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Klug Investiert

Finger weg von „Junk Bonds“? Ganz im Gegenteil!

von Zaster Redaktion

High-Yield-Anleihen – im Volksmund gern etwas abschätzig „Junk Bonds“ genannt – leiden unter einem Imageproblem. Dabei haben sie sich in den letzten 20 Jahren als überraschend stabile und renditestarke Anlageklasse erwiesen.

Während europäische Aktien im Schnitt rund 7 % pro Jahr lieferten, kamen High-Yield-Anleihen immerhin auf etwa 6 %. Klingt nach weniger? Stimmt – aber dafür schwanken sie erheblich weniger: nur knapp 5 % Volatilität gegenüber rund 19 % bei Aktien.

Warum High Yields besser sind, als ihr Ruf

Tobias Engl, Fondsmanager bei ACATIS Investment, hält die Bezeichnung „Junk Bonds“ für völlig fehl am Platz. „High Yields sind eine der interessantesten Assetklassen überhaupt: attraktive Renditen, geringe Schwankungen und ein noch immer ineffizienter Markt“, sagt er. Tatsächlich zeigt sich: Viele institutionelle Investoren in Europa haben Hochzinsanleihen längst entdeckt – Privatanleger hinken jedoch noch hinterher.

Qualität trifft Rendite

Mit dem ACATIS Euro High Yield Fonds bringt Engl seinen Value-Ansatz aus der Aktienwelt nun auch in den Anleihemarkt ein. Zielrendite über den Marktzyklus: Euro Short-Term Rate + 3 %, also derzeit rund 5 %. Der Fonds verzichtet auf den typischen Finanzsektor und sichert Währungsrisiken ab. Nachhaltigkeit spielt ebenfalls eine Rolle – es handelt sich um einen Artikel-8-Fonds nach EU-Offenlegungsverordnung.

Anstatt einfach auf hohe Zinsen zu schielen, setzt ACATIS auf gründliche Fundamentalanalyse und investiert in gesunde Unternehmen mit solider Kapitalstruktur. Das Motto lautet: Lieber Qualität mit Substanz als Risiko mit Reklame.

So tickt das Management

Engl prüft jedes Investment nach dem Prinzip: Was kann schiefgehen – und ist die mögliche Rendite das Risiko wert?Dafür nutzt ACATIS die sogenannte ABC-Analyse. Dabei werden drei Szenarien berechnet – optimistisch, realistisch und pessimistisch – und das Verhältnis von möglichem Gewinn zu möglicher Schwankung bestimmt. Nur Anleihen mit attraktiver risikoadjustierter Rendite schaffen es ins Portfolio.

Im Fonds finden sich typischerweise 50 – 70 Emittenten, strukturiert nach vier „Investmentquadranten“ – von sichereren „Schildkröten“ bis zu ertragsstarken, aber riskanteren „Chamäleons“. Diese Mischung sorgt für Stabilität und Flexibilität, um auf Marktchancen reagieren zu können.

Was spricht aktuell für High Yield?

Laut Engl liegt die laufende Marktrendite derzeit bei etwa 5,5 % – also deutlich über den Nullzinsjahren. Und selbst nach Abzug von Inflation und Ausfällen bleibt eine positive Realrendite. Die Verschuldung vieler europäischer Unternehmen ist zudem überschaubar, die Bonität insgesamt hoch: Rund 70 % der Emittenten sind im soliden BB-Bereich eingestuft.

Natürlich gibt es auch Risiken – insbesondere bei Frankreichs komplexen Insolvenzverfahren oder in zyklischen Branchen wie Autozulieferern. Der Fonds setzt daher auf Branchen wie Spezialchemie oder stabile Dienstleister, bei denen solide Cashflows wichtiger sind als bloßes Wachstum.

Fazit

High-Yield-Anleihen sind kein „Junk“, sondern für viele Portfolios eine unterschätzte Chance: aktienähnliche Erträge bei deutlich geringeren Schwankungen. Wer bereit ist, über alte Vorurteile hinwegzusehen, entdeckt hier eine Anlageklasse mit Charme – und mit dem ACATIS Euro High Yield Fonds eine spannende Möglichkeit, davon zu profitieren.

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Zaster Redaktion
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