KI-Boom

Warum KI-Boom für neue Meilensteine in der Medizin sorgt


von Mohamed Fizazi

Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Medizin – sie ist unlängst keine Zukunftsmusik mehr, sondern gelebte Realität im Gesundheitswesen.

Das Tempo steigt enorm, sei es bei der Erforschung von Krankheiten oder der Entwicklung neuer, zielgerichteter Behandlungsmethoden. 

Anlegerinnen und Anleger können an diesen Entwicklungen teilhaben – ihnen eröffnet sich eine breite Vielfalt: Zu finden ist KI in allen Anwendungsbereichen des Gesundheitswesens. Bei der Medikamentenentwicklung, in der Robotik oder in der Diagnostik. Hier werden in Bildgebungsverfahren viele Daten generiert und KI kann einen Mehrwert leisten diese Daten auszuwerten. Der jüngste KI-Boom hat insbesondere in der Biotechnologie neue Meilensteine gesetzt. KI spielt aber auch bei vielen Dienstleistern eine zunehmend wichtige Rolle, neben Krankenversicherer sind das vor allem die Krankenhäuser, die in ihrem Management der Patientenströme durch KI unterstützt werden. 

Grafik: Quelle: Bloomberg World Health Index (Stand:30.04.2024)

Gesundheit, Kapitalmarkt & KI

Große Kosteneinsparungen – neue Therapieansätze

KI verändert zum Beispiel den Kampf gegen Krebs, Autoimmunerkrankungen und viele seltene Erkrankungen. Dieser Prozess ist bisher nicht nur komplex, sondern auch langwierig und teuer: 12 Jahre und 2,3 Mrd. US-Dollar – das ist der durchschnittliche Aufwand, bis ein neues, besseres Medikament alle Studien inklusive Zulassung bestanden hat. Dank der rasch zunehmenden Rechenleistung und KI könnten in Zukunft 25 bis 50 Prozent dieser Zeit und Kosten eingespart werden. KI ermöglicht auch die Suche nach neuen Wirkungsweisen und bislang unbekannten Therapie-Ansätzen. Auch die klinische Erprobungsphase kann dadurch verbessert werden. KI könnte digitale Zwillinge als Placebo- oder Kontrollgruppe bei seltenen Krankheiten erstellen. Selbst automatisierte Studien werden damit möglich.

Digitale Krankenstation – virtueller Erkältungs-Check 

Mit digitalen Technologien werden Behandlungen, die gegenwärtig noch im Krankenhaus erfolgen, künftig auch von zu Hause aus stattfinden können. Das zeigen die Prognosen unseres wissenschaftlichen Beirats. Patientinnen und Patienten könnten so ortsunabhängig und oftmals besser überwacht werden. So gesehen kann „Healthcare anywhere“ dem gestressten Gesundheitswesen enorm helfen. Fachleute sprechen hier von „Ambulantisierung“ oder einer „virtuellen Krankenstation“, die in anderen Ländern bereits bewährte Praxis sind. Ein Beispiel dafür kommt aus Israel. Hier haben Eltern die Möglichkeit, ihre Kinder mit einem digitalen Untersuchungsgerät zunächst selbst zu untersuchen. Eine Ärztin oder ein Arzt ist per Kamera in Echtzeit zugeschaltet. Das Gerät funktioniert u.a. wie ein Stethoskop, kann aber auch Ohren und Rachen untersuchen. Es ist Teil eines digitalen Systems für Kindermedizin, das dort über 800 Ärztinnen und Ärzte sowie mehr als 650.000 Patientinnen und Patienten nutzen.  

Tech-Unternehmen mischen Gesundheitsmarkt auf

Zu den Unternehmen, die den Einsatz von KI in der Gesundheitsbranche vorantreiben, gehört etwa das US-Unternehmen Schrödinger. Mit KI-Software dauert die Analyse von Molekülen nur noch Tage statt Jahre. Ein Unternehmen wie Certara simuliert mit KI die Wirkung von Medikamenten, bevor Studien mit Menschen stattfinden. Aufwand und Risiken sollen damit deutlich sinken. Das Unternehmen Intuitive Surgical nutzt KI bei ihren OP-Robotern: So lassen sich vor und während eines Eingriffs Gewebe oder Anatomie bildlich darstellen und die optimale „Routen“ durch den Körper planen. Mit Dienstleistern wie der CompuGroup kann maschinelles Lernen zudem für mehr Effizienz sorgen. Das betriff vor allem das Management von Daten, Personal, Erkrankten, Produkten und Prozessen, aber auch von Risiken. Diese und andere neuen Technologien sollen Ärztinnen und Ärzte entlasten, damit sie Zeit für ihre Kernaufgabe gewinnen: die persönliche Betreuung von Patientinnen und Patienten. 

Investieren in den Gesundheitsmarkt – eine leichte Sache?
Oftmals ist eine fachliche Expertise notwendig, um neue Entwicklungen im Markt einordnen und z.B. klinische Daten bewerten zu können – auch im Wettbewerbskontext. Das ist eine sehr zeitintensive Aufgabe. Für Investorinnen und Investoren, die diese Zeit nicht mitbringen bzw. medizinisch weniger versiert sind, könnten Fondslösungen ein geeigneter Weg sein.

Fazit

Große Innovationen und steigende Nachfrage lassen den Gesundheitsmarkt boomen. KI kann dem Gesundheitswesen bahnbrechende Fortschritte bringen, die vor wenigen Jahren noch unmöglich schienen. KI bietet hier viele Chancen – auch für Anlegerinnen und Anleger. 

Neugierig geworden?

Dann lohnt ein Blick in unseren Faktencheck: KI in der Medizin. Im Interview: Hendrik Lofruthe, Leiter Portfolio Management Healthcare bei der apoAsset.

Dies ist keine Anlageberatung. Bitte informiert euch vor einer Geldanlage über die Risiken und beachtet unsere Hinweise hier.

ein Artikel von
Mohamed Fizazi
Mohamed Fizazi ist Vertriebsdirektor Wholesale bei der Apo Asset Management GmbH (apoAsset). Der gelernte Bankkaufmann verfügt über mehr als 20 Jahre Vertriebserfahrung im Bankenbereich und war u.a. viele Jahre bei der Targobank in der Vermögensberatung
tätig.