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Der Cost-Average-Effekt: Magischer Anlage-Helfer?

von Nils Matthiesen

Einen guten Einstiegszeitpunkt zu finden, gehört zum Schwierigsten im Aktienhandel. Der Cost-Average-Effekt soll das Risiko mindern.

Viele Deutsche haben Angst vor dem Aktienmarkt. Sie befürchten Kursverluste oder gar Börsencrashs – und legen lieber in vermeintlich sicheren Häfen an, in Sparbüchern und Tagesgeldkonten. Wo das Geld aber gar nicht sicher ist, sondern sich nach und nach auflöst.

Trotzdem: Die Angst vorm Aktienmarkt lässt sich natürlich nicht einfach wegwischen. Und wer mit einer Investition in Aktien, Fonds oder ETFs liebäugelt, muss auch immer mit Verlusten rechnen, vor allem wenn es sich um eine Einmalanlage einer beträchtlichen Summe handelt. Deshalb ist es sinnvoll, das Geld nicht auf einmal zu investieren, sondern regelmäßig einen bestimmten Betrag anzulegen. Denn dann soll der sogenannte Cost-Average-Effekt („Durchschnittskosteneffekt“) zum Tragen kommen.

Was für den Cost-Average-Effekt spricht

Anstatt also beispielsweise 10.000 Euro in einen Fonds zu investieren, könntest du über zehn Quartale hinweg jeweils 1.000 Euro investieren. Du kaufst dich somit Stück für Stück über regelmäßige Beiträge in den Aktienmarkt hinein. Der Preis des Fonds kann in diesem Zeitraum nach oben oder unten gehen – aber du investierst immer den gleichen Betrag.

Die Idee ist, dass du am Ende mehr Fondsanteile hast, als wenn du die 10.000 Euro auf einen Schlag ausgegeben hättest. Denn du kaufst mehr Anteile, wenn der Kurs mal niedrig ist und weniger, wenn er hoch ist. Der Durchschnittskosteneffekt soll also das Timing-Risiko minimieren, das in volatilen und unkalkulierbaren Märkten immer mitspielt. Bei vielen Experten und Anlageberatern genießt der Cost-Average-Effekt deshalb einen guten Ruf.

Was gegen den Cost-Average-Effekt spricht

Für Finanzmathematiker dagegen ist der Cost-Average-Effekt weniger magisch: Berechnungen haben gezeigt, das „gestückelte" Investments mit immer gleichen Raten nicht automatisch besser sind als Einmalinvestments zu einem beliebigen Zeitpunkt.

Ein Kritikpunkt: Was passiert mit dem Geld, das gerade nicht im Aktienmarkt steckt, sondern mickrig verzinst auf dem Sparbuch oder Tagesgeldkonto auf seinen Einsatz wartet? Dieses Geld wirft vermutlich in der Zwischenzeit gar keine Rendite ab oder sinkt sogar im Wert. Auch der niedrigere Durchschnittspreis, der das Cost-Average-Szenario so attraktiv machen soll, missfällt den Kritikern. Denn am Ende komme es vielmehr darauf an, wie viel Rendite jeder Anteil während seiner Zeit im Depot produziert habe, nicht wie hoch der Einstandspreis war.

Fazit

Auch wenn der Cost-Average-Effekt umstritten ist: Regelmäßig Geld in Aktien, ETFs oder Fonds zu stecken, ist zweifelsfrei sinnvoll. Sparpläne sind eine klasse Strategie, um langfristig ein Vermögen aufzubauen. Je nach Anbieter ist das schon ab 25 Euro pro Monat möglich. Du zahlst dann regelmäßig Deinen Betrag ein, ein Broker wandelt ihn unverzüglich in Anteile eines Fonds oder ETFs.

Das Schöne an dieser Art von Geldanlage: Du bleibst komplett flexibel. Du kannst die Sparrate jederzeit an deine Lebensumstände anpassen oder sogar für einen bestimmten Zeitraum ganz aussetzen (und natürlich auch beenden). Das Wichtigste dabei: Fange so früh wie möglich damit an. Denn wenn es ums Thema Geldanlage geht, ist die Zeit dein bester Freund. Sie gibt dir die Möglichkeit, Abschwünge im Markt zu überstehen und in guten Zeiten den Vermögen weiter aufzubauen. Wenn du also noch nicht dabei bist: Fang JETZT an.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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