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Geldanlage

So kannst du in Gold investieren

von Nils Matthiesen

Gold gilt in Krisenzeiten als besonders sicher. Aber Gold ist nicht gleich Gold. ZASTER stellt dir vier unterschiedliche Anlageformen vor.

Der Goldpreis ist in den vergangenen zwölf Monaten um rund ein Drittel gestiegen. Aktuell liegt er bei 1.565,40 EUR pro Feinunze. Die Bank of America hält es für möglich, dass er sich in den kommenden 18 Monaten auf bis zu 3.000 US-Dollar pro Feinunze erhöhen könnte. Dass sich dieser Trend fortsetzt, ist dank milliardenschwerer Geldspritzen und Corona-Hilfsprogramme der Regierungen gut möglich. Die Geldflut in Form der vielen Kredite macht den Kauf von Gold attraktiver: Auf diese Weise erhöht sich die sich im Umlauf befindende Geldmenge. Und damit unter bestimmten Bedingungen die Inflation. Gold hingegen gilt als grundsolides Investment für Krisenzeiten: Meist schießt der Wert des Edelmetalls dann nach oben. Doch welche Möglichkeiten hast du, wenn du dich jetzt dafür entscheidest, Gold zu kaufen? Wir stellen dir vier Anlageformen vor.

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Goldbarren und Münzen

Für Kleinanleger ist Gold im Vergleich zu anderen Rohstoffen leichter zugänglich. Jeder kann es in Form von Münzen und Goldbarren bei Edelmetallhändlern erwerben. Verglichen mit einem Barrel Öl brauchst du zum Aufbewahren von Gold auch nicht viel Platz. Allerdings hat das Aufbewahren andere Tücken: Du musst es an einem sicheren Ort lagern, wo es vor Dieben sicher ist. Ein Kilo Goldbarren kostet zurzeit ca. 50.000 Euro. Goldbarren gibt es in Größen von einem Gramm bis zu einem Kilogramm. Alternativ dazu bieten sich Münzen an: Ihr Preis richtet sich nach ihrem Goldgehalt, hinzu kommt ein kleiner Aufschlag. Am besten setzt du auf bewährte Prägungen wie den Canadian Maple Leaf, den südafrikanischen Krügerrand, den Wiener Philharmoniker oder den American Eagle. Egal, ob du Barren oder Münzen bevorzugst: Stelle sicher, dass du bei einem seriösen Händler kaufst. Gute Anlaufstellen sind Vergleichsportale wie gold.de. Achte hier auf „geprüfte Händler“.

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Schmuck

Schmuck ist in der Regel nicht die beste Möglichkeit, in Gold zu investieren. Und zwar deshalb, weil dein Kaufpreis in der Regel deutlich höher ist als der Goldwert deines erstandenen Schmucks. Dies ist auf die Verarbeitung und den Einzelhandelsaufschlag zurückzuführen. Für Münzen oder Goldbarren spricht auch, dass sie sich einfacher wieder verkaufen lassen als Schmuck.

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Gold-ETFs

Ist es dir zu unsicher und aufwendig, Gold bei dir zu Hause zu lagern, könnten Fonds und ETFs, die den Wert des Rohstoffs nachbilden, eine Alternative für dich sein. Diese kannst du einfach und unkompliziert jeden Tag kaufen und verkaufen. Der SPDR Goldaktien (GLD) ist beispielsweise einer der ältesten ETFs, der die Entwicklung des Goldindexes widerspiegelt. Er ist mit physischem Gold hinterlegt, das bedeutet: Wenn der Goldwert steigt, steigt auch der Wert des ETFs. Die Entwicklung des ETF-Kurses muss jedoch nicht immer den Kurs exakt nachbilden, er kann davon abweichen, wenn beispielsweise Fondsgebühren fällig werden. Andere Fonds hingegen investieren in Goldbarren UND in Aktien. Diese Aktien haben ihr Geschäft meist im Bereich der Goldförderung, -raffination oder -produktion. Hier spielen verstärkt Faktoren eine Rolle, die nicht direkt mit dem Goldpreis zusammenhängen. Aus diesem Grund ist die Investition in einen ETF inklusive Goldaktien auch noch riskanter.

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Goldminenaktien

Eine noch riskantere Wette auf Gold sind Goldminenaktien. Hier solltest du bedenken, dass die Kurse sich nicht im Einklang mit den Goldpreisen bewegen. Andere Faktoren haben hier einen großen Einfluss: Der unternehmerische Erfolg von Bergbauunternehmen beispielsweise hängt in erster Linie von den geschäftlichen Fähigkeiten des Managements ab. Goldaktien bieten daher noch viel weniger Sicherheit als die des physischen Besitzes von Gold.

Fazit

Gold als Vermögensanlage ist nicht so sicher, wie viele denken. Als Beimengung zu anderen Anlagen ist die Investition in das Edelmetall aber eine Option. Wenn du deinem Aktiendepot Gold beimischen möchtest, eignen sich Fonds und ETFs. Wenn du dich gegen eine systemweite Krise schützen willst, können Goldbarren und Münzen für dich eventuell eine Option sein.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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