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ETF oder Investment-Fonds: Was ist besser?

von Nils Matthiesen

Sparen – eine gute Sache. Noch besser: In Aktien investieren, am besten breit gestreut. Dafür bieten sich ETFs und Fonds an. Doch wie unterscheiden sich diese Anlageformen?

Ganz klar, Diversifikation ist eine gute Strategie. Um das Risiko zu begrenzen, solltest Du nicht alles auf eine Karte setzen, sondern dein Geld möglichst weit streuen. Investmentfonds und ETFs sind dafür gut geeignet, denn sie beinhalten hunderte von Aktien, Anleihen oder Rohstoffe in nur einem Wertpapier. Aber was ist für dein Geld besser? ETF oder Fonds? Zaster analysiert die Vor- und Nachteile.

ETF & Fonds: Die Gemeinsamkeiten

Da sowohl ETFs als auch Investmentfonds aus einer Mischung von Vermögenswerten bestehen, sind die beiden in ihrer Struktur ähnlich. Bei beiden Anlageformen gibt es abhängig von Typ, Branche und Ausrichtung spekulativere und konservativere Produkte, das Angebot ist breit gefächert. Sowohl ETFs als auch Fonds lassen sich in der Regel an der Börse handeln, so dass du sie in der Regel einfach kaufen und wieder verkaufen kannst. Auch Sparpläne sind mit beiden möglich, eine klasse Sache, um langfristig ein Vermögen aufzubauen oder fürs Alter vorzusorgen. Das Gute an dieser Anlageform: Die Einrichtung dauert nur ein paar Minuten und fortan musst du dir keine Gedanken mehr um deine Geldanlage machen.

ETF & Fonds: Die Unterschiede

Um Investmentfonds und ETFs vergleichen zu können, musst du verstehen, wie sie funktionieren. Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Anlageformen: Investmentfonds werden im Gegensatz zum ETF in der Regel aktiv gemanagt, also von einem fachkundigen Experten verwaltet, dem Fondsmanager. Dieser agiert auf dem Markt und trifft für deinen Fonds die Entscheidungen. Er erkennt Chancen, Risiken und Trends und passt dann entsprechend das Portfolio des Fonds getreu dem Aschenputtel-Motto „die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“ an.

Das Ziel: Besser als der Markt zu sein und in Krisen schnell entgegenzusteuern. ETFs bilden dagegen stur einen Index ab – beispielsweise den DAX. Er nimmt dessen Verlauf an und folgt denselben Entwicklungen. Dafür wird der ETF auch nicht gemanagt: Er sinkt und steigt mit dem Index, den er abbildet. Daraus ergeben sich weitere Unterschiede.

  • Kosten: Der Fondsmanager und sein Stab wollen natürlich bezahlt werden, und das nicht zu knapp. Diese Personalkosten entfallen bei ETFs, weswegen die jährlichen Gebühren in der Regel niedriger ausfallen. Dazu kommt bei vielen Fonds noch ein Ausgabeaufschlag. Die wichtigste Kennzahl ist die „Total Expense Ratio“, kurz TER, was so viel wie „Gesamtkostenquote“ bedeutet. Beispiel: Du hast 1.000 Euro in einem Fonds angelegt und die TER beträgt 1,5 Prozent. In diesem Fall zahlst du 15 Euro Gebühren. Liegt der TER bei einem ETF dagegen nur bei 0,3 Prozent, zahlst du nur drei Euro pro Jahr. Das hört sich vielleicht nicht nach einem gewaltigen Unterschied an. Aber bei großen Depots, die über Jahre oder Jahrzehnte laufen, kann es bei den Gebühren gewaltige Unterschiede geben.
  • Kontrolle: Alle Entscheidungen rund um einen Investmenfonds treffen der Manager und sein Team. Du hast keinen Einfluss, welche Papiere er kauft und welche er abstößt. Du weißt auch nicht genau, was er vorhat, denn die schwammigen Erläuterungen der Anlagepolitik im Fondsprospekt erlauben auch meist nur einen groben Überblick, wo die Reise hingeht. Unterm Strich hast du also eine geringe Kontrolle über dein Geld. Bei ETFs gibt es dagegen keine großen Überraschungen. Da sie blind einem Index folgen, weißt du genau, wie der Hase läuft. Sie enthalten im gleichen Anteil die Wertpapiere, wie sie auch im Index am Aktienmarkt enthalten sind.
  • Performance: Fondsmanager versuchen, aufgrund ihres Wissens und ihrer Erfahrung mit ihren eigens ausgewählten Wertpapieren besser als der Markt abzuschneiden, also eine Überrendite zu erzielen. Sprich: Kaufst du einen Aktienfonds, der große deutsche Aktien beinhaltet, sollte die Performance besser als der DAX selbst sein – dafür zahlst du schließlich die höheren Gebühren. Allerdings gelingt das nicht jedem Fondsmanager.

Fazit

Mit einem Sparplan für einen soliden Fonds oder ETF bist du schon einmal auf der richtigen Spur. Unterm Strich ist es auch Geschmackssache, ob dir aktive gemanagte Investmentfonds oder passive ETFs besser gefallen. Ein gut geführter Fonds kann einen ähnlich ausgerichteten ETF in Sachen Rendite sicher schlagen. Nur ist es schwer, solche Perlen zu finden.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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