Riskante Investition

Die 5 größten Crowdfunding-Flops

von Nils Matthiesen

Startups und kleine Unternehmen benötigen für neue Projekte oft Kapital. Dazu setzen manche gerne auf Crowdfunding. Diese Beispiele zeigen, wie riskant solche Investments sein können.

Über Seiten wie Kickstarter und Startnext fließen Millionen Euro in geniale Projekte. Stromberg hat es vorgemacht. Für den Kinofilm rund um den miesepetrigen Bürohengst sammelten die Macher eine Million Euro bei Fans der Serie ein. Doch nicht nur Filme beschaffen sich hier Kapital.

Jede Person, die eine tolle Idee, aber nicht genug Geld hat, kann ähnliche Aktionen starten. Die Masse der Internet-Nutzer gibt Projektgründern jeweils kleine Beiträge – so können auch mal Millionen zusammenkommen. Oft nutzen kleine Tech-Startups diese Form der Finanzierung und bringen so verrückte und innovative Produkte zur Marktreife. Oder auch nicht – dann ist das Geld der Investoren leider weg. Wie in den folgenden fünf Beispielen.

Coolest Cooler

Mit dem Coolest Cooler trafen die Erfinder einen Nerv: Aus den Bluetooth-Boxen kommt Musik, ein Mixer sorgt für schmackhafte Drinks und ein USB-Ladegerät ist ebenfalls an Bord. Innerhalb kürzester Zeit bekam Erfinder Ryan Grepper für seine „Kühlbox des 21. Jahrhunderts“ mehr als 13 Millionen Dollar zusammen. Zwischenzeitlich war das Teil sogar im Handel. Anschließend kam es aber zu Produktionsverzögerungen und am Ende stand die Pleite.

Wunderzahnbürste Amabrush

Toll: Eine Zahnbürste, die Zähne in zehn Sekunden putzt. Klingt zu schön, um wahr zu sein. War es letztendlich auch. Das Wiener Start-up Amabrush scheiterte und musste Insolvenz anmelden. Der Grund: Konsumentenschützer zweifelten, ob das Unternehmen Lieferungen und Qualitätsansprüche einhalten könne. Die Staatsanwaltschaft wurde eingeschaltet. Die dadurch entstandenen Kosten führten dann laut eigenen Angaben zur Pleite.

Smarter Rucksack iBackPack

Der Erfinder hinter dem iBackPack, einem mit unzähligen Gimmicks bestückten Rucksack, sammelte sowohl über Indiegogo als auch Kickstarter Geld ein. Zur Ausstattung sollten neben einem Akku auch ein WLAN-Hotspot, Taschenlampe, USB-Hub und vieles mehr gehören. Letztendlich wurde nichts draus. Verantwortlich waren angeblich Sicherheitsprobleme rund um den Lithium-Ionen-Akku. Laut The Verge hatte der Mann hinter der Idee wohl nie vor, den Rucksack tatsächlich zu produzieren.

Zano-Drone

Mit über 3 Millionen Euro avancierte die Mini-Drone von Zano zu einem der erfolgreichsten europäischen Projekte auf Kickstarter. Doch die Auslieferung erfolgte verspätet und die wenigen ersten Geräte waren technisch eine Katastrophe. Letztendlich meldete die dahinterstehende Firma Torquing Insolvenz an. Zu dem Zeitpunkt hatte sie nicht nur die eingenommenen 2,5 Millionen britischen Pfund verplempert, sondern zusätzlich eine Million Pfund Schulden angehäuft. Die 12.000 Unterstützer guckten in die Röhre.

Game Ant-Simulator

Auch die Unterstützer des „Ant Simulator“, einer Art Ameisen-Simulator-Spiel, gingen leer aus. Die Idee motivierte Tausende, das Spiel via Kickstarter zu unterstützen. Es gab im Nachhinein Streit darüber, wofür das Geld tatsächlich verwendet wurde. Auf Unterstützung von Kickstarter darf man in so einem Fall nicht hoffen. Die Seite weist daraufhin, dass sie keine Garantie für den Erfolg eines Projekts gibt.

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ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.