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Gewaltiges Potenzial

So investierst du in Startups

von Nils Matthiesen

Aus wenig Geld ganz viel machen – der Traum aller Anleger. Startups versprechen ein besonders großes Gewinnpotenzial. Wie aber investieren?

Stell dir vor, wie reich du wärst, wenn du nur 1.000 Euro in Unternehmen wie Amazon, Microsoft, Apple oder Dell investiert hättest, als diese noch ganz klein waren und an die Börse gingen. Seitdem hat sich der Aktienwert vervielfacht. Stell dir aber vor, du hättest sogar noch vor dem Börsengang dein Geld in eine Firma gesteckt, die anschließend durch die Decke ging.

Keine Frage, das Finden solcher Erfolgsgeschichten im Vorfeld gleicht der legendären Suche nach dem heiligen Gral. Ein weiteres Thema ist, wie sich überhaupt in kleine Unternehmen und Start-Ups investieren lässt. Das ist glücklicher Weise nicht so schwer.

Möglichkeit 1: Crowdinvesting

Crowdinvesting, nicht zu verwechseln mit Crowdfunding. Das Prinzip ist aber ähnlich. Es werden nur keine Spenden gesammelt, um ein Produkt auszuliefern, sondern Geld mit dem Ziel eine Rendite zu erwirtschaften. Das funktioniert grob so: Unternehmen stellen sich auf einer Crowdinvesting-Seite vor und bewerben ihre Idee. Interessiert können mit einem kleinen Betrag einsteigen, etwa ab 250 Euro. Ist das Unternehmen erfolgreich, partizipieren die Anleger am Erfolg. Oder sie müssen Verluste verkraften, falls das Geschäft wider Erwarten doch nicht läuft. Die beiden größten deutschen Crowdinvesting-Plattformen sind Seedmatch und Companisto. Besondere Voraussetzungen gibt es nicht, jeder darf investieren, der voll geschäftsfähig ist.

Allein Seedmatch hat nach eigenen Angaben schon 60 Millionen Euro für Startups eingesammelt. Durchschnittliche Rendite: 16 Prozent.
Allein Seedmatch hat nach eigenen Angaben schon 60 Millionen Euro für Startups eingesammelt. Durchschnittliche Rendite: 16 Prozent.

Möglichkeit 2: Venture Capital Fonds

Bei Venture Capital Fonds (Venture Capital: Wagnis- oder Risikokapital) handelt es sich um spezielle Investmentfonds, die in Startups investieren. Das Ziel der Manager lautet, billig einzusteigen und dann die Anteile später zu einem späteren Zeitpunkt mit Gewinn wieder zu verkaufen. Das gilt zwar als sehr schwierig, da viele Startups scheitern. Doch wenn nur wenige Perlen dabei sind, werden die anderen Verluste dadurch mehr als ausgeglichen (so der Plan). Obwohl sich die meisten Venture Capital Fonds nicht an Privatanleger richten, gibt es Ausnahmen. Ein Beispiel ist die German Startups Group, die etwa an Mister Spex, Delivery Hero und Soundcloud beteiligt ist.

Möglichkeit 3: Beim Börsendebut

Eine weitere Möglichkeit, in ein Startup zu investieren, ist der Kauf von Aktien während des Börsengangs (IPO). Bei einem IPO bringt das Unternehmen seine Aktien an die Börse, und jeder kann Aktien kaufen. Die Anteile zum Ausgabekurs zu bekommen, ist zwar Glückssache, aber schließlich kannst du auch später noch einsteigen.

Fazit

Auch wenn es viele tolle Unternehmensgeschichten und Investmentmöglichkeiten gibt: Investitionen in Startups sind trotz ihres Wachstumspotenzials extrem riskant. Nur ein kleiner Prozentsatz aller neuen Unternehmen hat langfristig Erfolg. Bedenke diese Gefahr, bevor du dein Geld in ein Startup steckst.

ein Artikel von
Nils Matthiesen
Nils Matthiesen
Nils ist Journalist, Texter und einer der ersten Digital Natives. Er beschäftigt sich schon seit über 20 Jahren mit den Themen Vorsorge, Geldanlage und Börse. Persönlich setzt er inzwischen mehr auf Fonds-Sparpläne als aktives Aktien-Picking.

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