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EURO, DOLLAR, SCHILLING

Dagobert Duck, Daniel Düsentrieb und Goofy

von Zaster Redaktion

ZASTER-Kolumnist Volker Schilling analysiert auch in dieser Woche wieder das Geschehen auf den Finanzmärkten.

Dagobert Duck

Die Kapitalmärkte kommen einem manchmal vor wie das Leben in Entenhausen. Der Hüter des Geldbunkers, US-Notenbankchef Jerome Powell, alias Dagobert Duck, versucht die Geldwertstabilität wie seinen Glückskreuzer zu verteidigen und geizte diese Woche mit weiteren Zinsanhebungen, was für Freudensprünge an den Börsen sorgte. Schon letzte Woche hat sein europäisches Pendant, Minnie Maus Christine Lagarde, ebenfalls auf Zinserhöhungen verzichtet und damit die Börsentiefs auf Ende Oktober gelegt. An Halloween tanzt daher nicht Gundel Gaukeley durch die Anlegerdepots, sondern Mac Moneysac ist zurück und verspricht steigende Kurse. Findige Investoren haben sich wie Klaas Klever verhalten und die Schwächephase von August bis Oktober zum Einkauf genutzt. Noch erfreulicher steht der Goldpreis in Euro, der ein neues Allzeithoch markiert und damit fast so schön ist wie ein Goldbad im Geldbunker. Oder wie Dagobert Duck es formulieren würde: „Gold und Silber lieb ich sehr!“ Derweil am anderen Ende von Entenhausen:

Daniel Düsentrieb

Elon Musk, der Daniel Düsentrieb im Disney-Kosmos, ist diese Woche ausnahmsweise Mal nicht mit einer X-beliebigen Nachricht zu Tesla im Entenhausener Kurier erschienen, sondern mit einer spektakulären Schlagzeile zu seinem Unternehmen Neuralink. Die Arzneimittelbehörde FDA hat grünes Licht gegeben, dass die von Neuralink entwickelten Hirnimplantate in einer Studie in menschliche Gehirne eingesetzt werden dürfen. Ob Donald Duck damit zu Phantomias wird oder die Ergebnisse, wie sein Versprechen für das autonome Fahren, eher dem Primus von Quack(salber) zuzuordnen sind, werden wir allerdings erst in 6 Jahren nach Studienende erfahren. Bis dahin arbeitet er weiter als Panzerknacker bei X und schickt seine Neffen Tick, Trick und Track in seine Unternehmen. Neuralink ist nicht börsennotiert, daher lassen sich die aktuellen Entwicklungen nicht in Kursen ablesen, aber wer weiß, vielleicht erfindet der Düsentrieb Musk bald auch ein kleines Helferlein für Börsenerfolge. Bis das soweit ist, müssen wir uns aber auch weiterhin mit spektakulären Börsenmisserfolgen beschäftigen. Kommen wir damit zum Goofy der Woche:

Goofy

Christian Bruch heißt der Goofy der Woche. Seines Zeichens Vorstandsvorsitzender bei Siemens Energy. Man könnte auch sagen: der Name ist Programm, denn zu Bruch ging in den letzten Jahren einiges bei Siemens Energy. Vor allem die ausgelieferten Windkraftanlagen. Der Sergei Schlamassi unter den Unternehmenslenkern hat Staatsbürgschaften im Visier, um sein angeschlagenes Unternehmen zu retten. Ich bin der Meinung, wenn B-Hörnchen Probleme hat, dann sollte es erst einmal zu A-Hörnchen gehen, bevor es bei Kanzler Karlo um Hilfe bittet. Erst einmal ist die Mutter Siemens AG gefragt, bevor Antworten aus dem Lindner Geldbunker kommen sollten. Die ganze Vorgehensweise ist echt goofy und bekommt daher ein sideeye von mir. Es würde mich nicht wundern, wenn Goofy Christian Bruch bald zum NPC mutiert. Bis dahin schnappe ich mir jetzt meine alten Micky Maus Comics und schwelge in meiner Kindheit. Inzwischen neigt sich in Entenhausen der Tag dem Ende zu und man feiert gemeinsam mit allen Charakteren 100 Jahre Walt Disney. Ein grandioses Werk eines genialen Schöpfers und Visionärs, der von Beginn an keine Realitäten, sondern Phantasiewelten verkauft hat. Fast so wie manchmal an der Börse.

Ihr Volker Schilling

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Zaster Redaktion
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