© Nick Fewings / Unsplash
VORSORGE

Riester-Reform beschlossen: Was sich für dich jetzt ändert

von Zaster Redaktion

Die Riester-Rente steht vor dem Aus – und wird durch ein komplett neues System ersetzt. Ab 2027 soll die staatlich geförderte Altersvorsorge einfacher, günstiger und vor allem renditestärker werden.

Nach jahrelanger Kritik an hohen Kosten, komplizierten Regeln und schwachen Erträgen zieht die Politik damit einen Schlussstrich unter das alte Modell.

Warum Riester jetzt abgeschafft wird

Die Idee hinter Riester war gut: Mit staatlicher Förderung sollten Bürger privat fürs Alter vorsorgen und sinkende gesetzliche Renten ausgleichen. In der Praxis hat das Modell aber viele enttäuscht:

  • Zu kompliziert: Förderlogik und Regeln waren schwer verständlich
  • Zu teuer: Hohe Gebühren fraßen Rendite auf
  • Zu unflexibel: Garantien verhinderten chancenreiche Anlagen

Das Ergebnis: Zwar existieren noch rund 15 Millionen Verträge – aber bis zu ein Viertel davon wird gar nicht mehr aktiv bespart. Das ändert sich jetzt grundlegend.

Der wichtigste Schritt: Die starre Beitragsgarantie fällt teilweise weg. Bisher mussten Anbieter zum Rentenbeginn mindestens alle eingezahlten Beiträge sichern – das hat renditestarke Investments wie Aktien stark eingeschränkt.

Künftig gilt:

  • Mehr Freiheit bei der Anlage: z. B. Aktienfonds ohne Garantie
  • Wahl zwischen Risiko und Sicherheit: Produkte mit 0%, 80% oder 100% Garantie
  • Flexiblere Auszahlung: neben lebenslanger Rente auch Auszahlpläne bis mindestens 85 möglich
  • Einfacherer Anbieterwechsel und fairere Kostenverteilung

Das Ziel: höhere Renditen bei gleichzeitig mehr Auswahl.

Neues Standarddepot – auch vom Staat

  • Ein zentrales Element ist das neue Altersvorsorgedepot – eine Art staatlich gefördertes Investmentkonto.
  • Kosten gedeckelt: maximal 1,0% pro Jahr
  • Einfaches Standardprodukt für alle
  • Auch ein öffentlich organisierter Anbieter geplant

Die Idee dahinter: ein günstiges Basisprodukt, das ohne komplexe Beratung funktioniert – ähnlich wie ein staatlich organisierter ETF-Sparplan.

Förderung wird deutlich einfacher

  • Die bisher komplizierte Berechnung fällt weg. Stattdessen gibt es direkte Zuschüsse auf jeden eingezahlten Euro.
  • Für die ersten 360 € jährlich: 50% Zuschuss (also 180 € vom Staat)
  • Für weitere Einzahlungen bis 1.800 €: 25% Zuschuss

Familien profitieren besonders

Die Kinderzulage wird deutlich attraktiver:

  • 300 € pro Kind und Jahr
  • Bereits ab 25 € monatlichem Eigenbeitrag (statt bisher deutlich mehr)

Effekt: Der Staat kann Einzahlungen für Familien teilweise verdoppeln

Auch Selbstständige profitieren

Ein großer Schritt: Künftig können auch Selbstständige die Förderung nutzen. Das war bisher oft ein Problem in der Altersvorsorge dieser Gruppe. Was passiert mit alten Riester-Verträgen? Niemand muss handeln.

  • Bestehende Verträge bleiben unverändert bestehen (Bestandsschutz)
  • Optionaler Wechsel ins neue System möglich

Unterm Strich ist das eine der größten Reformen der privaten Altersvorsorge seit Jahrzehnten. Der Staat bewegt sich weg von Sicherheit um jeden Preis – hin zu mehr Renditechancen und einfacheren Regeln. Für viele, gerade Jüngere und Selbstständige, dürfte das deutlich attraktiver sein als das alte Riester-Modell.

ein Artikel von
Zaster Redaktion
Fangfrisch aus der Redaktion des Finanz- und Verbrauchermagazins. Informativ. Unterhaltsam. Alles über Geld.