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RENTEN(LÜCKE)

Wie du deine Rentenlücke schließt

von Pauline Brinkmann

Wer hat Angst vor der Rentenlücke? Niemand. Und genau hier liegt das Problem. Besonders bei Frauen kann die Rentenlücke besonders groß sein.

Doch was hat es mit der sogenannten „Rentenlücke“ überhaupt auf sich? Hier fängt das Problem an, denn viele Menschen machen sich überhaupt keine Gedanken darüber, geschweige denn, dass sie wüssten, wie es um ihre persönliche Rentenlücke stünde. 

Die Rentenlücke ist die Differenz, zwischen dem Betrag, den man später im Alter zum Leben bräuchte und dem Betrag, den man tatsächlich erhält. Hier zeigt sich leider immer häufiger eine erhebliche Divergenz auf.

Jene, die sich jetzt bequem zurücklehnen und auf ihre „sichere“ gesetzliche Rente verweisen, müssen sich an dieser Stelle warm anziehen, denn diese wird in Zukunft, wenn man entsprechenden Berechnungen glauben möchte, auch nicht mehr zum Leben reichen. 

Ein Grund dafür: Das stetig sinkende Rentenniveau. Sprich das Verhältnis zwischen der Standardrente und dem Durchschnittseinkommen. Denn Einschätzungen der Bundesregierung zufolge, wird das Rentenniveau in den kommenden Jahren immer weiter abnehmen. So lag es im Jahre 2021 noch bei 49,4 Prozent netto, während es im Jahre 2033 höchstwahrscheinlich nur noch bei 46,4 Prozent (!) liegen wird.

Doch wie kannst du deine persönliche Rentenlücke berechnen?

Dafür solltest du einen Blick in deine Renteninformation werfen, hier wird in der Regel der Betrag genannt, der dir mit Eintritt deiner Rente zusteht. Allerdings solltest du hier beachten, dass dieser Betrag gerade, wenn dein Renteneintritt noch mehr als 20 Jahre in der Zukunft liegt wenig Aussagekraft über deine tatsächlichen finanziellen Möglichkeiten im Alter hat. Grund dafür: Steuer und Inflation. Demnach kann sich dieser Betrag Inflations- und Abgaben bereinigt nochmal halbieren oder gar dritteln. Deswegen ist hier eine genaue Berechnung angezeigt, am besten mit fachlicher Unterstützung.

Gerade Frauen sollten angesichts der klaffenden „Gender Pension Gap“, sprich der Divergenz zwischen der Rentensumme, die ihnen im Vergleich zu Männer später zusteht, frühzeitig entsprechende Maßnahmen ergreifen, um die Gefahr der Altersarmut zu vermeiden. Denn Frauen erhielten in den vergangenen Jahren in Deutschland durchschnittlich 49 Prozent weniger Rente als Männer (Stand 2019). Was sogar im europäischen Raum für Entsetzen sorgte.

Da bleibt häufig nur noch die private Altersvorsorge, doch auch dafür bedarf es monetärer Möglichkeiten, die viele nur in begrenztem Rahmen haben.

Dennoch, hier gilt: Jeder zusätzlich angelegte Euro kann am Ende viel ausmachen. Hier kann vor allem die zusätzliche betriebliche Altersvorsorge sinnvoll sein, bei der man häufig schon mit kleinen Beträgen eine Zusatzversicherung über den Arbeitgeber abschließen kann. Doch falls dir darüber hinaus noch liquides Kapital zur Verfügung steht, ist es stets ratsam weitere Anlageformen zu nutzen. Hier empfiehlt sich beispielsweise die Anlage an der Börse oder in Immobilien, denn diese sind unabhängig von etwaigen Beitragszahlern und können daher im besten Fall für eine höhere Rendite sorgen.

Doch Achtung: Gerade in unsicheren Zeiten wie Krieg oder Pandemie sieht es auch an den Finanzmärkten nicht immer rosig aus. Deswegen ist es gerade für Einsteiger wichtig, ein relativ breit diversifiziertes Anlagemodell in risikoarme Branchen zu wählen. Wer dafür nicht 20 verschiedene Aktien kaufen möchte, der kann in entsprechende ETFs investieren. Diese erweisen sich als vergleichsweise risikoarm.

ein Artikel von
Pauline Brinkmann
Pauline ist 23 und studiert in Potsdam und Lausanne Rechtswissenschaften. Ihr besonderes Interesse gilt jedoch nicht Mietverträgen, sondern politischen und gesellschaftlichen Prozessen."