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Aktuelle Studie

Deshalb sparen die Deutschen falsch und verlieren Geld

von Nils Matthiesen

Die Deutschen sparen so viel wie nie. Doch das meiste Geld wird durch falsche Anlage weniger statt mehr.

Wie die die Deutsche Bundesbank kürzlich bekannt gab, hat das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland einen neuen Rekordwert erreicht. Bargeld, Wertpapiere, Bankeinlagen und Ansprüche gegenüber Versicherungen summierten sich zum Ende des dritten Quartals 2019 auf 6,3 Billionen Euro. Das entspricht einem Anstieg um 67 Milliarden Euro oder 1,1 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich das Geldvermögen sogar um 4,5 Prozent.

Gleichzeitig nutzen viele Menschen die Niedrigzinsen, um sich billig Geld zu leihen, speziell für Immobilien. Dadurch sind die Verbindlichkeiten der Privathaushalte um etwa 25 Milliarden auf rund 1,86 Billionen Euro gestiegen. Unterm Strich, also nach Abzug von Schulden, wuchs das Geldvermögen gegenüber dem Vorquartal dennoch um 41 Milliarden Euro auf rund 4,44 Billionen Euro.

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Konservatives Sparen weiter in

Erstaunlich: Laut Bundesbank setzen Sparer weiter bevorzugt auf Bargeld und Bankeinlagen. Satte 26 Milliarden Euro flossen in solche Anlageformen. „Die Präferenz für liquide oder als risikoarm empfundene Anlageformen hielt damit weiter an“, so die Bundesbank. Aber: Diese Anlageformen entwerten durch die Inflation dein Geld – es wird also von Jahr zu Jahr weniger. Selbst die Verbraucherzentrale rät inzwischen von Sparbuch & Co. ab.

Bei Versicherungen beträgt die Summe 15 Milliarden, was einen leichten Rückgang bedeutet. In Aktien, ETFs und Investmentfondsanteile – historisch gesehen die renditestärkste Geldanlange – steckten die Deutschen lediglich 10 Milliarden Euro. Dabei profitierten Anleger gerade 2019 von gestiegenen Börsenkursen. Aktien und Anteile an Investmentfonds verzeichneten allein im letzten Jahr Zugewinne von 15 Milliarden Euro.

Höheres Risiko gefragt

Der DAX bringt trotz historisch etwa 8,5 Prozent Rendite. Viele deutsche Sparer scheuen aber die Börse. Sie haben Angst vor fallenden Kursen, im Speziellen vor Börsencrashs. Denn dann, so die weit verbreitete Annahme, ist das sauer ersparte Geld weg.

Abgesehen davon, dass solche Crashs sich oft nur als kleine Delle in einem langanhaltenden Aufwärtstrend entpuppen, gibt es erfolgversprechende Strategien am Aktienmarkt, die deutlich weniger Risiko beinhalten. Etwa wenn du auf Dividendentitel setzt. Dividenden sind einer der am meisten vernachlässigten Aspekte des Aktienmarktes. Dabei bieten sie dir eine gute Möglichkeit, zusätzliches Einkommen zu generieren, ohne dabei ständig auf Kurse schielen zu müssen.

Fazit

Sparen ist wichtig. Es ist daher erfreulich, dass offenbar viele Menschen Geld zur Seite legen. Es mittel- bis langfristig auf Sparbuch, Giro- oder Tagesgeldkonto zu packen, ist allerdings keine gute Idee. Denn da zurzeit die Inflationsrate die Habenzinsen (falls vorhanden) übersteigt, wird dein Geld weniger, statt sich zu vermehren.

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Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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