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REISELUST

Kroatien und die Einführung des Euro

von Zaster Redaktion

Das beliebte Reiseland Kroatien hat zu Beginn des Jahres 2023 den Euro als Landeswährung eingeführt. Damit erhält die Eurozone Zuwachs und für Reisende wird es künftig angenehmer. Urlauber müssen nicht mehr zuerst einen Halt bei einer Bank oder Geldwechselstelle einlegen, sondern können direkt unbeschwert mit Euro bezahlen. 

Doch nicht nur das erleichtert den Urlaub. Seit 2023 zählt Kroatien jetzt auch zum Schengenraum, weshalb die Grenzkontrollen nach Slowenien wegfallen. Dies hatte in den Ferienzeiten im Sommer, wo die meisten Urlauber unterwegs waren, immer zu langen Staus an der Grenze geführt gehabt. Zukünftig können sich die Urlauber mit dem Auto auf eine entspannte Ein- und Rückreise freuen, ohne lange Wartezeiten.

Zahlung mit dem Euro

Zuvor war die Nationalwährung in Kroatien der Kuna (HRK). Es wurde ein Wechselkurs von 1 Euro = 7,53450 HRK festgelegt. Der Umtausch ist ab dem 01.01.2023 bis zum 28.02.2023 an allen Schaltern der deutschen Bundesbank möglich. Es wurde ein Tageslimit bestimmt, dass lediglich gestattet 8.000 HRK pro Person am Tag umzutauschen. Ein postalischer Umtausch ist in Deutschland ausgeschlossen.

In Kroatien hingegen ist es möglich, bis Ende des Jahres 2023 den Kuna bei Banken, Postfilialen und Finanzagenturen umzutauschen. Je nach Anzahl der Banknoten und Münzen können hierbei Gebühren für den Umtausch anfallen. Informieren Sie sich bitte hierfür bei den auswärtigen Ämtern.

Anschließend können HRK-Banknoten unbefristet bei der kroatischen Zentralbank gebührenfrei umgetauscht werden. Hingegen ist ein Umtausch der HRK-Münzen nur bis Ende des Jahres 2025 möglich.

Vereinfachung des Zahlungsverkehrs

Schon zwei Jahre im Voraus hat Kroatien im europäischen System einen festen Wechselkurs eingeführt. Damit sollte sichergestellt werden, dass es nicht zu erheblichen Schwankungen bei der Umstellung auf den Euro kommt. Dies ist dem Land trotz der Corona-Pandemie ausgezeichnet gelungen. Auch begeisterte Kroatien-Urlauber werden die Preisstabilität in den letzten Jahren festgestellt haben. 

So werden nun ebenfalls die Touristen im Jahr 2023 feststellen, dass es nicht zu großen Änderungen bei dem Urlaubsbudget kommen wird. Bereits durch den zuvor fest eingeführten Wechselkurs war es zu einer höheren Sicherheit an den Geldautomaten gekommen.

Prüfung der Umsetzbarkeit

Vor Einführung des Euro musste sich Kroatien einer wirtschaftlichen Prüfung unterziehen und zahlreiche Konvergenzkriterien erfüllen. Die EU sieht den Beitritt als Euroland nicht als zweckwendig an, sondern als eine politische Verpflichtung, die sorgsam durchdacht sein muss. Durch das Prüfungsverfahren wird sichergestellt, dass der Euro, durch den Beitritt eines weiteren Landes, nicht geschwächt wird, vielmehr das er gestärkt wird.

Kroatien bewies, dass eine Preisstabilität, gesunde und auf Dauer tragfähige Finanzen, eine Wechselkursstabilität und ein entsprechender langfristiger Zinssatz besteht. Deshalb wurde im Juni 2022 vom Rat der EU beschlossen, dass der Beitritt von Kroatien zum Jahresbeginn 2023 umgesetzt wird. Die Verordnung des Rates im Hinblick auf die Einführung des Euro in Kroatien sieht eine Auslaufphase der Kuna nicht vor. 

