Aktienmarkt

Was Bulle und Bär an der Börse bedeuten

von Hannes Lustermann

Die US-Börse triumphiert: Noch nie ist der Aktienindex länger ein „Bullenmarkt“ gewesen. Doch was heißt das eigentlich? Und was ist ein Bärenmarkt? ZASTER klärt auf.

Der wichtigste amerikanische Aktienindex S&P 500 umfasst die 500 größten börsennotierten Unternehmen der USA – von Amazon, Netflix und Co. bis Coca-Cola und Apple. Seit dem 9. März 2009 ist dieser Index nun schon im steten Aufwärtstrend – ein Rekord. Für Anleger sicher ein Grund zur Freude, doch bisher folgte auf jeden Bullen- auch ein Bärenmarkt. Und dazwischen stand der Crash. In den Jahren 2000 und 2008 gab es zuletzt solche Crashs.

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Kurz und knackig

Was ein Boom an einer Börse bedeutet, weiß jeder: Die Kurse steigen meist kurzfristig sehr stark an. Wenn sie stattdessen relativ gleichmäßig anhaltend steigen, bezeichnet man sie als Bullenmarkt.

Fallen die Kurse kurzfristig stark, spricht man von einem Crash. Ist der Abwärtstrend einer Börse langsam und stetig, bezeichnet man sie als Bärenmarkt. So stehen sich an der Frankfurter Börse ein Bulle und ein Bär als bronzene Symbolfiguren gegenüber.

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Im Detail: Der Bullenmarkt

Der Beginn eines Bullenmarktes wird in der Regel angesetzt, wenn die Kurse im Vergleich zum vorherigen Tiefpunkt am Ende eines Bärenmarktes insgesamt um 20 Prozent gestiegen sind.

Der Bulle symbolisiert an der Börse den „Aufwärtstrend“, weil er, so die gängige Lesart, mit seinen Hörnern von unten nach oben stößt und jederzeit vorwärts stürmt. In den USA hat man nun den längsten Aufschwung an der Börse gefeiert. Noch nie gab es eine längere Aufwärtsbewegung. Es waren 3453 Tage, seitdem die aktuelle Aufwärtsbewegung an den Börsen begonnen hat. Am 9. März 2009 begann diese Phase, das ist fast zehn Jahre her. Der frühere längste Bullenmarkt dauerte vom 11. Oktober 1990 bis zum 24. März 2000. Dann platzte die Internetblase. Viele Anleger hatten ihr Geld in windige Internetaktien gesteckt.

An den Begriff Bullenmarkt angelehnt ist auch der Begriff Bullenfalle: Damit ist die Fehleinschätzung von Kaufsignalen und Analysen durch Anleger gemeint, die mit steigenden Kursen rechnen, die sich im Nachhinein nicht einstellen. Im englischen Sprachgebrauch werden solche optimistischen Anleger als „bullish“ bezeichnet.

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Im Detail: der Bärenmarkt

Der Beginn eines Bärenmarktes wird in der Regel angesetzt, wenn die Kurse im Vergleich zum vorherigen Höchstpunkt am Ende eines Bullenmarktes insgesamt um 20 Prozent gefallen sind.

Der Bär symbolisiert an der Börse den „Abwärtstrend“, weil er mit seinen Tatzen von oben nach unten angreift und sich eher schwerfällig bewegt. Englische Sprachforscher verweisen auch auf folgendes Sprichwort aus dem 18. Jahrhundert: Man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist. „Bearskin“, das englische Wort für Bärenfell, wurde laut Merriam-Webster bald darauf verkürzt zu „Bear“ – und man meinte damit einen Spekulanten, „the Bear“, der des Bären Fell verkaufte, bevor er geschossen war.

Daran angelehnt ist der Begriff Bärenfalle: Damit ist die Fehleinschätzung von Verkaufssignalen und Analysen durch Anleger gemeint, die mit sinkenden Kursen rechnen, welche sich im Nachhinein nicht einstellen. Im englischen Sprachgebrauch werden solche optimistischen Anleger als „bearish“ bezeichnet.

Foto: Eva K., CC BY-SA 2.5

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