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Girokarte

Wie Banken beim kontaktlosen Zahlen abkassieren

von Nils Matthiesen

An der Kasse die Girokarte zücken, an das Kartenlesegerät halten – fertig. Praktisch, aber eventuell teuer. Denn mit jeder Transaktion zahlst du je nach Bank happige Gebühren.

Ob Scheine und Münzen das Coronavirus übertragen? „Die Wahrscheinlichkeit, sich mittels Bargeld anzustecken, ist geringer als bei vielen anderen Gebrauchsgegenständen des täglichen Lebens", äußerte kürzlich etwa Bundesbankvorstand Johannes Beermann. Viele Virologen sehen das ähnlich. Trotzdem rät die Weltgesundheitsorganisation WHO zum Verzicht auf Bargeld.

Dementsprechend zahlen immer mehr Menschen bargeldlos per Girocard. Laut Sparkassen-Dachverband DSGV nutzen inzwischen 52,2 Prozent aller Kunden die Möglichkeit, kontaktlos zu zahlen – so viel wie noch nie. Die Entscheidung, das Limit für kontaktlose Zahlungen ohne PIN-Eingabe auf 50 Euro zu erhöhen, tut ihr übriges dazu. Einfach die Girokarte vor das Terminal halten – piep – fertig. Das Risiko einer Infektion sinkt möglicherweise. Dafür steigt das Risiko, in eine Gebührenfalle zu tappen.

Bis zu 70 Cent pro Bezahlvorgang

Eine Studie des Finanz-Portals hat ergeben, dass rund die Hälfte aller Sparkassen und Volksbanken Gebühren für die Kartenzahlung erheben – und das nicht zu knapp. Für die Inhaber eines „Klassik“-Kontos der Niederrheinischen Sparkasse Rhein-Lippe kostet beispielsweise eine einzige bargeldlose Zahlung 70 Cent. Bei zwei Bezahlvorgängen pro Tag kann es so aufs Jahr gerechnet zu Gebühren in Höhe von 504 Euro kommen.

Auch bei Deutschlands größter Sparkasse, der Hamburger Haspa, zahlen „Klassik“- und „Basis“-Kunden für kontaktloses Zahlen 50 Cent. Dabei handelt es sich nicht um Einzelfälle. Von 820 überprüften Instituten verlangen laut Biallo knapp die Hälfte (401) Gebühren fürs bargeldlose Bezahlen. Die Preisspanne läge zwischen 2 und 70 Cent. Das Problem: die meisten Banken listen diese Gebühren an keiner Stelle auf. So finde man gemäß der Studie zwar auf den Internetseiten Preise für sogenannte „beleglose Buchungen”. In 90 Prozent der Fälle werde aber nicht erklärt, was dahintersteckt. Kunden müssten explizit nachfragen, ob derartige Gebühren existieren.

Keine Gebühren bei Privatbanken

Immerhin muss nicht jeder Gebühren befürchten. Betroffen sind vor allem Inhaber von Basis- und Onlinekonten mit niedrigen Kontoführungsgebühren. Nicht betroffen sind diejenigen, die sich für höherpreisige Premiumkonten mit Kontoführungsgebühren ab 10 Euro pro Monat aufwärts entschieden haben. Und noch eine gute Nachricht: Die andere Hälfte der Sparkassen und VR-Banken erheben diese Gebühren nicht. Das Gleiche gilt für Direktbanken, Sparda- und PSD-Banken sowie die überregionalen Privatbanken.

Fazit

Gehörst auch du zu den Betroffenen und willst deiner Bank einen Denkzettel verpassen, dann solltest du überlegen, zur Konkurrenz zu wechseln. Bist du mit deiner Bank ansonsten zufrieden, kann es sich auch lohnen, auf ein anderes Kontomodell umzusatteln. Denn oft ist es günstiger, höhere Kontoführungsgebühren zu akzeptieren und dafür bei den Transaktionsentgelten zu sparen.

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Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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