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Deutsche Gelddynastien

Mit Pudding und Kuchen zum Erfolg

Backe, backe Kuchen, die Oetkers haben gerufen? Eigentlich müsste der Kinderklassiker so lauten, denn jeder hat die kleinen gelben Backpulver- und Vanillezucker-Päckchen von Dr. Oetker im Schrank. Doch wer ist die Familie hinter dem Backimperium?

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Das weiße Pulver

Bielefeld, Januar 1891, in einer kleinen Apotheke fing alles an: Dr. August Oetker, promovierter Pharmazeut, tüftelt am perfekten Mischverhältnis von Natron und Weinsäure, um ein weißes Pulver herzustellen, das jeden Kuchen fluffig machen soll. In kleinen gelben Päckchen geht das „Backin“ anschließend über die Theke, die Menge exakt für 500 Gramm Mehl portioniert ist.

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Geschäftssinn

Um seiner Erfindung noch mehr Glaubwürdigkeit zu verleihen, benutzt er seinen Doktortitel und nennt seine Firma Dr. Oetker. Zusammen mit dem Logo, der prominente „Heilkopf“, bilden sie das Markenzeichen und zieren seitdem alle Dr.-Oetker-Produkte.

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Bielefelder Arbeitsmoral

Die Arbeitsdisziplin des Apothekers ist berüchtigt. Schon im Jahr 1908 formulierte er Regel für seine Mitarbeiter, die er in seinem Betrieb aufhängt:

– Arbeite, arbeite unter Anspannung aller Kräfte.
– Sei sparsam!
– Die Zeit ist dein Kapital, jede Minute muss dir Zinsen bringen!

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Das schwarze Kapitel des Oetker-Clans

Richard Oetker, späterer Geschäftsführer, wird im Dezember 1976 auf dem Parkplatz der Technischen Universität München entführt. Dabei wird er in eine Kiste gesperrt und durch Stromschläge so stark verletzt, dass er bleibende gesundheitliche Schäden davonträgt. Nach einer Rekord-Lösegeldzahlung von 21 Millionen D-Mark wird er freigelassen.

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Von der Apotheke zum Weltkonzern

Backpulver war nur der Anfang. Inzwischen gehören zur Oetker-Gruppe 400 Firmen, darunter die Alkoholmarken Henkell Trocken, Wodka Gorbatschow, Radeberger, Kümmerling und Schöfferhofer Weizen. Sie bescheren dem Unternehmen mit weltweit rund 32.000 Mitarbeitern einen Jahresumsatz von 11,6 Milliarden Euro.

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