Was sie verdient, was sie spart, was sie ausgibt

Kein Gehalt in der Ausbildung: Wie Maria L. über die Runden kommt

von Carola Tunk

Maria L. ist Auszubildende für Ergotherapie. Die 22-Jährige ist in ihrem letzten Ausbildungsjahr und absolviert gerade ein Praktikum in einer Behindertenwerkstatt.

Das sind ihre monatlichen Netto-Einnahmen:

Da die Ausbildung eine rein schulische, also keine betriebliche ist, bekommt sie kein Gehalt. Auch BaföG bezieht Maria nicht. Sie entschied sich daher, zu Hause wohnen zu bleiben. Um sich ein paar größere Anschaffungen leisten zu können, arbeitet sie zwei– bis dreimal wöchentlich an einer Tankstelle. Dafür bekommt Maria 450 Euro monatlich.

Darüber hinaus bezieht die angehende Ergotherapeutin 196 Euro Halbwaisenrente.

Das sind 646 Euro, die ihr monatlich zur Verfügung stehen.

Das sind Marias Ausgaben:

Handy: 18 Euro

Krankenkasse: Da Maria nicht familienversichert ist, muss sie monatlich 179 Euro zahlen.

Benzin: Maria teilt sich das Auto mit ihrer Mutter. Da sie oft zu ihrer Arbeitsstelle fährt, zahlt sie ihr 50 Euro monatlich Benzingeld.

So viel bleibt ihr zur freien Verfügung:

399 Euro

Und das kauft Maria sich davon am liebsten:

Maria ist seit vier Jahren mit ihrem Freund zusammen. Mit Lukas verbringt sie 80 Prozent ihrer Freizeit. Mindestens einmal im Monat gehen sie bei ihrem Lieblings-Chinesen essen. Hier gibt Maria 20 Euro aus.

Vor ein paar Monaten verbrachten die beiden einen einwöchigen Urlaub am Chiemsee. Hier ließ Maria 730 Euro. Damit sie sich diese Auszeit gönnen konnte, musste sie 4 Monate lang 150 Euro monatlich beiseite legen.

Fashion ist mir nicht so wichtig. Hier spare ich viel Geld, weil ich mir nur neue Kleidung kaufe, wenn ich sie auch wirklich brauche.

Da Maria nie viel Geld zur Verfügung hatte und ihre Eltern ihr auch nur wenig finanzieren konnten, hat Maria gelernt sehr sparsam zu sein. Deshalb ist es für sie kein Problem monatlich 200 Euro zurückzulegen. Von diesem Geld möchte sie sich bald einen neuen Laptop zulegen, da sie nach Abschluss ihrer Ausbildung Soziale Arbeit studieren möchte.

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ein Artikel von
Carola Tunk
Carola Tunk wuchs in einem Haus mit einer Bibliothek auf, findet das Internet aber auch ganz ok. Bis sie sich eine Karriere als Romanautorin leisten kann, schreibt sie für ZASTER. Carola über ihr Verhältnis zu Geld: „Ich liebe Luxus, aber im Herzen bin ich Sozialist.“