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Börseninsider

So legen die reichsten Menschen der Welt ihr Geld in der Krise an

von Nils Matthiesen

Milliardäre wissen, wie sie ihr Geld gewinnbringend anlegen. Aber in welche Werte investieren sie und wie haben sie mit ihren Investments auf die Corona-Krise reagiert? Eignen sich ihre Anlagestrategien auch für private Anleger? ZASTER hat die Antworten.

Georg Soros gehört zu den reichsten Menschen auf dieser Erde und genießt einen legendären Ruf als Investor und Hedgefonds-Manager des Quantum-Hedgefonds, der seit Jahrzehnten unfassbare Gewinne einfährt. Dabei halfen ihm seine enorme Risikobereitschaft und ein feines Gespür für Marktentwicklungen. Doch was machen Soros – und andere Milliardäre – in der Krise? Und sollten das Privatanleger nachmachen?

Soros: Sicherheit ist Trumpf

Soros ist in letzter Zeit auf Einkaufstour gegangen. Die Aktien folgender Unternehmen standen bei ihm auf der Liste:

  • AGNC: Dabei handelt es sich um eine Art Immobilienfonds, der nicht in physische Immobilien – also nicht in Beton – sondern in hypothekenbesicherte Wertpapiere investiert. Ein sehr sicheres Investment, da das Gesamtportfolio des Unternehmens zu einem Großteil aus staatlich abgesicherten Wertpapieren besteht.
  • Cenovus: Ein Energieunternehmen, das viele Erdöl- und Erdgasbetriebe in den USA und Kanada betreibt.
  • NiSource ist ein Versorger, der sieben US-Staaten mit Erdgas und Strom versorgt. Genau wie bei den anderen Titeln liegt hier der Fokus auf einer starken Dividende.

Bill Gates setzt auf Technologie

Ganz anders hingegen gingen die Vermögensverwalter der Bill & Melinda Gates Foundation auf Einkaufstour: Sie setzen voll auf Technologie, was bei diesem Gründungsvater der Stiftung, kein Wunder ist. Seine Stiftung, mit dem größten Stiftungsvermögen der Welt, stieg verstärkt bei Apple (!), Amazon, dem Google-eigenen Alphabet, Alibaba und Twitter ein. Seine Anteile an den ersten vier wurden Ende März mit jeweils zwischen 100 und 130 Millionen Dollar bewertet, während seine Twitter-Bestände „nur“ rund 7 Millionen Dollar wert waren. Zudem ist die Stiftung mit über 300 Millionen Dollar bei Schrodinger eingestiegen, einem Software-Entwickler für die Arzneimittelbranche. Verkauft hat Gates dagegen fünf Millionen Berkshire-Hathaway-Aktien, die zu Warren Buffett gehören. Der Verkauf war allerdings keine Überraschung: Buffett zählt zum Freundeskreis des Microsoft-Gründers und schenkt der Gates-Stiftung jedes Jahr Aktien.

Warren Buffet: Traut dem Braten nicht

Apropos Buffett. Der viertreichste Mann der Welt hält aktuell die Füße erstaunlich still. Häufig nutzte er Krisen zum Kauf unterbewerteter Aktien, dieses Mal hingegen nicht. Und das trotz eines enormen Cash-Bestandes von 137 Milliarden US-Dollar. Die Untätigkeit deuten viele als Warnsignal dafür, dass die Börsen abermals abstürzen könnten. Immerhin scheint Buffett das Vertrauen in die eigene Firma nicht verloren zu haben. So kaufte der Starinvestor immerhin Aktien seines eigenen Unternehmens in Höhe von 1,6 Milliarden US-Dollar.

Investieren Milliardäre besser?

Sollten Kleinanleger versuchen, die Strategien der Milliardäre nachzuahmen? Das ist schwierig zu beantworten. Letztendlich können auch Milliardäre die Zukunft nicht voraussagen. Hinzu kommt, dass intransparent bleibt, was genau sie an der Börse machen. Es schadet somit nicht, zu wissen, was die Superreichen am Aktienmarkt tun. Aber welche Aktien und Wertpapiere für einen privaten Anleger sinnvoll sind, hängt immer davon ab, welchen zeitlichen Anlagehorizont er hat und welches Risiko er bereit ist einzugehen. Das ist eine Frage, die jeder für sich selbst beantworten muss.

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Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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