1
Vereinigte Arabische Emirate (VAE)
Finanziert durch Öl, Handel und Tourismus statt durch Einkommensteuer. Einwohner zahlen trotzdem 5 % Mehrwertsteuer, und Unternehmen unterliegen einer 9 %igen Körperschaftsteuer ab einem Gewinn von etwa 375.000 AED. Der Einstieg gelingt über das Golden Visa (ab rund 150.000 US-Dollar Investition) oder ganz einfach über eine Festanstellung. Die Lebenshaltungskosten liegen bei 2.500–5.000 US-Dollar im Monat. Das könnte man als eines der zugänglichsten und praktikabelsten steuerfreien Ziele interpretieren – vor allem wegen der weit verbreiteten englischen Geschäftssprache, der erstklassigen Infrastruktur und eines Golden-Visa-Programms ab 150.000 US-Dollar.
2
Bahrain
Finanziert durch Öl und Finanzdienstleistungen statt durch Einkommensteuer. Einwohner zahlen 10 % Mehrwertsteuer, es gibt jedoch keine Körperschaftsteuer für inländische Unternehmen. Der Einstieg gelingt über das Golden Visa (Immobilieninvestition ab rund 345.000 US-Dollar) oder ein „Work from Bahrain“-Visum für Remote-Arbeiter, das lediglich ein Jahreseinkommen von 24.000 US-Dollar voraussetzt – ganz ohne Immobilienkauf. Die Lebenshaltungskosten liegen rund 30 % niedriger als in den Nachbarstaaten am Golf. Das lässt sich als der ausgewogenste Einstiegspunkt am Golf für junge Leute deuten, mit einer Bevölkerungsmehrheit aus Expats, weniger strikten Regeln bei Alkohol und Nachtleben im Vergleich zu den Nachbarländern und einem wachsenden Arbeitsmarkt in Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen und IT.
3
Katar
Finanziert durch Erdgas und Öl statt durch Einkommensteuer. Es gibt gar keine Mehrwertsteuer, allerdings unterliegen lokale Unternehmensgewinne einer 10 %igen Körperschaftsteuer. Katar bietet kein Freelancer-Visum, weshalb der Einstieg fast ausschließlich über eine Anstellung mit Arbeitgeber-Sponsoring erfolgt – der Arbeitgeber kümmert sich um Arbeitserlaubnis und Katar-ID, was meist 2–6 Wochen dauert. Die Lebenshaltungskosten liegen bei 2.000–4.500 US-Dollar im Monat. Man könnte es als eines der sichersten und familienfreundlichsten steuerfreien Ziele sehen, mit hoher Sicherheit, schnellem Internet und moderner Infrastruktur, die seit der WM 2022 stark ausgebaut wurde.
4
Bahamas
Finanziert durch Tourismus und Finanzdienstleistungen statt durch Einkommensteuer. Einwohner zahlen 10 % Mehrwertsteuer, es gibt jedoch keine Körperschaftsteuer. Der Einstieg gelingt über das Economic-Permanent-Residency-Programm, das bei rund 500.000 US-Dollar Investition beginnt. Die Lebenshaltungskosten liegen bei 2.500–4.000 US-Dollar im Monat. Das könnte besonders für Amerikaner als praktische Wahl gelten, aufgrund der Nähe zu den USA – nur rund 80 Kilometer von Florida entfernt – und der Nutzung des US-Dollars, was lästige Währungsumrechnungen erspart.
5
Kaimaninseln
Finanziert durch Finanzdienstleistungen und Tourismus statt durch Einkommensteuer. Es gibt keine Mehrwertsteuer (dafür Importzölle) und keinerlei Körperschaftsteuer – einer der wenigen Orte mit durchgehender Steuerfreiheit. Der Einstieg gelingt über eine Arbeitserlaubnis (der gängigste Weg, arbeitgebergestützt) oder eine Aufenthaltserlaubnis durch Investition ab rund 1,2 Millionen US-Dollar. Die Lebenshaltungskosten liegen bei 3.500–6.000 US-Dollar im Monat – zu den höchsten in der Karibik. Das lässt sich als eines der konsequentesten steuerfreien Modelle überhaupt interpretieren, inklusive einer Lohnsteuer von null – anders als auf Bermuda oder den Bahamas, wo Lohnsteuern bis zu 10 % erreichen können – ergänzt durch eine vielfältige Expat-Community aus über 100 Nationalitäten.
Achtung: Keine Einkommensteuer heißt nicht automatisch keine Kosten. Die meisten dieser Länder holen sich ihren Anteil trotzdem – über Mehrwertsteuer, Importzölle, Immobiliensteuern oder Gebühren für Arbeitserlaubnisse. Wer wirklich wissen will, ob sich der Umzug lohnt, sollte also nicht nur auf die Einkommensteuer schauen, sondern die kompletten Lebenshaltungskosten im Blick behalten.