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Green Power

Der erste vollelektrische Porsche kommt 2020

von Moritz Weinstock

Auch als Hersteller von Luxussportwagen darf man sich der Zukunft nicht verschließen. Porsche geht jetzt All-in und bietet zu den bereits bestehenden Hybrid-Modellen bald einen ersten vollelektrischen Familien-Sportler. ZASTER hat die Fakten zum neuen Taycan.

Tesla muss sich warm anziehen, denn die etablierten Automobilhersteller schlagen zunehmend den selben Weg ein wie der noch vergleichsweise junge Autobauer aus dem Silicon Valley. Elektro ist keine reine Start-Up-Musik mehr, auch andere geigen die neuen Töne nach - und holen in einem Tempo auf, dass sich sehen lassen kann. Batterietechnik und Elektromotoren lassen sich eben schnell einkaufen, Know-how im Autobau haben sie hingegen ohnehin seit Jahrzehnten.

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Aus Studie wird Realität


Bei Porsche steht mit dem Taycan der erste vollelektrische Sportwagen in den Startlöchern und er hat, entgegen der klassischen Vorstellung eines Kurvenschluckers, vier ausgewachsene Sitzplätze
. Bedeutet: Die Neukreation aus Zuffenhausen geht in direkte Konkurrenz zu Teslas Model S, und erweitert die eigene Viersitzerflotte um jede Menge Leistung. Dabei bleibt der Taycan erstaunlich nah an der 2015 ebenfalls auf der IAA (Internationale Automobil Ausstellung) vorgestellten Studie „Mission E“, mit der Porsche damals einen Blick hinter die Kulissen seiner Forschungs- und Entwicklungsabteilung bot.

Was kann er denn?


Bevor wir uns aufs Können konzentrieren, wollen wir verraten was der Sportwagen kosten wird. Der Startpreis liegt aktuell bei rund 152.000 Euro für den Taycan Turbo. Dafür bekommst du aber auch 625 PS und bis zu 850 Nm Drehmoment aus den vier Motoren (einer an jeder Achse). Von der Eisdiele auf Tempo 100 gelingt der Angebersprint in 3,2 Sekunden, wovon wir natürlich schwer abraten.

Schluss ist bei 260 km/h und nach 450 Kilometern. Dann musst du an die Ladestation, wobei Porsche bei der Batterie mit einer echten Weltneuheit aufwartet. Denn entgegen aller Konkurrenzmodelle aus dem Elektrobereich, verbaut Porsche eine Batterie, die eine Systemspannung von 800 statt 400 Volt ermöglicht. Das soll sich vor allem beim Laden bemerkbar machen: nur etwas über 22 Minuten soll es dauern, bis der Taycan 80 Prozent voll ist. Zudem gibt es einen Schnellladeoption, die in fünf Minuten 100 Kilometer Reichweite in das Stromreservoir des Sportwagens pumpt.

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Kommandozentrale wie im Raumschiff


Im Innenraum gleicht der Taycan einer top ausgerüsteten Zockerhöhle mit jeder Menge (bis zu vier) Displays. Knöpfe und analoge Instrumente, wie bei herkömmlichen Autos, gehören hier nahezu der Vergangenheit an. Stattdessen werden alle notwendigen Informationen für den Fahrer auf einem 16,8 Zoll großen, gekrümmten Display angezeigt. In der Mittelkonsole kommt Direct-Touch-Technologie auf einer iPad-großen Fläche zum Einsatz, mit der Fahrer oder Beifahrer für ihr körperliches und seelisches Wohl (Sitzheizung, Raumtemperatur, Multimedia etc.) sorgen können. Zusätzlich ist über dem Handschuhfach auf Beifahrerseite ein weiteres 10,9 Zoll großes Display verbaut, das Entertainment nur dann liefert, wenn auch jemand neben dem Fahrer sitzt - um Ablenkung zu vermeiden.

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Fazit


Alles in allem wirkt der Taycan wie eine Mischung aus Panamera und Porsche 911. Er hat vier Sitzplätze, ist aber deutlich kürzer als der Panamera. In der Turbo S Ausführung hat er allerdings mit 761 PS im kurzweiligen Overboost-Modus und einer Beschleunigung von 2,8 Sekunden auf Tempo 100 sogar fast krassere Leistungswerte als der reinrassige Rennwagen 911 GT2 RS. Echte Porsche-Fans werden sagen, dass auch das (denn nur ein 911er ist eine „echter Porsche“) kein Porsche mehr ist. Aber spätestens wenn es sie mit bis zu 1,2 G in die fein verkleideten Schalensitze drückt und ruckelfrei Richtung Topspeed schiebt, werden sie vielleicht umdenken. Bis zum Verkaufsstart Anfang 2020 darf es nur kein Tempolimit auf deutschen Autobahnen geben, sonst tuts auch ein VW Polo.

ein Artikel von
Moritz Weinstock
Moritz Weinstock
Moritz hat Kommunikationswissenschaften in Wien studiert und seine Leidenschaft fürs Schreiben mit nach Berlin gebracht. Nach lehrreichen Jahren als Redakteur bei einem Motorradmagazin, ist er nun als Channel-Editor für ZASTER tätig. Sein Zugang zur Wirtschaftswelt: er lebt auf zehn Quadratmetern und spart, was das Zeug hält.

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