© Markus Kaiser
NACHGEFRAGT

3 Fragen an Markus Kaiser

von Michael André Ankermüller

Markus Kaiser verfügt über mehr als 20 Jahre Investment-Erfahrung und zählt zu den erfolgreichsten Dachfonds-Pionieren. Er ist Geschäftsführer der Greiff Research Institut GmbH und leitet den ETF-Bereich der Greiff capital management AG. ZASTER hat ihn für „3 Fragen an“ getroffen.

1. Was hältst du von Sachwerten als Geldanlage? Beispielsweise Uhren, Whiskey, Kunst Wein oder Oldtimer?

Bei Sachwerten wie Uhren, Whiskey, Kunst, Wein oder Oldtimer braucht es ein ausgeprägtes Fachwissen und vor allem die Leidenschaft für sehr spezielle Sammlerstücke. Denn nicht jedes Sammlerstück steigt mit der Zeit automatisch an Wert, daher sind solche Investments aus meiner Sicht eher als spekulativ zu betrachten. Ich bevorzuge lieber Wertpapiere als Geldanlage, da kenn ich mich nicht nur besser aus, ich kann die zukünftigen Renditen in Form von Zinsen oder Dividenden bei einem Investment auch viel besser einschätzen.

2. Sind Immobilien im Jahr 2023 für Privatanleger noch spannend? 

Hier ist zwischen selbst genutzten Immobilien und der Kapitalanlage in Immobilien zu unterscheiden. Wer als Eigennutzer eine Immobilie baut oder kauft, verfolgt in der Regel das langfristige Ziel, diese selbst zu nutzen und sich unabhängig von der Mietpreisentwicklung zu machen. Das ändert sich auch 2023 nicht. Steigende Zinsen bei Bau- und Immobilienkrediten lasten zwar auch auf Eigennutzern, sofern die eigene Immobilie ganz oder teilweise fremdfinanziert wird. Der aktuelle Marktwert der Immobilie hingegen spielt für Eigennutzer eine untergeordnete Rolle, solange keine Verkaufsabsicht besteht. Bei der Kapitalanlage in Immobilien sieht das anders aus, denn steigende Zinsen lasten auf der Rendite, vor allem wenn die Mieten nicht entsprechend erhöht werden können. Insgesamt ist daher davon auszugehen, dass sich steigende Zinsen eher negativ auf die Nachfrage im Immobilienmarkt auswirken. Allerdings muss man differenzieren, denn in besonderen Lagen und dort, wo besonders viel Bedarf an Wohnraum besteht, bleibt die Nachfrage weiterhin hoch.

3. Gold erlebte in den vergangenen Tagen als möglicher Vermögensschutz eine Renaissance. Was denkst du, wie sich der Goldpreis langfristig entwickeln könnte?

Grundsätzlich ist es nie verkehrt etwas Gold im Portfolio zu haben, insbesondere in Krisenzeiten. Doch Vorsicht, auch hier gilt die klassische Regel des Diversifizierens. Wer nur auf Gold setzt, handelt sehr spekulativ, denn der Goldpreis unterliegt starken Schwankungen und bei Gold können Anleger keine Dividenden und auch keine Zinsen vereinnahmen. Alles worauf Anleger bei Gold setzen können, ist die Steigerung des Preises für das glänzende Metall. Je höher der Goldpreis notiert, umso interessanter wird es jedoch auch für die Goldminenbetreiber das Edelmetall zu fördern. Übersteigt das Angebot an Gold schließlich die Nachfrage, drohen Kurskorrekturen. Dennoch hat der Goldpreis über die letzten 40 Jahre im Schnitt um 4% pro Jahr an Wert zulegen können. Das halte ich auch für die Zukunft für realistisch, wobei immer auch längere Durststrecken und Korrekturphasen einkalkuliert werden müssen. Gold ist also eine gute Beimischung im Portfolio, nicht mehr, aber auch nicht weniger.

ein Artikel von
Michael André Ankermüller
Michael lebt in Berlin, beschäftigt sich gerne mit Wirtschafts- und Finanzthemen und arbeitet als Journalist, Blogger, Autor sowie Berater für Digitale Medien. 2014 gründete er das sehr erfolgreiche Blogazine Blog.Bohème.