Alte Klamotten aussortieren und irgendwo im Internet für schnelles Geld verkaufen – so lautet zumindest das einfache Prinzip. Doch nicht alle Kleidungsstücke und Accessoires bringen auf jeder Plattform im Internet gleich viel Geld. Kleiderkreisel, Kleiderkorb, Ebay und unzählige andere Angebote mehr machen den Second-Hand-Handel im Internet mittlerweile ziemlich unübersichtlich. Und auch nicht jedes Auktions-Tool eignet sich für alle ausgedienten Stücke gleichermaßen. Wo du für welches Teil am meisten bekommst und wo der höchste Profit winkt, verraten wir dir in unserer Übersicht.
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Vinted (ehemals Kleiderkreisel)
Vinted – vielen noch unter dem alten Namen Kleiderkreisel bekannt – ist Europas größte Plattform für gebrauchte Kleidung, Schuhe und Accessoires. Europaweit sind über 550 Millionen Modeartikel gelistet. Da sich das Angebot auf Mode und Beauty beschränkt, kannst du hier erfahrungsgemäß mehr Geld für Gebrauchtes rausholen als auf Generalisten-Plattformen wie Kleinanzeigen, die Produkte aus allen denkbaren Rubriken anbieten. Beim Erstellen deines Angebots legst du einen Fixpreis fest. Welcher für dein Teil realistisch ist, kannst du an vergleichbaren Angeboten messen, die dir direkt angezeigt werden. Das Besondere: Bei Vinted kannst du Klamotten, Taschen und Schuhe nicht nur verkaufen, sondern auch tauschen. Für Verkäufer ist die Nutzung kostenlos – es fällt keine Provision an. Käufer zahlen stattdessen eine Käuferschutzgebühr. Vinted hat zudem ein aktives Forum und eine große Community, was die Plattform gerade für Einsteiger attraktiv macht.
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Kleinanzeigen (ehemals eBay Kleinanzeigen)
Der Klassiker unter den Kleinanzeigen-Plattformen – seit 2024 firmiert der Dienst nur noch unter dem Namen „Kleinanzeigen“, ohne eBay im Titel. Auch hier kannst du getragene Klamotten oder Schuhe jederzeit anbieten, sowohl zum Festpreis als auch mit Verhandlungsbasis. Der Vorteil: Du erreichst ein riesiges Publikum und kannst lokal verkaufen, was Porto spart. Allerdings wird der Erlös erfahrungsgemäß nicht so hoch sein wie auf spezialisierten Mode-Plattformen, da die Seite hauptsächlich für andere Produktkategorien wie Haushalt, Elektronik oder Möbel genutzt wird. Für Alltagskleidung kann Kleinanzeigen trotzdem eine gute Wahl sein – vor allem wenn du schnell und unkompliziert verkaufen willst.
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eBay
Zusätzlich zu Kleinanzeigen gibt es natürlich auch weiterhin die klassische eBay-Auktionsplattform. Hier lohnt sich vor allem der Verkauf von Markenware und Sammlerstücken, bei denen ein Bieterwettbewerb den Preis nach oben treiben kann. Für Alltagsmode ist eBay allerdings weniger geeignet – die Gebühren und der Aufwand rechnen sich oft nur bei höherwertigen Artikeln.
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Sellpy
Sellpy ist ein schwedisches Unternehmen, das seit 2020 auch in Deutschland aktiv ist. Das Prinzip ist maximal bequem: Du schickst deine aussortierte Kleidung in einem Paket ein, und Sellpy kümmert sich um alles Weitere – Fotos, Beschreibung, Preisgestaltung und Versand. Die Plattform bietet über eine Million Artikel und prüft jedes Kleidungsstück vor dem Verkauf auf Zustand und Qualität. Das Besondere: Die Preise fallen automatisch, solange ein Artikel nicht verkauft wird – Schnäppchenjäger kommen hier also auf ihre Kosten. Für Verkäufer bedeutet das allerdings, dass du weniger Kontrolle über den Endpreis hast und die Marge durch die Servicegebühr geschmälert wird. Wer keine Lust auf eigene Fotos und Versand hat, findet bei Sellpy aber eine sehr komfortable Lösung.
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Momox Fashion
Momox kennen viele vom Bücherverkauf – inzwischen hat sich das Unternehmen aber auch im Bereich Second-Hand-Mode stark etabliert. Momox Fashion kauft deine Kleidung zu einem festen, nicht verhandelbaren Preis an. Du gibst auf der Website oder in der App ein, was du verkaufen möchtest, bekommst sofort ein Angebot und kannst das Paket kostenlos verschicken. Das Verfahren ist schnell und unkompliziert. Der Nachteil: Die Festpreise fallen häufig niedriger aus als das, was du auf Plattformen wie Vinted im direkten Verkauf erzielen könntest. Dafür hast du keinerlei Aufwand mit Käuferkommunikation, Fotos oder Versandabwicklung. Momox Fashion bietet inzwischen über 3.000 Marken und zählt zu den größten Second-Hand-Onlineshops in Deutschland.
