© Shutterstock
Wie glücklich macht Geld?

Wenn Albert Schweitzer unter einer Roteiche aus Gabun in Köln lebendig wird

von Frank Behrendt

Kürzlich entdeckte ich im Forstbotanischen Garten in Köln unter einem wunderbaren Baum einen alten Mann. Er stand versonnen da und als mein Hund auf ihn zustürmte lächelte er. Es stellte sich heraus, dass er nicht ohne Grund unter diesem Baum aus dem afrikanischen Land Gabun verweilte.

Als junger Mediziner war er dort und hospitierte im berühmten Albert-Schweitzer-Hospital in Lambarene. Diese Zeit hatte er nie vergessen, denn sie hat ihn geprägt. Geld bedeutet ihm seitdem nichts, Nächstenliebe dagegen viel. Sofort hatten wir ein Thema: Denn einer der Lieblings-Vorbilder meines Vaters war der berühmte Namensgeber des Krankenhauses im Urwald. Der junge Albert verlebte als Sohn eines Pfarrers eine glückliche Kindheit. Aber ihn plagten schon früh schwere Gedanken, da es anderen nicht so gut ging wie ihm. Deshalb wollte er Arzt werden, um möglichst vielen zu helfen. Er wurde ein ganz besonderer Arzt und baute gemeinsam mit seiner Frau Helene eine Klinik in Gabun auf.

Besonders wichtig war ihm, dass alle Menschen zu ihm kommen konnten, auch wenn sie arm waren oder ansteckende Krankheiten hatten. Außerdem kümmerte er sich auch um kranke Tiere. Getreu von Albert Schweitzers später berühmt gewordenem Lebensmotto der "Ehrfurcht vor dem Leben" sollte das Leben von Tieren und Pflanzen genauso geschützt werden wie das Leben von Menschen. Für die damalige Zeit ein geradezu revolutionärer Ansatz. Immer wieder verurteilte er auch den Krieg und warb für ein friedliches Miteinander auf Erden. 1952 wurde ihm für sein leidenschaftliches Engagement der Friedensnobelpreis verliehen. Der nette Mann, den ich unter dem majestätischen Baum Afrikas traf, erzählte mir von Lambarene. Die kleine Stadt, die inmitten des Regenwaldes am Fluß Ogooué liegt, hat heute rund 25.000 Einwohner. Der Name bedeutet übersetzt: „Wir wollen es versuchen“. Albert Schweitzer würde es glücklich machen, wenn wir alle es jeden Tag wieder aufs Neue versuchen würden: Friedlich im Einklang mit der Natur zusammenzuleben.

© Frank Behrendt
ein Artikel von
Frank Behrendt
Frank Behrendt
Frank Behrendt hat mit seinen „10 ernsthaften Ratschlägen, wie man locker durchs (Berufs)Leben kommt“ die Arbeitswelt aufgeschreckt. Sein Buch „Liebe dein Leben und NICHT deinen Job“ wurde direkt ein Bestseller. In seinem zweiten Buch „Die Winnetou-Strategie - Werde zum Häuptling deines Lebens“ erklärt er, wie ein moderner Leader agieren sollte. Frank Behrendt lebt mit seiner Frau, drei Kindern und einer französischen Bulldogge mit Namen „Fee“ in Köln und hat eine wöchentliche Kolumne auf „Stern.de“. Er arbeitet als Senior Advisor für Deutschlands größte Inhabergeführte Agenturgruppe Serviceplan.

Noch mehr Zaster