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Zwei Millionen pro Dosis

Das teuerste Medikament der Welt

von Moritz Weinstock

Es ist eine schrecklich Vorstellung, nicht richtig schlucken, atmen oder gar sitzen zu können. Doch Menschen und gerade Kinder, die an Spinaler Muskelatrophie leiden, kämpfen täglich damit. Eine umstrittene Gen-Therapie soll nun helfen - dem Pharmakonzern Novartis und den Kindern.

Mit Zolgensma hat das schweizerische Pharmaunternehmen Novartis ein Medikament entwickelt, das bereits bei der ersten Einnahme helfen soll. Doch was sich zunächst positiv liest, hat auch eine Schattenseite - die rund 2 Millionen Dollar schwer ist. Denn so viel kostet das Medikament pro Dosis.

Es war ein langer Kampf, bis die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA dem Antrag auf Zulassung stattgegeben hat. Dabei waren der Behörde weniger etwaige Nebenwirkungen ein Dorn im Auge, als vielmehr die immensen Kosten für eine einzelne Dosis. Trotzdem ist das Medikament nun in den USA auf dem Markt. Denn auch wenn der Preis enorm erscheint, so würde er doch gleichzeitig langwierige und ebenfalls sehr teure Therapien hinfällig machen, wie die Süddeutsche schreibt.

Konkret soll das Medikament ein fehlendes oder defektes Gen ersetzen und nur einmal angewandt werden müssen. Wie genau es verabreicht wird, ist allerdings unklar. Erste Tests hätten jedoch gezeigt, dass die Patienten einige motorische Fähigkeiten zurückgewinnen konnten.

Aktuelle Studien gehen davon aus, dass etwa 1 von 10.000 Kindern von der Krankheit betroffen ist. Sollte das Medikament sich also bewähren und auch bald in Europa eingesetzt werden, so stünden Novartis allein in den kommenden 3 Jahren Umsätze in Milliardenhöhe ins Haus.

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Moritz Weinstock
Moritz Weinstock
Moritz hat Kommunikationswissenschaften in Wien studiert und seine Leidenschaft fürs Schreiben mit nach Berlin gebracht. Nach lehrreichen Jahren als Redakteur bei einem Motorradmagazin, ist er nun als Channel-Editor für ZASTER tätig. Sein Zugang zur Wirtschaftswelt: er lebt auf zehn Quadratmetern und spart, was das Zeug hält.

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