Das politische Potential dieser Generation ist erheblich: Weltweit zählen rund zwei Milliarden Menschen zur Gen Z (geboren zwischen 1997 und 2012). Damit stellt sie rund ein Viertel der Weltbevölkerung und bildet die größte Alterskohorte der bisherigen Menschheitsgeschichte. Der überwiegende Teil der Gen Z lebt in Afrika und Asien. Bereits 2023 hatte das FERI Cognitive Finance Institute prognostiziert, dass der politische und wirtschaftliche Einfluss der jungen Generation künftig insbesondere in diesen Regionen deutlich zunehmen dürfte. Die jüngsten Entwicklungen bestätigen diese Prognose und zeigen darüber hinaus deutlich, dass insbesondere der Westen die Bedeutung der Gen Z bislang unterschätzt hat – aber auch hier wächst ihre politische Relevanz. Das FERI Cognitive Finance Institute sieht darin „disruptives Potential“: eine Generation, die technologisch versierter und global stärker vernetzt ist als ihre Vorgänger und sich zugleich selbstbewusst für eigene Themen und Werte einsetzt.

Digitale Vernetzung verändert die Mechanismen politischer Mobilisierung
Besonders relevant für die Gen Z sind Social-Media-Plattformen. Für die junge Generation sind soziale Medien nicht nur Kommunikationskanäle, sondern zentrale Räume gesellschaftlicher und politischer Mobilisierung. Unzufriedenheit kann sich dadurch in kürzester Zeit bündeln und in kollektives Handeln münden – ohne klassische Parteistrukturen, etablierte Organisationen oder eine zentrale Führung. „Die politische Mobilisierung der Gen Z folgt anderen Mechanismen als jene klassischer Protestbewegungen“, so Rapp. „Regierungen und politische Parteien sollten deshalb nicht den Fehler machen, die Generation Z lediglich als junge und politisch wenig relevante Randgruppe wahrzunehmen.“
Die jüngsten Proteste des Jahres 2026 verleihen dieser Einschätzung neue Dringlichkeit. Dabei geht es nicht darum, die Generation Z als politisch homogenen Block zu verstehen. Die konkreten Ziele, gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und politischen Einstellungen unterscheiden sich von Land zu Land deutlich. Gemeinsam ist vielen der aktuellen Bewegungen jedoch der Wille junger Menschen, politische Entscheidungen unmittelbar einzufordern und etablierte Strukturen stärker unter Rechtfertigungsdruck zu setzen. „Die Gen Z entwickelt sich zu einem politischen Machtfaktor, den Eliten und etablierte Akteure nicht mehr länger ignorieren können“, resümiert Rapp. „Wer ihre Ziele und Erwartungen sowie vor allem ihre Mobilisierungskraft unterschätzt, dürfte von der Geschwindigkeit künftiger politischer Veränderungen überrascht werden.“
Aus Investorensicht ist diese Entwicklung ebenfalls relevant. Politische Richtungswechsel und gesellschaftliche Spannungen können wirtschaftliche Rahmenbedingungen verändern und Investitionsentscheidungen nachhaltig beeinflussen. Für professionelle Investoren gilt es daher, die wachsende politische Wirkmacht der Gen Z sowie deren veränderte Zielsysteme als Teil einer umfassenden Chancen- und Risikobewertung im Blick zu behalten.
Quelle: FERI Cognitive Finance Institute