Vorteile für die Wirtschaft

Sowohl der Beitritt zum Schengenraum, als auch die Umstellung auf den Euro birgt Vorteile für die Wirtschaft. Besonders im Tourismussektor, der einen erheblichen Prozentsatz des Bruttoinlandsprodukt ausmacht, und im Exportsektor der Wirtschaft werden positive Aspekte zu erkennen sein.

Dennoch sagen Experten, dass die Veränderungen nicht gewaltig sein werden, da die kroatische Wirtschaft bereits seit mehreren Jahren an den Euro gekoppelt ist und auf die Umstellung letztendlich nur gewartet wurde. Mehr doch wird die Kommunikation mit den ausländischen Kunden vereinfacht werden, da eine Erklärung der Angebote nicht mehr notwendig sein wird.

Zahlung der Mautgebühren in Kroatien

Durch die Euro-Einführung wird es zu einer Erleichterung im Reiseverkehr kommen. Die Transaktionskosten werden zukünftig niedriger sein. Durch den Wegfall der Landeswährung wird es keine Wechselkursverluste mehr für Urlauber geben. 

Berichten zufolge kam es in der Vergangenheit in Wechselstuben häufig durch überhöhte Gebühren zu Abzockungen der Touristen. Dies wird nun nicht mehr der Fall sein. Im Gegenteil, für Urlauber wird ein besserer Vergleich der Preise möglich sein. Zukünftig wird es eine angenehme Planung des Urlaubsbudgets geben. 

Sie haben wegen der Komplikationen mit dem Wechselkurs und den Staus an der Grenze in den letzten Jahren ihren Urlaub nach Kroatien immer mit dem Flugzeug angetreten? Falls Sie jetzt über eine Anreise mit dem Auto nachdenken, informieren Sie sich gerne bei uns. Auf unserer Seite finden Sie einen Überblick über die Regelungen der Vignette und Maut in Kroatien

Viele Erwartungen im Fremdenverkehr 

Besonders der Fremdenverkehr hat große Erwartungen durch die Euro-Einführung. Der große Tourismus, der jedes Jahr in das Land strömt, wegen der langen Adriaküste mit den paradiesischen Buchten und Inseln, erhofft sich einen noch unbeschwerteren Urlaub. 

Laut Statistiken reisen jährlich um die 15 Millionen ausländische Urlauber nach Kroatien in den Sommerurlaub. Die Deutschen sind hier ganz vorne mit dabei. Doch auch in anderen EU-Ländern, wie Slowenien, Polen oder Österreich ist das Urlaubsziel hoch im Kurs.

Ist mit Preiserhöhungen zu rechnen?

Der Großteil der Touristen kommt aus der Eurozone, weshalb es, gemäß Prognosen, zu einem Anstieg der Wirtschaft kommen wird. Doch ist damit nicht gemeint, dass der Kroatien-Urlaub teurer wird. Im Gegenteil, die kroatische Regierung möchte Urlauber, wie auch Landsleute davor schützen, ausgebeutet zu werden.

Sicherlich wird zu Beginn für alle ausnahmslos ein Gefühl Vorhandensein, dass die Produkt- und Dienstleistungspreise gestiegen sind. Dies konnte man jedoch bereits in der Vergangenheit in anderen Euro-Ländern beobachten. Die kroatische Regierung möchte aus den vergangenen Fehlern anderer Länder, besonders von Deutschland, die einen Anstieg bei der Umstellung von der Deutschen Mark hatten, lernen. Mögliche Preiserhöhungen sollen von der kroatischen Bevölkerung gemeldet werden.

Eine gewisse Preisänderung ist durch die Inflation jedes Jahr festzustellen und leider nicht zu verhindern. Deshalb sollten Urlauber vorerst nicht zu schnell urteilen und die Vergleiche weltweit oder zumindest mit dem Heimatland ziehen.

Weiterhin wird es eine doppelte Preisauszeichnung in jedem Einzelhandel und Unternehmen geben. Was bedeutet das? Jeder Preis für Produkte und Dienstleistungen wird im Jahr 2023 in Kuna und Euro angegeben, damit die Kunden den direkten Vergleich haben. Ein Aufrunden der Preise ist hierbei untersagt, es muss strikt mit dem Wechselkurs gerechnet werden.

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Zaster Redaktion
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