Nachgefragt

3 Fragen an Gunter Burgbacher

von Michael André Ankermüller

Gunter Burgbacher ist der Portfoliomanager und einer der Initiatoren des AFB Global Equity Select (WKN: A2JQJC und A2PE00). Seit 2003 ist er Financial Consultant und und verfügt über eine langjährige Expertise im Anlagesegment der börsennotierten Beteiligungsunternehmen. Seit Januar 2019 ist er neben der VVO Haberger AG auch für die Greiff capital management AG tätig. ZASTER hat ihn für „3 Fragen an“ getroffen.

Fondsmanager klingt nach „The Wolf of Wall Street“. Welche Voraussetzungen muss man erfüllen, um Fondsmanager zu werden?

Klingt es danach? Der Film von Kult-Regisseur Martin Scorsese beruht zum Teil auf wahren Begebenheiten. Es geht um einen Börsenmakler, dessen Aufstieg zu einem der größten Brokerunternehmen in den USA und die Schaffung eines Millionen-Vermögens. Aufgrund von unseriösen Geschäften und Betrug mit einem Schaden von über 200 Millionen Dollar wurde das Unternehmen geschlossen und „The Wolf of Wall Street“ zu vier Jahren Haft verurteilt. Für mich klingt das nach „Gier frisst Hirn“. Der Job eines Fondsmanagers benötigt aus meiner Sicht eine ruhige Hand, gute Nerven, Geduld und ganz viel Demut.

Meistens sind Fondsmanager Hochschulabsolventen aus den Bereichen Betriebs- oder Volkswirtschaft. Gefragt ist auch ein mathematisches, naturwissenschaftliches oder ingenieurwissenschaftliches Studium. Letzters trifft z.B. auf mich zu. Ich habe ursprünglich Bauingenieurwesen studiert, dann in die Finanzbranche gewechselt und erst nach 15 Jahren in der Branche den Weg zum Fondsmanager eingeschlagen und meine Idee zu einem Aktienfonds für börsennotierte Beteiligungsunternehmen, der in die Berkshire Hathaways der Welt investiert, umgesetzt.

Wie sieht ihr / der Arbeitsalltag eines Fondsmanagers aus?

Ein Fondsmanager stellt das Portfolio eines Fonds zum Beispiel aus verschiedenen Aktien zusammen. Im Sinne der Anleger soll ein mittel- bis langfristiger Kapitalzuwachs durch eine positive Entwicklung der Kurse der im Fonds enthaltenen Vermögenswerte erreicht werden. Für die richtige Zusammenstellung des Fonds muss er Unternehmenszahlen und Wirtschaftsentwicklungen genau kennen. Ein Fondsmanager ist nah dran an den Unternehmen und wirtschaftlichen Trends. Ein typischer Tag beginnt mit dem Studium der Medienlage und dem Verfolgen der Nachrichtendienste. Zum Alltag gehört es auch, Unternehmensergebnisse zu analysieren und Marktentwicklungen zu beobachten. Dies betrifft nicht nur die Unternehmen, in die der Fonds investiert ist, sondern auch die, die perspektivisch interessant sein könnten. Auf dieser Basis gibt der Fondsmanager die entsprechenden Kauf- und Verkaufsorders für seinen Fonds. 

In meinem Fall schreibe ich auch sehr viel, z.B. Beiträge wie Newsletter, Berichte und Gastbeiträge in Magazinen, z.B. Smart Investor oder Unternehmer Edition. Auch Fondspräsentationen in Form von Webinaren oder auf Veranstaltungen nehmen einen großen Teil der Zeit ein. Und zuletzt bin ich natürlich auch in die Betreuung unserer Investoren eingebunden.

Fondsmanager verwalten oftmals mehrere Millionen Euro, manchmal mehrere Milliarden Euro. Aber wie viel verdient man als Fondsmanager eigentlich im Durchschnitt?

Nach meinen Recherchen liegt die Gehaltsspanne als Fondsmanager/in im Angestelltenverhältnis zwischen ca. 65.000 € und 86.000 €. Fondsmanager mit Personalverantwortung können mit einem durchschnittlichen Gehalt von ca. 130.000 Euro rechnen. Dazu kommen branchenübliche Bonuszahlungen. Es gibt aber auch meinen Fall, nämlich den des Unternehmers. Ich bin selbstständig und bekomme kein klassisches Gehalt, sondern partizipiere vor allem direkt am Erfolg oder Misserfolg des Fonds.

ein Artikel von
Michael André Ankermüller
Michael lebt in Berlin, beschäftigt sich gerne mit Wirtschafts- und Finanzthemen und arbeitet als Journalist, Blogger, Autor sowie Berater für Digitale Medien. 2014 gründete er das sehr erfolgreiche Blogazine Blog.Bohème.