ETF umfasst derzeit rund 45 Unternehmen und verfolgt einen sogenannten Pure-Play-Ansatz: Berücksichtigt werden Unternehmen, die einen wesentlichen Teil ihrer Umsätze im Drohnensektor erzielen oder über eigenständige UAV-Geschäftsbereiche verfügen. Die größten Positionen sind aktuell AeroVironment, Ondas Holdings, Red Cat Holdings, Next Vision Stabilized Systems und Unusual Machines. Die Top-10-Positionen vereinen zusammen rund 68 Prozent des Fondsvermögens.

Regional dominiert Nordamerika mit einem Anteil von mehr als 60 Prozent, gefolgt von Asien-Pazifik und Europa. Bemerkenswert ist die Mischung aus etablierten Marktführern und kleineren Wachstumswerten: Während Unternehmen wie GE Aerospace oder Palantir zur Stabilität beitragen könnten, sorgen spezialisierte Drohnenhersteller für ein hohes Wachstumspotenzial.

Nicht alle Aktien profitieren gleichermaßen

Die Börsenentwicklung innerhalb des Drohnensektors verlief zuletzt keineswegs einheitlich. Unternehmen mit klarem Fokus auf militärische Anwendungen erzielten im Zuge steigender Verteidigungsausgaben deutliche Kursgewinne, andere entwickelten sich dagegen verhaltener. Gerade kleinere Technologiefirmen leiden unter hohen Entwicklungskosten, schwankenden Auftragseingängen und der allgemeinen Zurückhaltung gegenüber Wachstumswerten bei steigenden Zinsen. Der Sektor bleibt damit selektiv und volatil.

Hohe Bewertungen, aber viel Wachstumspotenzial

Die Bewertung vieler Drohnenunternehmen erscheint auf den ersten Blick ambitioniert: Zahlreiche Titel werden auf Basis zukünftiger Umsatz- und Gewinnsteigerungen bewertet, während die aktuelle Profitabilität häufig noch begrenzt ist. Analysten argumentieren jedoch, dass sich die Branche noch in einer frühen Wachstumsphase befindet. Vor allem durch künstliche Intelligenz, autonome Navigation und Schwarmtechnologien könnten Drohnen in den kommenden Jahren deutlich leistungsfähiger werden. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang zunehmend von „Physical AI“, bei der KI-Modelle direkt in reale autonome Systeme integriert werden.

Marktbeobachter erwarten deshalb weiterhin stark steigende Investitionen in militärische und zivile Drohnensysteme. Laut HANetf könnten die weltweiten Ausgaben für militärische Drohnen in den kommenden zehn Jahren auf mehr als 216 Milliarden US-Dollar steigen.

Fazit: Beimischung statt Kerninvestment

Der HANetf Defiance Drone UCITS ETF bietet direkten Zugang zu einem der dynamischsten Technologietrends unserer Zeit. Der Ukraine-Krieg, der anhaltende Konflikt im Nahen Osten und weltweit steigende Verteidigungsausgaben verdeutlichen die strategische Bedeutung unbemannter Systeme, während die zunehmende zivile Nutzung zusätzliche Wachstumsperspektiven eröffnet. Mit einer Gesamtkostenquote (TER) von 0,69 Prozent pro Jahr gehört der ETF allerdings nicht zu den günstigsten Technologie-ETFs.

Für Anleger:innen, die an den langfristigen Chancen autonomer Systeme, künstlicher Intelligenz und moderner Verteidigungstechnologien partizipieren möchten, stellt der ETF eine interessante Beimischung dar. Aufgrund der hohen Konzentration auf einen jungen und teilweise spekulativen Zukunftsmarkt sollte die Position allerdings als chancenorientierte Satellitenanlage und nicht als Kerninvestment verstanden werden.

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ZASTER Redaktion
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