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FINANZEN LEICHT ERKLÄRT

Der nächste Börsencrash kommt!

von Nils Matthiesen

An der Börse geht es in Zukunft massiv nach unten – das steht fest. Nur wann es soweit ist, kann niemand sagen. Trotzdem solltest du dich schon heute vorbereiten.

Es ist so sicher, wie das Amen in der Kirche. Der nächste Börsencrash kommt. Die entscheidende Frage ist nur, wann? Die Sache verhält sich ähnlich wie bei Erdbeben. Wir wissen, dass es sie wieder geben wird. Aber trotz historischer Statistiken und enormen Fortschritten bei der Vorhersagetechnik können Experten immer noch nicht genau vorhersagen, wann sie auftreten. Auch für Börsencrashs gibt zwar es historische Muster, die uns aber kaum weiterhelfen. So gab es Abstürze bei hohen Bewertungen, niedrigen Bewertungen, hohen Zinssätzen, niedrigen Zinssätzen, hoher Inflation, niedriger Inflation und allem dazwischen. Sie scheinen ein absolutes Rätsel zu sein.

Börsencrashs sind immer möglich

Auch der Zeitpunkt scheint willkürlich. Nach dem schrecklichen Markteinbruch während der Weltwirtschaftskrise 1929, bei dem der Markt um 85 Prozent fiel, gab es 1937, also nicht einmal 10 Jahre später, einen weiteren Absturz um rund 50 Prozent. Danach war erst einmal Ruhe. Erst mehr als 30 Jahre später folgte dann 1968 der nächste Einbruch, dann wieder kurze Zeit später im Jahre 1973. Die Dotcom-Blase platzte dann erst wieder um die Jahrtausendwende und auch 2008 ging es rund um die Finanzkrise wieder deutlich nach unten. Was sagt uns das? Börsencrashs sind immer möglich. Zudem gibt es immer wieder sogenannte Bärenmärkte, bei denen die Märkte zwar fallen, allerdings nicht so dramatisch.

Unvorhersehbar: Der menschliche Faktor

Analysten sezieren die Märkte bis ins kleinste Detail, der Datenschatz ist riesig. Allerdings bringt dieser gewaltige Datenschatz für eine Vorhersage der Entwicklung herzlich wenig. Denn der wichtigste Faktor lässt sich nicht kalkulieren: Der Mensch. Selbst Supercomputer können nicht prognostizieren, ob Politiker oder Firmenbosse irrationale Entscheidungen treffen oder welche Preise Anleger bereit sind, für Wertpapiere zu zahlen. Es wird auch immer Analysten und andere „Experten“ geben, die vor einem unmittelbar bevorstehenden Crash warnen. Das sind aber nur Vermutungen. Niemand weiß das. In Abwesenheit von funktionierenden Kristallkugeln und seriösen Wahrsagern, bleiben dir daher nur wenige Möglichkeiten, sich mit der Unvermeidlichkeit von Börsencrashs anzufreunden.

  • Abfinden: Mach dir bewusst, dass du als Besitzer von Aktien oder entsprechenden Produkten wie Fonds oder ETFs schwere Zeiten durchmachen wirst. Es ist wirklich hart zu sehen, wie der Wert deines Depots immer weiter schrumpft.
  • Bleib cool: Wenn die Kurse anfangen zu purzeln, weißt du nicht immer sofort, dass es sich um einen veritablen Crash handelt. So eine Bewegung findet meist über Wochen und Monate statt. Die Chance, dass du so clever bist, und frühzeitig verkaufst, stehen schlecht. Angesichts der Tatsache, dass die Kurse bis jetzt (fast) immer wieder gestiegen sind, solltest du einen kühlen Kopf bewahren. Als langfristig orientierter Anleger musst du das aushalten.
  • Nur Geld investieren, dass du übrig hast: Lass dich nicht von Bullenmärkten verführen, dein ganzes Geld in Aktien zu stecken. Und investiere wirklich nur Geld, was du nicht brauchst. Gehe nicht davon aus, dass du rechtzeitig aussteigen kannst, wenn es zum Crash kommt.

Fazit

Der Mensch neigt zu Übertreibungen – in beide Richtungen. Panik und Gier sind schlechte Ratgeber. Trotzdem kommt es an der Börse immer wieder zu extremen Ausschlägen. Niemand weiß genau, wann und wie viel es an den Märkten nach oben und nach unten geht. Das es aber wieder zu einem Börsencrash kommt, ist sicher. Darauf musst du dich als Anleger mental einstellen.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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