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Vestiaire Collective
Wer hochwertige Designerstücke verkaufen möchte, ist bei Vestiaire Collective an der richtigen Adresse. Die französische Plattform hat sich auf Luxus-Mode aus zweiter Hand spezialisiert und prüft jedes verkaufte Stück auf Echtheit – ein entscheidender Vorteil bei teuren Marken wie Louis Vuitton, Chanel oder Hermès. Die Plattform ist international ausgerichtet, was die Reichweite und damit die Chancen auf einen guten Preis deutlich erhöht. Vestiaire Collective arbeitet mit einem Provisions-Modell: Je nach Verkaufspreis wird eine Gebühr fällig. Für Designer-Pieces ist die Plattform aber in der Regel die beste Wahl, weil Käufer hier gezielt nach hochwertiger Mode suchen und bereit sind, entsprechende Preise zu zahlen.
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Mädchenflohmarkt
Mädchenflohmarkt ist ein deutscher Online-Marktplatz, der sich auf gebrauchte Damenmode konzentriert – von Alltagsmarken bis hin zu Designerstücken. Die Plattform bietet neben dem klassischen Selbstverkauf auch einen Concierge-Service: Du schickst deine Kleidung ein, und das Team übernimmt Fotos, Beschreibung und Verkauf. Dafür werden allerdings bis zu 40 Prozent des Verkaufspreises als Gebühr fällig. Wichtig zu wissen: Die Plattform durchlief 2023 eine Insolvenz und wurde anschließend von einem neuen Investor übernommen. Der Betrieb läuft weiter, allerdings berichten Nutzerinnen vereinzelt von Problemen mit dem Concierge-Service. Wer den Service nutzen möchte, sollte die Bewertungen im Auge behalten und gegebenenfalls lieber selbst einstellen.
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Stuffle
Stuffle verfolgt ein ähnliches Modell wie Sellpy und Momox: Du schickst deine gebrauchten Sachen ein – nicht nur Kleidung, sondern auch Haushaltsgegenstände, Elektronik und Spielzeug – und bekommst einen Festpreis. Das Team prüft jeden Artikel auf Echtheit und Zustand. Stuffle positioniert sich als All-in-one-Lösung für alle, die beim Ausmisten möglichst wenig Aufwand haben wollen. Der Fokus liegt nicht ausschließlich auf Mode, was die Plattform besonders für Leute interessant macht, die gleich mehrere Kategorien auf einmal loswerden wollen.
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Zalando Pre-owned
Zalando hat seine eigenständige Second-Hand-Plattform (erst Wardrobe, dann Zircle) im November 2022 eingestellt. Gebrauchte Mode wird aber weiterhin direkt über die Zalando-Website und -App angeboten: Unter der Kategorie „Pre-owned“ kannst du Kleidung, die du bei Zalando gekauft hast, gegen einen Gutschein eintauschen. Auch Stücke anderer Marken lassen sich hochladen. Es handelt sich allerdings nicht mehr um einen eigenständigen Marktplatz, sondern um eine integrierte Funktion innerhalb des Zalando-Ökosystems. Für den schnellen Tausch von Zalando-Bestellungen ist das praktisch – als Hauptkanal für den Second-Hand-Verkauf eignet es sich aber nur bedingt.
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Kleiderkorb
Kleiderkorb existiert zwar weiterhin als Plattform, spielt im Vergleich zu den großen Anbietern aber nur noch eine Nebenrolle. Die Community ist deutlich kleiner als bei Vinted, und die Aktivität auf der Seite ist überschaubar. Wer dort bereits ein Profil hat, kann es natürlich weiter nutzen – als primäre Verkaufsplattform ist Kleiderkorb heute aber kaum noch empfehlenswert.
Welche Plattform für welchen Zweck?
Die Wahl der richtigen Plattform hängt davon ab, was du verkaufen willst und wie viel Aufwand du investieren möchtest:
- Maximaler Erlös bei Alltagsmode: Vinted ist die erste Wahl. Du bestimmst den Preis, zahlst keine Verkaufsgebühren und erreichst eine riesige Community.
- Maximaler Erlös bei Designermode: Vestiaire Collective bietet die höchste Reichweite für Luxus-Pieces und authentifiziert jedes Stück – das schafft Vertrauen und treibt die Preise.
- Minimaler Aufwand: Sellpy, Momox Fashion oder Stuffle nehmen dir die komplette Abwicklung ab. Dafür fällt der Erlös in der Regel niedriger aus.
- Schneller Lokalverkauf: Kleinanzeigen bleibt unschlagbar, wenn du Klamotten ohne Versandkosten direkt in deiner Nähe loswerden willst.
- Zalando-Kunden: Wer regelmäßig bei Zalando bestellt und ausrangierte Teile schnell gegen einen Gutschein eintauschen will, ist mit der Pre-owned-Funktion gut bedient.