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Kooperieren um zu konkurrieren

Die 5 größten Franchise-Unternehmen der Welt

von Moritz Weinstock

Subway ist noch immer das größte Franchise der Welt, doch der Fastfood-Riese strauchelt, schließt Filialen und baut Stellen ab. Allein 2018 wurden in Amerika 1.108 Subway-Restaurants geschlossen. Hat das Modell ausgedient? Wir zeigen dir, bei wem es noch funktioniert und was es kostet, selbst Unternehmer zu werden.

Auch bei der Kaffeehaus-Kette Starbucks sieht es derzeit nicht ganz so rosig aus. Erst kürzlich enttäuschte das Unternehmen seine Anleger mit geringen Gewinnaussichten für das kommende Jahr. Laut Finanzen.net rechnet der Franchise-Geber „nur noch mit einem Gewinnwachstum von unter zehn Prozent.“ Die im Vergleich zu den starken Vorjahren schwache Entwicklung sei vor allem auf zunehmende Konkurrenz, erhöhte Steuerabgaben und politische Unruhen im asiatischen Raum zurückzuführen.

Trotzdem sind viele Märkte, unter anderem China, bisher nur wenig erschlossen. Starbucks ist also noch nicht dort angekommen, wo diese Unternehmen bereits sind: nämlich unter den Top 5 der größten Franchise der Welt.

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Subway

Subway geht es nicht gut. Von den einst über 44.000 Filialen sind mittlerweile "nur noch“ etwas über 42.000 vorhanden. Vergleichsweise billige Einstiegschancen für Franchisenehmer (los geht es bei 150.000 Euro für eine kleine Filiale) führten in der Vergangenheit zu einem extremen Wachstum der Marke. Allerdings kannibalisierten sich auch viele Restaurants, weil sie zu dicht aneinander standen und sich gegenseitig Kunden wegnahmen. Zudem sorgte der Skandal um den ehemaligen Werbesprecher, Jared Fogle, dem 2015 der Missbrauch minderjähriger Kinder und der Besitz von Kinderpornographie nachgewiesen werden konnte, für zusätzliche Krisen. Im Jahr darauf wurden bei Subway in Amerika erstmals mehr Filialen geschlossen als geöffnet, zudem mussten Verluste in Höhe von mehr als elf Milliarden Euro verbucht werden.

2
McDonald’s

Fastfood mag bei modernen, sich bewusst ernährenden Menschen nicht hoch im Kurs stehen, aber die mehr als 37.800 McDonald’s Restaurants weltweit zeigen, dass die Mehrheit anders denkt. In Deutschland gab es im letzten Jahr 226 Franchisenehmer, die im Durchschnitt sechs Filialen führten. Aktuell liegt die geforderte Investitionssumme für ein eigenes Restaurant bei 844.000 Euro! Übrigens: Trotz steigender Kurse halten Finanzexperten die McDonald’s-Aktie noch immer für einen guten Kauf. Aktuell musst du allerdings rund 190 Euro pro Papier des ingesamt auf ca. 143 Milliarden Euro bewerteten Unternehmens hinblättern. Dann doch lieber einen 1-Euro-Burger!

3
KFC

Betrachtet man die Marke unabhängig von ihrem Mutterkonzern, der Yum! Brands Inc., zählt Kentucky Fried Chicken weltweit mehr als 20.000 Restaurants in über 125 Ländern. Wenn du allerdings Pizza Hut und Tacco Bell dazu nimmst (sie gehören auch zu Yum!), sind es über 43.500 Filialen in 135 Ländern. Aber betrachten wir den Hühnchen-Fabrikanten gesondert: In Deutschland gibt es derzeit mehr als 150 Franchiserestaurants, wobei der Einstieg in die KFC-Welt gar nicht so billig ist. Wenn du dein eigenes Restaurant willst, dann musst du mehr als 1,5 Millionen Euro investieren und vorab über ein Eigenkapital von mindestens 200.000 Euro verfügen. Dafür musst du später allerdings auch nur sechs Prozent deines Umsatzes an KFC abgeben - auch nicht schlecht.

4
Burger King

Wer A sagt, muss auch B sagen, oder: Wer McDonalds sagt, muss auch Burger King erwähnen. Denn die beiden Ketten spielen nicht nur in der Premier League der Fastfood-Ketten. Sie teilen sich auch die Fanbase von Burger und Co. Wobei, nicht ganz. Denn im Grunde genommen teilen sich Lager. Für die einen gibt’s nur Burger King, für die anderen nur McDonalds. Naja, jedenfalls hat Burger King weltweit knapp 18.000 Filialen in gut 100 Ländern, davon sind 750 in Deutschland. Der Gesamtumsatz des Franchise betrug 2018 1,65 Milliarden Euro. Wenn du dich für die Burgerkette begeistern kannst und ein Restaurant in Lizenz eröffnen willst, darfst du schonmal sparen. Denn je nach Standort und Größte kostet sowas 500.000 bis 2,5 Millionen Euro. Dabei bedarf es mindestens 200.000 Euro Eigenkapital sowie einer Eintrittsgebühr von ca. 45.000 Euro. Abgeben musst du dann fünf Prozent deines Netto-Umsatzes.

5
Pizza Hut

Pizza funktioniert einfach gefühlt überall, darum ist es auch nicht verwunderlich, dass Pizza Hut zu den Top 5 Franchise-Unternehmen der Welt zählt. Weltweit, in über 130 Ländern, kommt das Franchise auf mehr als 15.000 Restaurants. In Europa verfügt das polnische Restaurantunternehmen AmRest, zu dem bereits über 1.7000 Restaurants gehören, über die Vergabe der Pizza Hut-Lizenzen. In Deutschland ist man derzeit auf Wachstum aus, in den kommenden Jahren sollen mehr als 200 neue Filialen dazukommen. Für Franchisenehmer bietet Pizza Hut drei verschiedene Modelle, wobei der günstigste Einstieg bei Express- und Liefer-Konzepten liegt und Eigenkapital in Höhe von 60.000 Euro erfordert. Zudem sind Einmalgebühren für die Linzenzvergabe notwendig, sie liegen bei ingesamt rund 70.000 Euro. Kein billiges Unterfangen!

ein Artikel von
Moritz Weinstock
Moritz Weinstock
Moritz hat Kommunikationswissenschaften in Wien studiert und seine Leidenschaft fürs Schreiben mit nach Berlin gebracht. Nach lehrreichen Jahren als Redakteur bei einem Motorradmagazin, ist er nun als Channel-Editor für ZASTER tätig. Sein Zugang zur Wirtschaftswelt: er lebt auf zehn Quadratmetern und spart, was das Zeug hält.

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