© NeONBRAND / Unsplash
Richtig Angelegt

Wann sich ein Fondssparplan wirklich lohnt

von Pauline Brinkmann

Bei einem Fondssparplan investiert man regelmäßig bestimmte Summen in ein oder mehrere Investmentfonds. Diverse Fondssparpläne können in bestimmten Fällen sogar als vermögenswirksame Leistung vom Staat gefördert werden.

Wie funktioniert ein Fondssparplan?

Für einen Fondssparplan benötigt man in erster Linie ein sogenanntes Wertpapierdepot. Im nächsten Schritt sollte man festlegen, welche Fonds man genau in den eigenen Sparplan aufnehmen möchten. Danach muss man dann noch die Sparrate und den Rhythmus bestimmen.  Bei den meisten Brokern kann man schon geringe Sparraten ab beispielsweise 25 Euro investieren. Beim Sparrhythmus kann man in der Regel zwischen monatlichen, zweimonatlichen oder vierteljährlichen Varianten wählen. Üblicherweise sind hier auch Einmalanlagen möglich. Sowohl die Investmenthöhe als auch der Rhythmus kann zu jeder Zeit neu angepasst werden.

Mit der Sparrate werden dann Anteile eines bestimmten Fonds gekauft, wodurch man automatisch in die dort hinterlegten Wertpapiere investiert. Entwickelt sich der Kurs positiv, so ist man grundsätzlich durch die Fondsanteile an der Rendite beteiligt. Gleichwohl verlieren die Anteile bei einer negativen Kursentwicklung an Wert. Ein Fonds wird in der Regel von einer Fondsgesellschaft, beziehungsweise einer Kapitalverwaltungsgesellschaft aufgelegt und auch verwaltet. Grundsätzlich wird der Fonds von einem sogenannten Fondsmanager bestückt, sprich dieser wählt die Wertpapiere aus, in die der Fonds investiert. 

Es gibt sehr viele verschiedene Arten von Fonds. Wir haben euch im Folgenden einige Beispiel aufgelistet:

Aktienfonds

ETFs (börsennotierte Indexfonds)

Rentenfonds (festverzinsliche Werte, Anleihen)

Mischfonds aus Aktien, Anleihen, Zertifikaten, Sachwerten etc.

Dachfonds

Branchenfonds (z. B. Immobilienfonds, Technologiefonds, usw.)

Geldmarktfonds

Generell lassen sich Fonds in zwei Hauptgruppen unterteilen, zum einen die aktiv und zum anderen die passiv gemanagten Fonds. Bei den sogenannten aktiv gemanagten Fonds entscheidet der jeweilige Fondsmanager über Auswahl und Handel der Wertpapiere. Ein klassisches Beispiel für passiv gemanagte Fonds sind Indexfonds oder ETFs. Bei diesen ändert sich die Konstellation der Wertpapiere nur, wenn sich auch im zugrundeliegenden Index etwas ändert. Denn diese versuchen einen Index, wie beispielsweise den DAX möglichst exakt abzubilden.

Für wen rentiert sich ein Fondssparplan?

Fondssparpläne lohnen sich vor allem für Anleger, die auf langer Sicht Vermögen aufbauen wollen. So werden jene Anlagetypen nicht selten von Eltern oder Großeltern, die für ihre Kinder oder Enkel sparen, genutzt. Doch auch in jungen Jahren beginnen viele Menschen damit ihr Gehalt regelmäßig in Fonds zu investieren, um für später vorzusorgen. Grund dafür ist, dass bei einem gutdurchdachten Fondssparplan Verluste eher die Ausnahme sind. Trotzdem bestehen gewisse Risiken, sodass wir euch ein paar Fonds rausgesucht haben, die sich besonders gut für vorsichtige Anleger eigenen:

So beispielsweise die Mischfonds, welche verschiedene Anlageklassen wie Anleihen, Rohstoffe, Aktien, oder Immobilien beinhalten. Weiterhin eigenen sich hier die eher risikoarmen ETFs, dies sind börsenorientierten Indexfonds welche zum Beispiel einen Aktienindex wie den DAX nachbilden. ETFs sind ebenso sehr beliebt, da sie in der Regel deutlich kosteneffizienter sind. Grund dafür ist, dass sie nicht aktiv verwaltet werden. 

Über die sogenannte Total Expense Ratio oder auch „Gesamtkostenquote“ werden die jährlichen laufenden Kosten angegeben. Diese werden anteilig vom Fondsvermögen abgezogen und setzten sich zusammen aus den Depotbankgebühren, den Lizenzgebühren für den nachgebildeten Index, den Verwaltungsgebühren und den Vertriebsgebühren. Zudem empfehlt sich eine Anlage in Rentenfonds, denn hier wird die Sparrate vornehmlich in Anleihen angelegt. Maßgeblich wird hier auf überdurchschnittliche Renditen im Hinblick auf Kaufpreis und Verzinsung geachtet. Grundsätzlich werden bei Erwerb von Investmentfondsanteilen immer gewisse Kosten fällig, so beispielsweise der Ausgabeaufschlag oder die Orderkosten. Bei dem Ausgabeaufschlag handelt es sich um ein einmaliges Entgelt, welches beim Erwerb von Fondsanteilen zu zahlen ist.

Die Orderkosten sind ein Prozentsatz des Ordervolumens oder auch ein fester Betrag pro Order. Besonders die jungen Neobroker wie Trade Republic werben mit niedrigen Orderkosten, welche den Anreiz für kleine Investments stärken sollen. Dieser Tage wird nicht nur politisch über eine zentral organisierte Aktienrente debattiert, auch Betriebe zentralisieren die Anlagen ihrer Mitarbeiter durch zusätzliche Zahlung von sogenannten vermögenswirksamen Leistungen. 

Dies gestaltet sich folgendermaßen: Mitarbeiter erhalten im Monat einen bestimmten Betrag, welcher dann direkt in eine vom Arbeitnehmer festgelegte Anlageform investiert wird, ohne dass sich das Geld vorher auf das Konto desselben bewegt.

Doch was sind die Vor- und Nachteile eines Fondssparplans?

Ob ein Fonds die richtige Anlageklasse ist, hängt von dem Anleger selbst ab. Maßgebliche Faktoren sind hierbei die monatliche Sparrate, der geplante Anlagezeitraum und die Risikoaffinität. Vorteilhaft ist zum einen, dass aufgrund des Investments in verschiedene Wertpapiere das Verlustrisiko massiv gestreut werden kann. Zum anderen kann schon mit niedrigen Beträgen in Wertpapieranteile großer Unternehmen investiert werden.

Gleichwohl verbergen sich auch hier ein paar Nachteile. So schützt auch ein aktives Fondsmanagement nicht vor möglichen Verlusten, auch ein Totalverlust ist entgegen diverser Behauptungen nicht ausgeschlossen. Ebenso sind auch die Kosten beim Erwerb eines Fonds in Teilen sehr komplex. Daher sollte man sich auf alle Fälle im Vorfeld genau informieren.

ein Artikel von
Pauline Brinkmann
Pauline ist 23 und studiert in Potsdam und Lausanne Rechtswissenschaften. Ihr besonderes Interesse gilt jedoch nicht Mietverträgen, sondern politischen und gesellschaftlichen Prozessen."