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Planen statt Hamstern

Vorrats-Rechner: So ermittelst du genau, was du wirklich brauchst

von Moritz Weinstock

Einige Nagetiere hamstern, lege Vorräte an für harte Zeiten. Doch was der Mensch ihnen in Krisenzeiten nachahmt, hat selten mit viel Verstand zu tun. Wir zeigen, wie du es richtig machst.

Immer wieder posten besorgte Bürger Fotos von leeren Supermarktregalen in den sozialen Netzwerken. Doch trotz der Fernsehansprache von Angela Merkel, in der sie ausdrücklich darauf hingewiesen hat, dass es in Deutschland keine Versorgungsengpässe im Bereiche der Lebensmittel geben wird, tun es viele Menschen nach wie vor: hamstern!

Vor allem Klopapier steht bei den Skeptikern hoch im Kurs, warum, ist jedoch selbst Branchenexperten unklar. Der niederländische Ministerpräsident beruhigte indes seine Bürger auf ganz andere Weise:

Tragisch ist an der ganzen Sache jedoch, dass eben solche Posts von leeren Regalen weiter Angst schüren und den Trend der Hamsterkäufe nur noch verstärken. Besonders trifft es schlussendlich diejenigen, die untertags arbeiten müssen und keine Zeit für Einkäufe haben. Sie stehen dann oft mit leeren Händen da. Noch stärker belasten Hamsterkäufe Menschen, die nicht groß hamstern können, weil ihnen schlicht das Geld dazu fehlt. Sie können dann mit dem Wenigen, das sie haben, kaum noch die nötigsten Dinge kaufen.

Vorräte anlegen macht Sinn, aber in Maßen!

Dabei ist grundsätzlich überhaupt nichts gegen das Anlegen von Vorräten einzuwenden, im Gegenteil. Es macht Sinn, ganz unabhängig von Krisen, stets etwas mehr als man braucht Zuhause zu haben. Denn einerseits lässt sich mit dem gezielten Einkaufen von Sonderangeboten profitieren, was letztlich auch dem Geldbeutel guttut.

Zum Anderen sparst du dir auf diese Weise den täglichen Gang zum Supermarkt, und folglich Zeit und Nerven. Wenig Sinn macht es allerdings, kiloweise Nudel, Reis und Konservendosen anzuhäufen – ganz zu Schweigen von kilometerweise Klopapier.

Nur ein Beispiel: Vorräte für 3 Personen und 10 Tage. Mit dem Vorratsrechner des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft lässt sich sehr kalkulieren, wie viel du wirklich brauchst.
Nur ein Beispiel: Vorräte für 3 Personen und 10 Tage. Mit dem Vorratsrechner des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft lässt sich sehr kalkulieren, wie viel du wirklich brauchst. © Screenshot | Vorratskalkulator des BMEL

Wie viel brauche ich überhaupt pro Person und Tag?

Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft liegt die durchschnittliche Energiezufuhr eines Erwachsenen bei etwa 2.200 Kcal pro Tag. Ausgehend von diesem Wert ist es natürlich notwenig, dass du diese Menge in möglichst vielfältiger Form zu dir nimmst.

Wie genau so eine reichhaltige Ernährung aussehen kann und wie du für dich und andere besser vorausplanst, verrät dir der Vorratskalkulator des Bundesministeriums. Hier kannst du die Anzahl an zu versorgenden Personen und den Zeitraum festlegen, für den der Proviant ausreichen soll.

Natürlich sind diese Ernährungsvorschläge und Mengen nicht in Stein gemeißelt, doch sie sind eine gute Orientierung für all jene, die lieber auf der sicheren Seite sein und zumindest ein Stückweit Vorräte anlegen wollen.

Wer so einkauft, ist alles andere als ein Hamster. Wer so einkauft, sorgt sinnvoll und mit Rücksicht auf andere vor. Das ist es, was wir in dieser Zeit brauchen – und keine Fotos von leeren Supermarktregalen!

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Moritz Weinstock
Moritz Weinstock
Moritz hat Kommunikationswissenschaften in Wien studiert und seine Leidenschaft fürs Schreiben mit nach Berlin gebracht. Nach lehrreichen Jahren als Redakteur bei einem Motorradmagazin, ist er nun als Channel-Editor für ZASTER tätig. Sein Zugang zur Wirtschaftswelt: er lebt auf zehn Quadratmetern und spart, was das Zeug hält.

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