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Vorsatz für das neue Jahr

Darum solltest du beim Shopping eher Verzicht üben

von Nils Matthiesen

Kaufen, kaufen, kaufen – in unserer Welt dreht sich alles um Geld verdienen und Konsum. Warum du dabei nicht mitmachen solltest, erklärt dir ZASTER.

Der Start in ein neues Jahr ist eine gute Gelegenheit, deine Gewohnheiten zu überdenken. Damit ist nicht allein dein Essverhalten und mehr Sport gemeint, sondern auch Dinge, die dein Geld betreffen. Denn eines steht fest: Das Gefühl, mehr als genug Zaster zu haben, kommt eher selten vor. Einer der wichtigsten Punkte, die daher auf deinem Zettel stehen sollten: Kauf bewusster!

Konsum regiert die Welt

Denn unsere Welt ist süchtig nach Konsum. Dahinter steckt eine Wirtschaftsideologie, die den unersättlichen Erwerb von Waren und Dienstleistungen fördert. Der Schmierstoff, der den Kreislauf in Bewegung hält, ist Geld. Jeder will mehr davon haben, vor allem große Unternehmen. Aus diesem Grund wollen sie dich verführen. Ständig bringen sie neue Produkte auf den Markt, die dir suggerieren: "Du musst mich haben. Ich mache dein Leben besser. Was du hast, ist Schrott."

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Kaufen macht (nicht) glücklich

Macht Konsum dein Leben aber wirklich besser? Manchmal sicher schon. Aber wahrscheinlich weißt du auch, dass die Freude über ein neues Produkt oft nur von kurzer Dauer ist. Und wenn sie weg ist, ist dein Geld leider auch dahin. Geld, für das du hart gearbeitet hast. Geld, das nun nicht mehr für sinnvolle Investitionen zur Verfügung steht.

Nur, wie ist es nun um deine finanzielle Freiheit bestellt? Um sie zu erreichen, solltest du deine Kauflust zügeln. Aber vielleicht hast du ja Glück und du zählst überhaupt nicht zu den kaufanfälligen Menschen?

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Zwei Shopping-Typen nach Schwartz

Laut Barry Schwartz, Autor des Buches „The Paradox of Choice: Why More Is Less“, gibt es nämlich grob zwei Shopping-Typen: Die eine kauft spontan und ohne viel zu überlegen („satisficers“). Sie konzentrieren sich allein auf das, was gut genug zu sein scheint, um die Mindestansprüche zu erfüllen.

Die andere Gruppe überdenkt Kaufentscheidungen bis ins kleinste Detail. Diese „maximizers“ glauben, dass es das ideale Produkt gibt und machen es sich zur Aufgabe, es zu finden. Aber selbst wenn sie es gefunden haben und kaufen, sind sie oft noch nicht glücklich. Schließlich könnte es noch ein besseres Produkt geben.

Entsprechend scheinen die Satisficers vordergründig zufriedener mit ihren Entscheidungen zu sein. Meist hält die Freude aber nicht lang an. Denn genau das zu finden, was man nach sorgfältiger Recherche kaufen möchte, macht sehr viel glücklicher, als sich mit dem zufrieden zu geben, was gut genug ist.

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Erst denken, dann kaufen

Du musst zudem verinnerlichen, dass du (gerade als junger Mensch) es erst einmal schaffen musst, einen Ressourcen-Überschuss zu erzielen – und zwar regelmäßig. Nur dann kann es dir gelingen ein Vermögen aufzubauen, von dem du dein ganzes Leben profitierst. Kontraproduktiv ist dagegen, sofort jeden Euro, den du übrig hast, in Konsum und überflüssige Produkte zu stecken, die dich auf lange Sicht nicht glücklich machen.

Mach eine Spar-Challenge

Versuche einmal ganz bewusst, einen Monat lang auf allen Schnickschnack zu verzichten, also alles, was nicht wirklich notwendig ist. Zum Beispiel überflüssige Klamotten, die sowieso im Schrank versauern, teure Snacks, Taxifahrten aus Bequemlichkeit und vermeintliche Schnäppchen, die du sowieso nicht brauchst. Das mag schwierig klingen – ist es auch. Denn wir sind auf Konsum programmiert.

Spaßiger wird’s, wenn du gegen einen Freund antrittst. Wer schafft es, innerhalb eines Monats weniger Geld auszugeben? Diese Gamification schärft die Fähigkeit, bewusster mit Geld umzugehen. Du hast dadurch mehr in der Tasche – und kannst es so für sinnvolle Anlagen ausgeben, die für dich arbeiten.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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