© Mufid Majnun / Unsplash
INFLATION

Spartipps, um der Inflation zu trotzen

von Eileen Wegner

Die Inflation liegt dieses Jahr bei 4,9 Prozent. Das merken wir alle gerade enorm. Die Lebensmittel sind teurer geworden. Vor allem bei Eiern und Tomaten merken wir es. Aber auch andere Obst- und Gemüsesorten kosten derzeit so viel, dass das Gärtnern auf dem Balkon immer attraktiver wird.

Auch das Heizen tut dem Portemonnaie weh. Strom, Sprit und Heizung haben noch nie so viel gekostet wie aktuell. Wer Zuhause mit Heizöl heizt, musste im September bis Dezember 2021 fast 100 Prozent (!) mehr zahlen als es noch 2020 der Fall war. Die Strompreise sind um rund 40 Prozent (!) gestiegen. Noch nie musstest du dafür so viel zahlen. 

Viele Billiganbieter haben auch schon reagiert und haben ihre Strom- und Gaskundschaft gekündigt. Für die daraus resultierenden NeukundInnen haben die jetzigen AnbieterInnen auch nur saftige Verträge im Angebot. Bei einem Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 5000 Kilowattstunden sind die zusätzlichen Gaskosten allein auf 2441 Euro (!) gestiegen. 

Die Politik will hier unterstützen und bei WohngeldempfängerInnen mit einem Zuschuss von 135 Euro pro Kopf helfen. Auch, wenn dich diese Hilfe nicht erreicht, bist du dem nicht hilflos ausgeliefert. Unabhängig davon wie und woher du dein Einkommen erzielst, haben wir hier für dich Tipps, wie du der Inflation trotzen kannst. 

1
Strom sparen

Normalerweise ist der erste Tipp, wenn die Strompreise steigen, den Stromanbieter zu wechseln. Das bringt allerdings derzeit nicht viel. Da sich fast alle AnbieterInnen auf einem ähnlich hohen Niveau befinden. Daher bleibt dir nicht viel übrig, als Strom zu sparen, wenn du schon nicht am Preis sparen kannst.

Das heißt: Licht aus, wenn du nicht im Raum bist, auf das Vorheizen des Backofens verzichten und die Restwärme beim Kochen nutzen, Laptop über Nacht ausmachen und nicht permanent am Strom lassen. Energiesparlampen, Mehrfachsteckdosen mit Kippschalter sollten sich im besten Fall schon in deinem Haushalt befinden und auch genutzt werden.

Mit Smartgeräten kannst du auch Geld sparen und diese programmieren, wann welche Geräte ausgeschaltet sein wollen. Zum Beispiel kannst du dein Wlan und das gesamte Licht über Nacht ausmachen, die Steckdosen übers Wochenende im Büro ausgeschaltet lassen oder in den Abendstunden nur gedämpftes Licht nutzen.

2
Geld zurück

Falls dein Stromvertrag im Zuge der starken Preiserhöhung seitens des Anbieters gekündigt wurde, solltest du folgendes tun: Den Zählerstand notieren oder versuchen ihn zu rekonstruieren. Das ist wichtig für die Abrechnung. Außerdem solltest du versuchen den bisherigen Anbieter nicht einfach so davonkommen zu lassen. Laut der Verbraucherzentrale NRW ist der einseitige Lieferstopp ein Vertragsbruch und KundInnen können sich die höheren Kosten des Grundversorgers als Schadensersatz zurückholen. Musterschrieben gibt es online.

3
Weniger oder anders heizen

Nicht nur beim Strom, sondern auch beim Heizen, kannst du mit ein paar Kniffs Geld sparen.

