Warum plötzlich wieder mehr Strom gebraucht wird
Lange galt der Stromverbrauch in den Industrieländern als weitgehend stabil. Das ändert sich gerade: energiehungrige Rechenzentren für Künstliche Intelligenz, die fortschreitende Elektrifizierung und die Rückverlagerung industrieller Fertigung treiben die Nachfrage nach oben. Wer diesen Wandel bedienen will, muss zuerst in die nötige Infrastruktur investieren. Genau hier setzt der Pictet-Clean Energy Transition an, der auf globale Marktführerschaft bei sauberer Energie zielt.
Hinter dem Fonds steht Pictet Asset Management, seit 1995 im Bereich thematischer Aktienanlagen aktiv und Teil der 1805 in Genf gegründeten Pictet-Gruppe. Das Haus ist nicht börsennotiert, gehört den geschäftsführenden Partnern und betreut über 15 Themenstrategien rund 62 Milliarden US-Dollar – etwa 300 Milliarden Euro.
Nicht die Endprodukte, sondern die „Schaufelhersteller“
Das Besondere an der Strategie: Während viele Konkurrenten vor allem auf reine Stromerzeuger wie Solar- und Windparkbetreiber setzen, investiert Pictet in die gesamte Wertschöpfungskette. Im Fokus stehen die „Schaufelhersteller“ der Energiewende – also Infrastruktur, Netze und Halbleiter. Die Lehre der vergangenen Jahre laut Management: Ein Investment in die Zulieferer zahlt sich langfristig solider aus als die reine Wette auf Endproduzenten, die oft besonders schwankungsanfällig sind.
Gemanagt wird die 2007 aufgelegte Strategie von Lead-Portfoliomanager Xavier Chollet, der seit 2011 verantwortlich ist und von drei Co-Managern unterstützt wird. Der Ansatz ist fundamental geprägt: über 400 Unternehmensgespräche pro Jahr, ein hauseigenes Bewertungsmodell und ein zentrales Auswahlkriterium namens „thematische Reinheit“. Positionen werden dabei nie auf einen Schlag aufgebaut, sondern in kleinen, disziplinierten Schritten.
Strenge Regeln bei der Nachhaltigkeit
Als sogenannter Artikel-9-Fonds nach der EU-Offenlegungsverordnung SFDR verfolgt die Strategie hohe Nachhaltigkeitsstandards. Schwere Verstöße gegen Menschenrechts- oder Umweltkonventionen führen zum sofortigen Ausschluss, kontroverse Waffen und Tabak sind komplett tabu. Versorger dürfen nur ins Depot, wenn mindestens 80 Prozent ihrer Wachstumsinvestitionen in saubere Energien fließen, der fossile Altbestand unter 20 Prozent liegt und weiter abgebaut wird.
Die Zahlen im Überblick
Die Wertentwicklung kann sich sehen lassen: In den vergangenen zwölf Monaten legte der Fonds um 63,52 Prozent zu, über drei Jahre waren es annualisiert 20,56 Prozent, über fünf Jahre 13,07 Prozent pro Jahr. Zur Jahresmitte 2026 verwaltete er rund 5,56 Milliarden Euro, verteilt auf 49 Titel. Regional dominieren die USA mit gut 65 Prozent, mit Abstand gefolgt von Deutschland. Die größten Einzelwerte sind Broadcom, Applied Materials und Infineon.
Wo die Risiken liegen
So stark die Zahlen wirken – ohne Risiko geht es nicht. Der Sektor ist anfällig für hohe Schwankungen: Steigende Zinsen belasten die kapitalintensiven Geschäftsmodelle, dazu kommen politische Unsicherheiten und wechselnde Förderbedingungen. Auch technologischer Wandel kann einzelne Unternehmen ins Hintertreffen bringen. Das Fondsmanagement selbst betont deshalb, wie wichtig ein selektiver Ansatz und vor allem ein langer Anlagehorizont sind.
Auf einen Blick: Pictet-Clean Energy Transition
- WKN: A0MQNA, aufgelegt 2007
- Anbieter: Pictet Asset Management, Genf
- Grundidee: Investment in die gesamte Wertschöpfungskette der Energiewende statt nur in Stromerzeuger
- Schwerpunkte: Basistechnologien (rund 42 Prozent), Energieeffizienz (33 Prozent), klassische Erneuerbare (16 Prozent)
- Performance: +63,52 Prozent (12 Monate), +20,56 Prozent p. a. (3 Jahre), +13,07 Prozent p. a. (5 Jahre)
- Volumen: rund 5,56 Mrd. Euro, 49 Positionen
- Nachhaltigkeit: Artikel-9-Fonds nach SFDR
- Risiko: hohe Schwankungen, zinssensibel, überdurchschnittliches Risiko
Hinweis: Dies ist keine Anlageberatung. Bitte informiert euch vor einer Geldanlage über die Risiken und beachtet unsere Hinweise hier.