Vermeintliche Schnäppchen

5 Prospekt-Tricks, mit denen Shops dich veräppeln wollen

von Christoph Janke

Shops hauen in ihren Prospekten mächtig auf die Pauke. Doch nicht selten entpuppt sich ein vermeintliches Schnäppchen als Fehlkauf. ZASTER erklärt, wie du Werbeflunkereien auf die Schliche kommst.

1. Mondpreise zum Vergleich

Man kennt’s vom Teppichhändler, Matratzenmarkt und Möbelhaus: Die Einbauküche um Tausende Euro reduziert, Matratzen 80 Prozent unter der unverbindlichen Preisempfehlung und zwei Perser zum Preis von einem. Auch in Anzeigen wimmelt es von durchgestrichenen Preisen, Rabatten und unfassbaren Preissenkungen. Oft sind die „Ursprungspreise“ aber ausgedacht und haben mit der Realität nichts zu tun. Im Fachjargon ist die Rede von „Mondpreisen“, die keiner bezahlt und die schlicht dazu gedacht sind, einen möglichst dicken Rabatt vorzugaukeln. Nicht selten erhöhen die Händler kurz vor der Rabattaktion noch schnell die Preise, dann macht sich der Preisnachlass noch besser. Kunden fallen gerne darauf rein: Die Hoffnung auf ein Schnäppchen ist einfach größer als die Zweifel am Rabatt.

2. Preisvergleich unmöglich

Clevere Kunden greifen bei Prospektangeboten nicht blind zu, sondern vergleichen erst einmal den beworbenen Preis mit dem von Internethändlern – etwa über eine Preissuchmaschine. Das ist den Händlern schon länger ein Dorn im Auge, denn allzu oft entpuppt sich das vermeintliche Schnäppchen als teuer. Große Elektronik-Discounter haben dagegen ein wirksames Mittel parat. Sie verschleiern mit den unterschiedlichsten Tricks einfach die Vergleichbarkeit der angebotenen Produkte. Das ist nicht so schwer, beispielsweise durch „zufällige“ Tippfehler oder unvollständige oder weggelassene Typenbezeichnungen oder eigene Modellnummern.

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3. Fachsprache & Abkürzungen

Beim Blick in die technischen Daten verstehen viele Otto-Normal-Kunden nur Bahnhof. Ein Beispiel: Ist das Notebook mit „AMD Quad-Core A8-7410 Prozessor“ schneller oder langsamer als das mit „Intel Core i3-5010U“? Das wissen – wenn überhaupt – nur Fachleute. Von so einem Fachkauderwelsch lassen sich unbedarfte Kunden aber leicht beeindrucken und kaufen womöglich einen technisch veralteten Ladenhüter.

4. Bis-zu-Angaben

Wenn Zahlen ins Spiel kommen, taucht verdächtig oft der Zusatz „bis zu“ auf. So halten Akkus in Handys bis zu 300 Stunden, der DSL-Anschluss überträgt Daten mit bis zu 50 Mbit/s und der Drucker druckt bis zu 30 Seiten pro Minute. Das Einzige, was an diesen Werten stimmt? Sie werden in der Praxis mit Sicherheit nicht erreicht. Hersteller und Verkäufer sichern sich schwammigen Formulierungen gegen Ansprüche enttäuschter Kunden ab.

5. Siegel- und Testsieger-Logos

Bunte Test-Logos machen sich in Prospekten besonders gut, beweisen sie doch, dass unabhängige Magazine oder Prüfinstanzen das Produkt getestet und für gut befunden haben. Oberflächlich betrachtet mag das stimmen, über Stärken und Schwächen eines Produkts sagt ein Test-Logo allein aber wenig aus. Ebenso bleibt offen, für welche Zielgruppe der Test geschrieben wurde, was getestet wurde, welche Konkurrenzprodukte am Test teilgenommen haben und welche nicht usw.

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Christoph Janke