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Steuern

Lohnt sich ein Steuerberater für mich?

von Nils Matthiesen

Wenn sich dir beim Thema Steuererklärung die Nackenhaare aufstellen, solltest du dir von einem Profi helfen lassen. Ein Steuerberater ist allerdings nicht für jeden sinnvoll.

Du hasst Steuererklärungen? Dann ist es vielleicht sinnvoll, einen Steuerberater zu beauftragen: Dabei handelt es sich um einen Experten in den Bereichen Steuerrecht, Planung und Rechtstreue. Idealerweise bleiben sie stets das ganze Jahr über eng mit ihrem Mandanten zusammen und stellen sicher, dass dieser möglichst wenig Steuern zahlt, dabei aber keine Fehler begeht. Ein Steuerberater ist nicht nur für Unternehmen, Selbstständige und Vermögende interessant.

Was macht ein Steuerberater?

Steuerberater wissen alles über die rechtlichen Vorschriften, die Unternehmen und Privatpersonen bei der Einreichung ihrer Steuererklärung beachten müssen. Und in Deutschland gibt es davon eine ganze Menge. Ein Steuerberater hilft dir außerdem bei…

  • der Erfassung, Organisation und Vorbereitung von Steuerunterlagen und -erklärungen
  • der Bewertung deiner finanziellen Lage, um künftige Steuern besser planen zu können
  • bei akuten Steuerfragen wie z.B. Hochzeit, Scheidung, Geburt eines Kindes, Tod oder Erbschaft
  • dem Ausfüllen komplexer Steuerformulare und Zeitpläne, die viele überfordern
  • bei der Kommunikation mit dem Finanzamt, vor allem auch bei Rückfragen oder Prüfungen

Was viele Steuerberater erfahrungsgemäß aber nicht machen: dich aktiv zu beraten. Sie beurteilen eher die Faktenlage, als dir proaktiv auf dich zugeschnittene Tipps und Tricks an die Hand zu geben.

Drei gute Gründe für einen Steuerberater

  1. Geld sparen: Ein qualifizierter und erfahrener Steuerberater kann dir wirksame Möglichkeiten aufzeigen, um Steuern zu sparen, ohne mit dem Finanzamt in Schwierigkeiten zu geraten. Dadurch kannst du jede Menge Geld sparen.
  2. Zeit sparen: Eine Steuererklärung macht keinen Spaß und kostet viel Zeit. Ein Steuerberater nimmt die die lästige Arbeit ab.
  3. Retter in der Not: Wenn du dringend Hilfe bei finanziellen Themen brauchst, kannst du deinen Steuerberater anrufen.

Muss ich überhaupt eine Steuerklärung abgeben?

Nein. Eine Einkommensteuererklärung lohnt sich nur, wenn a) überhaupt Lohnsteuer gezahlt wurde und b) absetzbare Kosten von mehr als 1.000 Euro angefallen sind. Nur in diesem Fall kannst du dir zu viel gezahlte Steuern wiederholen. Dazu musst du wissen: Gibst du keine Steuererklärung ab, zieht dir das Finanzamt automatisch eine Pauschale von 1.000 Euro als sogenannte Werbungskosten ab, die bereits bei der Einbehaltung der Lohnsteuer durch den Arbeitgeber berücksichtigt würden. Musst du dann immer noch Steuern zahlen, kannst du bestimmte Posten angeben, die deine Steuerlast mindern.

Steuerberater oder Steuersoftware?

Steuerprogramme sind ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Infolgedessen machen immer mehr Deutsche ihre Steuererklärung am Computer. Das ist in den meisten Fällen auch vollkommen ausreichend. Wenn du zum Beispiel angestellt, Single und keine außergewöhnlichen Ein- oder Ausgaben hast, reicht eine Steuersoftware vollkommen aus. Denn in so einem Fall gibt es keinen großen Gestaltungsspielraum und du kannst dir das Geld für einen Steuerberater sparen. Empfehlenswerte Steuerprogramme wie WISO steuer gibt es bereits ab 15 Euro.

Was kostet ein Steuerberater?

Die Gebühren sind abhängig von deinem Einkommen und der Komplexität deiner finanziellen Situation. Für eine einfache Einkommenssteuerklärung solltest du aber mindestens 200 Euro einkalkulieren. Bist du selbstständig und verdienst gut, kann es auch in die Tausende gehen. Steuerberater haben beim Honorar allerdings einen gewissen Spielraum, weshalb es sich lohnen kann, verschiedene Angebote einzuholen.

Haftet der Steuerberater bei Fehlern?

Bei Problemen mit dem Finanzamt aufgrund falscher Steuerunterlagen bist erst einmal du der erste Ansprechpartner. Schließlich bist du es, der unter die Steuererklärung eine Unterschrift setzt, nicht der Steuerberater. Im Fall der Fälle müsstest du ihm also einen Fehler nachweisen, um ihn in die Haftung nehmen zu können. Das ist aber in der Regel alles andere als einfach.

Fazit

Wenn du wirklich gar keine Lust und Zeit hast, dich mit deinen Steuern zu befassen, desto eher lohnt es sich, einen Steuerberater anzuheuern. Bei übersichtlichen Einkommensverhältnissen tut es in der Regel aber auch ein Programm.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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