Achte darauf, dass deine Heizung frei ist und gut heizen kann. Deswegen sollten alle Möbel mindestens 30 Zentimeter von der Heizung entfernt stehen. Räume in den man sich nicht aufhält nur minimal beheizen. Manche Räume wie kleine Küchen müssen manchmal kaum beheizt werden. Heizung auch tagsüber runterdrehen und / oder ausschalten und wenn du wegfährst, musst du deine Wohnung nicht unnötig aufwärmen.

Wer etwas Geld in die Hand nimmt, kann seine Heizung auch mit einem smarten Thermostat ausstatten, das zu vorprogrammierten Zeiten heizt und somit hilft, langfristig Heizkosten zu senken. Dämmplatten hinter die Heizung zu stecken, kann ebenfalls helfen Heizkosten zu senken.

Die Mutti-Klassiker a la dicke Socke oder Strickjacke drüberziehen, gehen natürlich auch immer und Wolldecken haben sich schon seit Jahrtausenden bewährt.

4
Richtig tanken

Wer noch den Luxus eines eigenen Autos hat, kann auch mit cleveren Tanken Geld sparen. Verschiedene Apps und Onlineportale zum Beispiel können dir günstige Tankstellen in deiner Nähe anzeigen.

Neben Standort entscheidet auch die Uhrzeit über den Benzinpreis. Eine Studie des ADAC hat gezeigt, dass das Tanken morgens am teuersten ist. Das passt zum Tagesrhythmus der meisten Menschen, die morgens auf dem Weg zur Arbeit noch schnell tanken wollen oder müssen. Am günstigsten ist es daher nach Feierabend zwischen 18 und 19 Uhr und zwischen 20 und 22 Uhr.

Wer an der Grenze lebt, sollte nun dem Tanktourismus frönen und häufiger mal das Land verlassen, um den Tank vollzumachen. In Polen kosten der Liter Diesel 1,27 Euro, Super Bleifrei 1,26 Euro, Super Plus 1,32 Euro. Auch in Österreich und Tschechien sind der Diesel mit 1,40 Euro beziehungsweise 1,46 Euro und Benzin deutlich billiger als hier bei uns.

5
Aufs E-Auto umsteigen oder komplett stehen lassen

E-Autos haben viele Vorteile. Sie sind besser für die Umwelt, der Neukauf wird staatlich gefördert und auch wenn du den Wertverlust berücksichtigst, ist es günstiger elektrisch zu fahren. Vor allem, wenn du dein Auto bei der Arbeit laden kannst.

Ansonsten kann es sich für dich lohnen, dein Auto vielleicht auch mal endgültig stehen zu lassen. Zumindest in Städten bist du meist gut angebunden und kommst überall ohne eigenes Auto hin. Carsharing, E-Roller und Co. ist in sehr vielen Großstädten flächendeckend vorhanden.

6
Flexibler Einkaufszettel

Als treue:r ZASTER-LeserIn weißt du ja bereits, dass du dank Einkaufszettel so einiges sparen kannst, weil du Spontaneinkäufe vermeidest. Aufgrund der aktuellen hohen Lebensmttelpreise kannst du aber auch mal deinen Einkaufszettel flexibel halten, insbesondere was Obst und Gemüse angeht. Anstatt Birnen, sind Äpfel gerade im Budget und dank der kalten Temperaturen in Spanien kosten Tomaten sehr viel.

Dennoch ist ein Einkaufszettel sehr sinnig, denn die teuersten Lebensmittel sind die, die du gar nicht isst und im Müll landen. Daher gehe lieber häufiger in den Supermarkt und kaufe kleinere Mengen verderblicher Lebensmittel, anstatt sie in großen Mengen in den Müll zu werfen, weil sie schlecht geworden sind.

image_print
ein Artikel von
Eileen Wegner
Eileen ist Journalistin, Podcasterin und leidenschaftliche Sparfüchsin. Sie ist ihren Eltern sehr dankbar, dass sie ihr beigebracht haben mit Geld umzugehen. Diese Tipps gibt sie nun an ihren Sohn weiter - und natürlich bei ZASTER.