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Nicht immer günstig

Bei Online-Apotheken kannst du Geld sparen, aber nicht in jedem Fall

von Nils Matthiesen

Der Begriff „Apothekenpreise“ steht als Synonym für teuer. Online gibt es Medikamente billiger. Trotzdem lohnt sich die Bestellung nicht immer.

Wer krank ist, dem geht es schlecht. Nach dem Gang zur Apotheke geht es manchem sogar noch schlechter – die hohen Medikamentenpreise schlagen ganz schön auf den Magen. Zum Glück gibt es Internet-Apotheken, die Arzneien deutlich günstiger als lokale Apotheken anbieten. Inzwischen kauft fast jeder zweite Bundesbürger (46 Prozent) die Medikamente gewöhnlich in einer Online-Apotheke.

Die Zuwächse kommen nicht von ungefähr. Denn die Bestellung von Arzneimitteln im Internet ist nicht nur komfortabel und günstig. Obendrein lockt die vermeintliche Anonymität. Denn nicht jeder steht darauf, Mittel gegen Geschlechtskrankheiten, Flatulenz oder Depressionen in einer gut besuchten Apotheke zu erwerben.

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Sind Medikamente bei Online-Apotheken wirklich günstiger?

Ja, vor allem rezeptfreie Medikamente. Denn Apotheken mit Ladengeschäft orientieren sich meist an der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) des Herstellers, obwohl sie den Preis tatsächlich selbst festlegen könnten. Online-Apotheken werben dagegen damit, die empfohlenen Herstellerpreise konsequent zu unterbieten.

Tests haben gezeigt: Selbst die teuersten Online-Apotheken sind durchschnittlich nahezu 30 Prozent billiger als die UVP. Bei bestimmten Produkten sind sogar Rabatte von bis zu 70 Prozent möglich. Aber: Die Preise bei den Internet-Apotheken schwanken erheblich. Vergleichen lohnt sich.

Wenn du nur ein einziges, hochpreisiges Medikament benötigst, nutze eine Preis-Suchmaschine wie Medizinfuchs. Die zeigt dir schnell und zuverlässig den besten Preis samt Versandkosten von über 180 Online-Apotheken an.

Wie sind die Preise bei rezeptpflichtigen Medikamenten?

Nur EU-ausländische Versandapotheken, beispielsweise DocMorris und Shop-Apotheke, dürfen deutschen Kunden einen Preisvorteil im Zusammenhang mit der Abgabe rezeptpflichtiger Medikamente gewähren. Der Bonus beträgt mindestens 2,50 Euro pro Packung eines rezeptpflichtigen Medikamentes. Je nach Medikament und Versichertenstatus kann auch ein höherer Bonus entstehen.

© DocMorris, Tobias Zeit 2016

Wann lohnt die Bestellung bei einer Online-Apotheke?

Ausschließlich im Internet Medikamente kaufen? Das ergibt keinen Sinn. Fahre am besten zweigleisig.

Besser in der Online-Apotheke kaufen …

  • Wenn du das Medikament bereits kennst: Wenn du ein bestimmtes Mittel seit Jahren einnimmst und gut verträgst, spricht nichts gegen die Bestellung im Internet. So lässt sich jede Menge Geld sparen
  • Wenn du deine Haushalts-/Urlaubsapotheke auffüllen willst: Gerade bei großen Bestellungen von Standardartikeln lohnt der Einkauf in der Internet-Apotheke. Neben den günstigen Preisen entfallen bei großen Bestellungen die Versandkosten.

Besser in der örtlichen Apotheke kaufen …

  • Bei akuter Krankheit: Denn da musst du zu lange auf die Ankunft des Medikaments per Post warten. Auch wenn das Paket nach ein bis zwei Tagen eintrifft, ist das bei akuten Symptomen keine Lösung. Zwar bieten einige Online-Apotheken einen Expressversand an, bei dem Medikamente abends oder am nächsten Tag eintreffen. Der ist aber meist teurer.
  • Wenn du nur ein einzelnes Medikament benötigst: Fast alle Internet-Apotheken liefern erst ab einem bestimmten Warenwert versandkostenfrei. Wenn du im Falle einer Erkältung vielleicht nur Nasenspray oder Aspirin benötigst, musst du in der Regel also einige Euro für die Lieferung bezahlen. In diesem Fall kann die lokale Apotheke günstiger sein.
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Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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