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DEIN ZASTERTIPP

Kindern das Sparen beibringen

von Michael André Ankermüller

Kinder das Sparen beibringen ist überaus wichtig. Wer als Kind schon lernt mit Geld umzugehen, wird es auch als Erwachsener sinnvoller ausgeben. Die Grundlage für ein gesundes Verhältnis zu Geld zu schaffen, ist auch gar nicht so schwer. ZASTER hat ein paar Tipps für dich.

Zuhause kein Tabu-Thema

Dabei müssen erst Voraussetzungen geschaffen werden. Bereits mit seinen Kita-Kindern kann man übers Geld sprechen. Sie sollen verstehen, warum Mama und Papa arbeiten müssen, wofür die Familie Geld benötigt und warum nicht alles Geld ausgegeben wird, das man hat. Eben sparen für den Urlaub, Spielzeug, Wünsche und auch für den Fall X wie, dass die Waschmaschine kaputt geht, Kühlschrank springt nicht mehr an oder der Hund wird krank. Wer als Elternteil mit dem Thema Geld möglichst transparent umgeht, kann bei seinen Kindern auch auf mehr Verständnis hoffen, wenn gerade kein Geld da ist, um das Spider-Man-Kinderfahrrad aus dem Supermarkt zu kaufen.

Offen darüber zu sprechen ist die wichtigste Vorrausetzung, um einen gesunden Umgang mit Geld zu lernen. Wenn diese Enttabuisierung stattgefunden hat oder erst gar nicht aufkommt, geht es weiter. Als nächstes geht es darum, den Kindern den Wert von Geld beizubringen. Anfangs ist es nicht einfach, insbesondere, wenn sie noch jung sind. Eine 50 Cent Münze sieht wertvoller aus als ein Ein-Euro-Stück. Denn, was das Kind sieht: 50 ist größer als 1. Das Konzept von Cent und Euro müssen sie erst noch verstehen. Das geht am besten darüber, dass sie es selbst erleben und Geld in ihrem Alltag eine Rolle spielt, die ruhig spielerisch und leicht daherkommt. 

1
Einkaufen spielen

Man tauscht Geld gegen Waren. Das Prinzip des Einkaufens und dies kann man schon im frühen Kindergartenalter spielerisch erlernen. Ob dabei die Packung Reis einen oder fünf Scheine kostet, ist dabei zweitrangig. Als erstes geht es darum, dass man mit dem Konstrukt Geld Lebensmittel, Klamotten und auch Spielzeug bekommt.

Wenn die Kinder etwas älter sind und die Zahlen bis zehn oder 20 beherrschen, kann man das Spiel erweitern. Jetzt geht es darum, auch den passenden Wert mit den Scheinen oder den Münzen hinzubekommen. Dafür müssen die Kinder schauen, dass sie mit ihrem (Spiel-)Geld hinkommen.

Tipp: Um dies zu üben, muss man auch nicht zwangsläufig einen Kaufmannsladen kaufen und ins Kinderzimmer stellen. Spielgeld, auch selbstgebastelt, plus die eigenen Lebensmittel aus der Küche eignen sich vollkommen. Vorteil: danach kann man gemeinsam mit dem Kind die gekauften Lebensmittel zu einem leckeren Abendessen verarbeiten und die Kette Geld-Lebensmittel-Essen wird noch einmal mit anderen Sinnen verinnerlicht.

2
Gesellschaftsspiele mit Geldfokus

Der Klassiker unter den Gesellschaftsspielen ist hier wohl Monopoly. Mit größeren Kindern, ab späterer Grundschule, kann man durchaus mal eine Runde Monopoly spielen. Dabei müssen sie mit dem Kapital, das sie am Anfang bekommen, versuchen möglichst viel Geld mit u.a. Immobilieninvestments zu verdienen.

Es ist natürlich kein Abbild der Realität, aber gibt den Spielenden schon einen guten Einblick in die Marktwirtschaft. Als Eltern sollte man das Spiel nur nicht zu ernst nehmen. Monopoly hat schon Freundschaften entzweit und für viel Streit in Familien geführt.

3
Mit den Kindern einkaufen

Mit den eigenen Kindern einkaufen gehen, ist ziemlich häufig ein Nervenkrieg zwischen „Ich will das“ und „Nein, das gibt es jetzt nicht“. Das gemeinsame Einkaufen sollte man dennoch nicht vollkommen meiden und kann ihnen viel beibringen. Zum einen lernen sie, dass sich der Kühlschrank nicht von alleine füllt. Zum anderen können wir als Eltern ihnen direkt im Laden erklären, warum wir die eine Sorte Paprika nehmen und nicht die andere. Auch, dass Faktoren wie Qualität, Herkunftsland und Saison sich auf den Preis auswirken.

