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Der Investment-Talk

Zinssenkungen 2026: Warum „locker“ nicht automatisch leichteres Geld bedeutet

von Martin Kerscher

Zinssenkungen gelten vielen als Startsignal für ein freundlicheres Marktumfeld. Doch im Detail ist die Lage komplexer: Selbst wenn Fed und EZB die Leitzinsen senken, können die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Haushalte gleichzeitig restriktiver wirken – etwa durch hohe langfristige Renditen, die zeitverzögerte Wirkung früherer Straffungen oder den fortgesetzten Liquiditätsentzug über die Notenbankbilanzen.

In diesem Streitgespräch treffen zwei Perspektiven aufeinander: Stefan Riße (ACATIS Investment) und Volker Schilling (Greif Capital Management) diskutieren, ob die Geldpolitik bereits in eine echte Lockerungsphase übergeht – oder ob die Bremswirkung erst in den kommenden Quartalen voll sichtbar wird. Im Fokus stehen dabei die Mechanik hinter Realzinsen, die Bedeutung des langen Endes der Zinskurve, sowie die Frage, wie Faktoren wie Quantitative Tightening und das Reverse-Repo-System die Liquidität und damit Risikoanlagen beeinflussen können.

Darüber hinaus geht es um die praktischen Konsequenzen für Kapitalmarktteilnehmer: Welche Signale liefern Kreditmärkte und Refinanzierungszyklen? Wo liegen die Risiken einer erneuten Inflationsbeschleunigung – und wie plausibel ist ein Szenario, in dem Märkte und Notenbanken unterschiedliche Pfade einpreisen? Ein Video für alle, die Geldpolitik nicht nur über den Leitzins, sondern über Transmission, Liquidität und Finanzierungskonditionenverstehen wollen.

ein Artikel von
Martin Kerscher
Martin Kerscher ist Börsen-Journalist seit mehr als 30 Jahren. Er war stellvertretender Chefredakteur und Leiter der Wirtschaftsredaktion beim Nachrichtensender ntv. Für das Finanzmarkt-Portal wallstreet ONLINE hat er in den vergangenen Jahren über 900 Video-Interviews mit Kapitalmarkt-Strategen, Fondsmanagern und Chefvolkswirten geführt.