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SMALL CAPS

Chancen & Risiken von Small Cap-ETFs

von Nils Matthiesen

Wer auf Nummer sicher gehen will setzt auf sogenannte Large Caps, auch Blue Chips genannt. Dahinter stecken renommierte, etablierte Unternehmen mit einem Marktwert von mindestens 2 Milliarden Euro. Small-Caps ins Depot zu packen, also Aktien mit einer deutlich niedrigeren Marktkapitalisierung (200 Millionen bis 2 Mrd. Euro), kann sich allerdings ebenfalls lohnen.

Small Caps: Aktien mit Potenzial

Denn Small Caps haben weit mehr Wachstumspotential als Large Caps. Für ein Unternehmen mit einem Marktwert von einer 100 Millionen Euro ist wesentlich einfacher, die 1 Milliarden Euro-Marke zu knacken, als für ein Unternehmen, das 10 Milliarden Euro wert ist, 100 Milliarden Euro zu erreichen. Small-Cap-Aktien weisen zudem meist höhere Wachstumsraten auf. Denn für sie gestaltet es sich ebenfalls einfacher, ihren Umsatz zu verdoppeln. Einige der derzeit größten Unternehmen der Welt wurden einst als Small-Caps gehandelt, die besten Beispiele sind Amazon und Netflix. Historisch gesehen erreichten Small Caps auf lange Sicht oft sogar eine bessere Wertentwicklung als der breite Aktienmarkt.

Small Caps-ETFs: Sorgen fürs Kribbeln im Depot

Der Nachteil von Small Caps: Das Risiko bei Small Caps ist noch höher, als es an der Börse sowieso schon ist. Sie sind weitaus anfälliger für Rezessionen, Marktabstürze und andere Börsenturbulenzen als die Aktiendickschiffe. Während des Corona-Crashs im Jahr 2020 fielen Small-Cap-Aktien etwa deutlich stärker als ihre Large-Cap-Kollegen. Darüber finden Small-Cap-Aktien generell weniger Beachtung, sowohl bei den Anlegern als auch bei den Analysten. Auch dadurch weisen sie häufig stärkere Schwankungen bei Nachrichten wie Gewinnberichten auf. Das macht es umso schwerer, gute Titel zu sowie einen guten Einstiegszeitpunkt zu finden. Alternativ bieten sich börsengehandelte Indexfonds an, die deine Risiken streuen.

Ein Small-Cap-ETF kann zudem die mit einzelnen Small-Cap-Aktien verbundene Volatilität verringern. Trotzdem: Wenn du eher zu den vorsichtigen Typen zählst, denen Kursrückschläge von 10 oder 20 Prozent schon den Angstschweiß auf die Stirn treiben, bist du selbst mit Small Cap-ETFs nicht gut beraten. Wenn du hingegen mit dem Auf und Ab an der Börse gut umgehen kannst, sind Small Cap-ETFs als Beimischung mit einem geringen Anteil (bis 30 Prozent) im Depot durchaus spannend. Folgende Small-Cap-ETFs sind zum Beispiel interessant.

iShares MSCI World Small ETF

Dieser Index bildet über 4.500 kleinere Unternehmen aus 23 Ländern ab. Die größte Rolle spielen die USA mit rund 60 Prozent, gefolgt von Japan mit 10 Prozent.

Fondsvolumen: 2,28 Milliarden US-Dollar

Kosten: 0,35 %

3 Jahres-Performance: 26,5 %

SPDR Russell 2000 US Small ETF

Besonders in den letzten Jahren entwickelten sich immer wieder amerikanische Small Caps globalen Playern. Wer glaubt, dass sich das wiederholen kann, setzt auf den SPDR Russell 2000 US Small Cap UCITS, der die 2.000 größten der kleinen Unternehmen der USA abbildet.

Fondsvolumen: 1,46 Milliarden US-Dollar

Kosten: 0,29 %

3 Jahres-Performance: 20 %

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ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.