Sobald Kinder älter sind, können sie auch schon kleinere Besorgungen erledigen. Eine Möglichkeit besteht darin, ihnen zu sagen, dass sie das Restgeld behalten dürfen. Dadurch lernen sie selbst spielerisch Preise zu vergleichen, damit möglichst viel Gewinn nach dem Einkauf übrig bleibt.

4
Taschengeld

Circa ab dem Grundschulalter oder auch früher, wenn das Interesse besteht, kann man anfangen seinen Kindern Taschengeld zu geben.

Wie viel man genau seinen Kindern gibt, kommt ein wenig auf die eigenen Lebensumstände, die finanziellen Möglichkeiten und die Kinder selbst an. Einen groben Leitfaden hat ZASTER bereits erstellt. So lernen sie bereits als Kinder mit überschaubaren Beträgen, zu hantieren. Wichtig dabei ist es, sich als Eltern zurückzuhalten und nicht zu versuchen Kindern „Fehlkäufe“ oder „Quatscheinkäufe“ auszureden. Kinder müssen auch mal im finanziellen Sinn auf die Schnauze fallen, um den Wert des Geldes kennenzulernen.

Taschengeld kann auch anlassbezogen ausgezahlt werden. Eine Möglichkeit besteht darin, am Anfang eines Ausfluges oder eines Urlaubes seinem Kind ein Budget zu geben, über das es verfügen kann. Wenn es am Anfang des Ausflugs schon viel ausgeben möchte, erkläre ihm die Konsequenzen, halte ihn aber nicht davon ab.

 

5
Auf etwas hinsparen

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, da träumt das Kind von etwas ganz bestimmten. Eine größere Sache, die sich nicht so leicht mit dem Taschengeld kaufen lässt.

Einerseits besteht die Möglichkeit sich dies zu Weihnachten, Geburtstag etc. zu wünschen. Andererseits können Kinder dafür auch sparen. Dabei braucht das Kind noch Unterstützungen. Beispielsweise mit einem gemeinsam erstellten Sparplan, sofern es regelmäßiges Einkommen wie Taschengeld hat. Die Unterstützung kann auch finanziell aussehen, sodass man sich darauf einigt ein wenig Geld dazuzugeben, wenn ein bestimmter Betrag zusammengekommen ist.

Das motiviert das Kind zusätzlich, da es sich nicht alleine vor diesem großen Berg stehen sieht.

6
Alte Spielsachen verkaufen

Irgendwann türmen sich die alten Spielsachen und die Babyklamotten sind schon kistenweise im Keller gestapelt. Also wird es Zeit die Sachen zu verkaufen und am besten das Kind gleich einzubeziehen. Erkläre ihm, was es davon hat, wenn man die Sachen verkauft. Denn mit dem Geld können neue Spielsachen gekauft werden oder das Geld landet im Sparschwein. Was am Anfang noch schwer für die Kinder sein kann, weil sie noch an ihren Sachen hängen, wird für sie irgendwann ganz normal und sie fangen an, von alleine auszusortieren, weil sie wissen, welchen Nutzen sie haben.

Beim Verkaufen gibt es auch verschiedenen Möglichkeiten: Entweder kann man gemeinsam mit ihnen einen Flohmarkt veranstalten oder die Sachen bei Ebay oder Vinted einstellen. Dadurch lernen sie auch den Verkaufsprozess und eventuell auch das Verhandeln mit interessierten KäuferInnen.

7
Vorbild sein

Zuallerletzt ist es wichtig, einfach ein Vorbild für seine Kinder zu sein. Wenn du dir immer alles gönnst und das Kind nie sieht, dass auch du sparst oder mal auf etwas verzichtest, wird es schwer sein, selber ein Gefühl für Geld und Sparen zu bekommen. Das Gleiche gilt auch für das andere Extrem, wenn du dir nie etwas gönnst und immer nur von Verzicht sprichst.

Zeige deinem Kind, dass du dich mit Geld beschäftigst. Du kannst dein Kind auch an deinen Gedanken teilhaben lassen, wenn du über größere Anschaffungen nachdenkst. Besprich Vor- und Nachteile, wenn du beispielsweise mit dem Gedanken spielst für das Wohnzimmer eine neue Couch oder einen neuen Tisch zu holen. Dadurch können sie die Gedankenprozesse nachvollziehen. Und ein weiterer Vorteil: Dadurch fühlen sich die Kinder wahr- und vor allem auch ernstgenommen. Das stärkt ihr finanzielles Selbstvertrauen.

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ein Artikel von
Michael André Ankermüller
Michael lebt in Berlin, beschäftigt sich gerne mit Wirtschafts- und Finanzthemen und arbeitet als Journalist, Blogger, Autor sowie Berater für Digitale Medien. 2014 gründete er das sehr erfolgreiche Blogazine Blog.Bohème.