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Was ist eigentlich der Goldstandard?

von ZASTER Redaktion

Anfang der 1970er-Jahre beendete US-Präsident Richard Nixon die Währungsordnung des Goldstandards. Es war das Ende der Bindung von Geldwerten an real existierendes Gold. Nun werden in den USA Überlegungen laut, den Goldstandard wieder einzuführen. Was das genau bedeutet und was sich hinter dem Begriff verbirgt, erklärt dir ZASTER.

Bis zum 15. August 1971 konnte jeder Amerikaner bei seiner Bank 35 US-Dollar gegen eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) eintauschen. Das Geld war also bis dato keine Papierwährung, die beliebig vermehrt worden konnte, da sie an fest vorhandene Goldvorräte gekoppelt war. Man spricht von der Ordnung des Goldstandards, wenn du dein Geldvermögen jederzeit in real existierendes Gold bei der Bank umtauschen kannst und damit sogar einkaufen könntest. Geld und Gold decken ihren Wert also im gleichen Verhältnis zueinander.

US-Präsident Richard Nixon läutete jedoch 1971 einen Wandel der Geldpolitik ein, der die Weltwirtschaft nachhaltig verändern sollte. In den Vietnam- und Korea-Kriegen übernahmen sich die Vereinigten Staaten finanziell und brachten mehr Geld in Umlauf, als aufgrund der Goldvorräte existieren dürfte. Dadurch verlor der US-Dollar internationales Vertrauen und den Status als Leitwährung. Kurzerhand hob Nixon den Goldstandard auf und ließ den Banken bei der Kreditvergabe freies Spiel. 1973 erfolgte dann auch offiziell die Wechselkursfreigabe durch den Internationalen Währungsfonds.

Ohne Bindung keine Verantwortung

Vielleicht erinnerst du dich noch daran, dass während der Weltwirtschaftskrise 2008 viele Milliarden Euro nachgedruckt wurden, um italienische und spanische Staatsanleihen zu kaufen. Damit konnten zwar einige Volkswirtschaften "gerettet" werden, doch gleichzeitig wurde der internationale Handel erheblich destabilisiert.

In der Folge stiegen die Schulden der Industrienationen, wie die Schuldenquoten zeigen. Die Schuldenquoten bezeichnen den Wert der Verbindlichkeiten gemessen an der Wirtschaftsleistung eines Landes. Die Quote Deutschlands lag vor 50 Jahren noch bei unter 20 Prozent. Heute sind es 63 Prozent.

Es ist dennoch fahrlässig und methodisch unmöglich, einen Ursache- und Wirkungseffekt zwischen dem Ende des Goldstandards und der Weltwirtschaftskrise auszumachen. Dafür gibt es viel zu viele Einflüsse und sogenannte Störvariablen.

Donald Trump und die Fed

Dennoch erfreut sich der Goldstandard nach wie vor großer Beliebtheit, da das Vertrauen von Gläubigern und Anlegern an reale Sachwerte gebunden ist. Und trotzdem: Die Debatte um den Goldstandard ist unter Ökonomen seit Jahrzehnten heftig umstritten. Während einige die Weltwirtschaftskrise auf die Loslösung von realen Gegenwerten zurückführen, behaupten Gegner vehement, die Krise sei ohne die moderne Geldpolitik gar nicht zu lösen gewesen.

Zuletzt befeuerte kein geringerer als US-Präsident Donald Trump mit einem Tweet die Diskussion. Er kündigte an, Judy Shelton für ein Mandat bei der amerikanischen Notenbank Fed zu nominieren. Die Wirtschaftsberaterin des Präsidenten gilt als Verfechterin einer niedrigeren Zinspolitik und liebäugelt auch öffentlich mit einer Rückkehr zum Goldstandard. Fed-Chef Jerome Powell hingegen erteilte dieser Idee bereits öffentlich eine Absage. Sie würde den Eindruck erwecken, dass die Notenbank weder an Vollbeschäftigung noch stabile Preise glaube.

Wenn du dich aber dennoch für Gold als Geldanlage interessierst, solltest du die Debatte in den USA im Auge behalten. Denn auch wenn eine Wiedereinführung des Goldstandards unwahrscheinlich scheint, kann auch schon der Ankauf größerer Goldreserven den Goldkurs in die Höhe schießen lassen.

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ZASTER Redaktion
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