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IPO des Jahres

Die Top- und Flop-Börsengänge des Jahres 2019

von Moritz Weinstock

Uber, Beyond Meat, TeamViewer – es war viel los an den Börsen der Welt. Wir zeigen euch die Highlights des Jahres: die guten wie die schlechten.

Börsengänge sind für Unternehmen immer ein zweischneidiges Schwert. Mal spielen sie jede Menge neues Geld ein und bescheren den Firmen eine Top-Bewertung an den Finanzmärkten. Manchmal ist aber auch das genaue Gegenteil der Fall und die aufgeblasenen Träume der Inhaber und Spekulanten werden innerhalb eines Tages zunichte gemacht. In diesem Jahr wagten einige äußerst vielversprechende Unternehmen den Schritt in die Öffentlichkeit und taten nicht immer gut daran. ZASTER zeigt dir die Tops und Flops 2019.

1
Lyft – März 2019

Fangen wir der Reihe nach an. Nicht ganz zu Beginn des Jahres, wohl aber noch im ersten Quartal, ging der US-amerikanische Fahrdienstvermittler Lyft und direkte Konkurrent von Uber an die Börse. Der Ausgabepreis an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq lag bei 72 US-Dollar pro Aktie. Gehandelt wurde das unter dem Kürzel LYFT gelistete Papier dann aber für 87,24 US-Dollar, somit gut 20 Prozent über dem Ausgabepreis. Besser hätte es nicht laufen können! Der Börsengang bescherte Lyft rund 2,3 Milliarden Dollar Gewinn, der Gesamtwert des kalifornischen Unternehmens schwoll damit auf mehr als 24 Milliarden an. Heute liegt der Wert pro Aktie allerdings nur noch bei rund 47 US-Dollar.

2
Pinterest – April 2019

Weiter geht es mit einem ebenfalls bekannten Unternehmen aus den USA. 2010 startete Pinterest als eine Art digitale Pinnwand, die es dir erlaubt, spannende Dinge (vorwiegend Fotos) aus dem Internet abzuspeichern. Heute zählt das Soziale Netzwerk mehr als 300 Millionen User weltweit, wobei sich das Geschäftsmodelle auf sogenannte Paid-Pins, also bezahlte Einträge von Firmen beschränkt. Die Nutzung für den Endkunden ist kostenfrei. Im April 2019 ging das Unternehmen mit einem Ausgabepreis von 19 US-Dollar pro Aktie an die Börse. Gehandelt wurde das Wertpapier am ersten Tag für 23,75 US-Dollar, folglich 25 Prozent teurer als vorgesehen. Der Börsenwert schnellte damit kurzfristig auf über 12 Milliarden US-Dollar. Aktuell kannst du eine Aktie für etwa 19 US-Dollar kaufen.

3
Zoom – April 2019

Am gleichen Tag startete auch der Video-Dienst Zoom an der New York Stock Exchange. Dabei stellte das kalifornische Unternehmen trotz geringer Bekanntheit sogar Pinterest in den Schatten. Laut Handelsblatt war vor allem eines ausschlaggebend für den fulminanten Börsenerfolg des StartUps aus San Jose: Das Unternehmen schreibt schwarze Zahlen. Auch deshalb wurde die Aktie am ersten Tag mit 65 US-Dollar gehandelt, satte 81 Prozent teurer als der Ausgabepreis. Videokonferenzen sind in einer zunehmend digitalisierten Welt eben wichtig, 16,7-Milliarden-US-Dollar-wichtig! Übrigens: Solltest du dich für diese Aktie interessieren, achte darauf, dass es sich um Wertpapiere der Zoom Video Communications Inc. handelt und nicht Zoom Technologies auch China. Das ist beim Börsenstart nämlich einigen Anlegern passiert und hatte dem chinesischen Unternehmen zeitweise ein Kursplus von über 70.000 Prozent beschert.

4
Beyond Meat – Mai 2019

Fleisch ist nicht erst seit diversen Lebensmittel-Skandalen in Verruf geraten. Sehr zur Freude von Firmen wie Beyond Meat, die sich auf die Produktion von Fleischersatzprodukten auf Pflanzenbasis spezialisiert haben. Das Unternehmen aus Los Angeles ist damit so erfolgreich, dass selbst passionierte Fleischzähne zu den Veggie-Patties greifen und ihre Produkte hierzulande ständig ausverkauft sind. Auch an der Börse ging es steil bergauf. Allein am ersten Handelstag konnte die Aktie, die zu einem Startpreis von 25 US-Dollar ausgegeben wurde, um 163 Prozent zulegen. Zwei Monate später lag der Wert pro Papier sogar bei unglaublichen 234 US-Dollar. Seitdem hat sich der Markt jedoch verschärft, neue Firmen sind auf den Fleischersatz-Zug aufgesprungen. Derzeit bekommst du eine Aktie für etwa 76 US-Dollar.

5
Uber – Mai 2019

Einer der am heißesten erwarteten Börsengänge des Jahres war der des Fahrdienstvermittlers Uber. Anleger und Investoren erhofften sich besonders viel von dem Platzhirschen auf dem Markt, allerdings wurde die Aktie bereits am ersten Tag mehr als sechs Prozent unter dem Ausgabepreis von 42 US-Dollar gehandelt. Trotzdem konnte Uber damit noch immer eine Marktkapitalisierung von mehr als 80 Milliarden US-Dollar erreichen, was das Unternehmen laut manger magazin sogar auf eine Eben mit dem weltgrößten Automobilhersteller Volkswagen hob. Aber es sieht nicht gut aus für Uber. Erst kürzlich wurde bekannt, dass der Mitgründer Garrett Camp Aktien im Wert von 35 Millionen US-Dollar verkaufte hat. Fakt ist: Auch im Mobilitätssektor ist der Markt umkämpft. Derzeit liegt der Aktienwert nur noch bei rund 29 US-Dollar.

6
TeamViewer – September 2019

Zur Abwechslung nun mal eine Meldung aus Deutschland. Im September ging das schwäbische Software-Unternehmen TeamViewer, das einen Service zur Fremdsteuerung von Computern anbietet (etwa für Wartungsarbeiten), an die Börse und schaffte mit einem Gesamterlös von 2,21 Milliarden Euro einen der größten Börsengänge des Landes. Der Ausgabepreis lag bei 26,25 Euro und konnte am ersten Tag nur knapp gehalten werden. Enttäuschend für Investoren und Anleger, dennoch positiv für die britische Private-Equity-Gesellschaft Permira, der TeamViewer gehört. Denn die hatte das Unternehmen 2009 für 850 Millionen Euro übernommen, mit dem Börsengang nun jedoch eine Gesamtbewertung von 5,25 Milliarden Euro erzielt. Derzeit musst du für eine Aktie rund 25 Euro hinblättern.

ein Artikel von
Moritz Weinstock
Moritz Weinstock
Moritz hat Kommunikationswissenschaften in Wien studiert und seine Leidenschaft fürs Schreiben mit nach Berlin gebracht. Nach lehrreichen Jahren als Redakteur bei einem Motorradmagazin, ist er nun als Channel-Editor für ZASTER tätig. Sein Zugang zur Wirtschaftswelt: er lebt auf zehn Quadratmetern und spart, was das Zeug hält.

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