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GOLDFIEBER

Gold gegen die Finanzkrise?

von Maya Spies

Gold gilt für viele als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten, und als solche lassen sich die jetzigen sicherlich bezeichnen. ZASTER hat sich gefragt, was es mit Gold als Geldanlage auf sich hat, ob es wirklich eine so stabile Anlage ist und ob man jetzt in Gold investieren sollte?

Gold als weltbekanntes Zahlungsmittel

Das Edelmetall ist eines der ältesten Zahlungsmittel und weltweit bekannt. Kaufen kann man Gold in Form eines Goldbarrens, als Münze oder auch als Wertpapier. Nicht nur Privatleute, auch Staaten setzten auf den kaufkraftsichernden Effekt von Gold und lagern große Mengen in ihren Staatsbanken. In Deutschland befindet sich der Großteil des Goldes allerdings in Privatbesitz. 

Gold als Wertanlage

Anders als Aktien erwirtschaftet Gold keine laufenden Erträge wie Dividenden und Zinsen. Es können also nur Kursgewinne mit dem Kauf und Verkauf von Gold erzielt werden. Der Goldkurs wird nicht von wirtschaftlichen Maßnahmen, sondern rein von Angebot und Nachfrage beeinflusst. Als Faustregel gilt: Wird die Geldmenge erhöht bzw. sinkt der Wert und das Vertrauen in Papiergeld schwindet, steigt der Goldkurs. Somit steht hinter Goldkäufen oft die Hoffnung der Inflation trotzen zu können. 

Risiken des Goldkaufs 

Da der Preis von Gold sehr stark schwankt, lässt man sich mit einem Investment in Gold auf eine ungewisse Zukunft ein. Beobachtungen der Vergangenheit zeigten, dass der Goldpreis sogar stärker als weltweit gestreute Aktien schwankte und deutlich weniger Rendite einbrachte. Von Gold als Einzelinvestment ist also eher abzuraten. Seit der Corona-Krise und durch den Einmarsch Russlands in die Ukraine ist der Preis von Gold stark angestiegen und befindet sich bis heute auf einem hohen Niveau. Der Kauf von Gold würde sich somit heute als relativ teuer gestalten.

Wieso man Gold im Portfolio haben sollte 

Allerdings ist Gold eine begrenzte Ressource, wird industriell benötigt und nicht durch geldpolitische Maßnahmen beeinflusst. Gold wird also nie wertlos sein und gilt daher gerade in Krisenzeiten, geprägt von Inflation und Kurseinbrüchen, als gute Wertanlage. Hat man Angst vor einen Währungscrash, kann man einen Teil des Vermögens in das Edelmetall investieren.

Zwischen Aktien- und Goldkurs besteht eine niedrige Korrelation, der Aktienkurs schlägt sich daher nicht unbedingt auf den Goldkurs nieder. Oft führt ein Aktieneinbruch zu einer positiven Entwicklung des Goldkurses, weshalb ein gewisser Anteil an Gold im Portfolio empfohlen wird. Dieser kann mögliche Aktienkurseinbrüche ausgleichen und die Gesamtschwankung des Portfolios abmildern. Der Goldanteil sollte allerdings nicht mehr als 10 Prozent (!) betragen. 

Vorteilhaft ist außerdem die Steuerordnung des Goldverkaufs, denn hält man das Gold bereits länger als ein Jahr, ist der Gewinn resultierend aus dem Verkauf des Goldes steuerfrei. Aktiengewinne und Dividenden dagegen müssen normalerweise versteuert werden, wobei Anleger insgesamt um die 27 Prozent Steuern (!!) zahlen müssen. 

Wie kaufe ich Gold?

Gold kann im Laden oder (meist günstiger) online gekauft werden. Bei beiden Optionen sollte man vorsichtig sein und darauf achten, dass es sich um renommierte ausgewiesene Verkäufer handelt. Der Händler sollte z. B. Mitglied im Berufsverband des deutschen Münzhandels sein, was anhand der Online-Mitgliederliste desselben zu überprüfen ist. Um einen günstigen Anbieter zu finden, sollte man Vergleichsportale nutzen. Aufgrund des prozentualen Aufschlags auf den Goldpreis wird ein Goldbarren teurer, je kleiner er ist. Daher sollte man nicht weniger als eine Feinunze Gold kaufen. Eine Feinunze entspricht rund 31 Gramm und stellt die Maßeinheit für Gold dar. Lagern kann man das Gold dann klassisch in einem Bankschließfach oder „kostenlos“ in einem Tresor zu Hause. 

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Maya Spies hat Kulturwirtschaft in Passau studiert und steht jetzt vor vielen unbeantworteten Zukunftsfragen. Ihr Interesse gilt gesellschaftlichen Themen und finanzieller Bildung.