Wie glücklich macht Geld?

Einmal Fressnapf und zurück – mit Kindern gar nicht so einfach

von Moritz Weinstock

Um ein Haar hätte Kolumnist Frank Behrendt ein neues Haustier bekommen. Doch sein Herz ist bereits an eine französischen Bulldogge vergeben.

Fahrt mal mit Kindern an einem Samstag in ein Outlet des Heimtierbedarf-Multis Fressnapf. Wenn ihr euch beim Ziehen des Tickets auf dem praktischen Parkplatz direkt vor dem Eingang freut, dass ihr kostenfrei eine ganze Stunde lang euer Gefährt abstellen dürft, dann habt ihr die Rechnung ohne euren Nachwuchs gemacht.

Denn auch wenn ihr nur mal schnell Futter und Spielzeug für den Hund besorgen wollt, gibt es dort diverse Lebewesen, die nicht nur Trockenfutter, sondern auch jede Menge Zeit fressen.

Eine Stunde kostenlos Parken reicht nicht

„Du findest mich bei den kleinen Kaninchen“ erklärte meine Tochter bestimmt, weg war sie. Ich beschaffte, was mir von der Chefin daheim aufgetragen wurde und rollte mit meinem Wägelchen gemächlich auf das eingezäunte Gehege zu.

Kinder und Erwachsene standen am Geländer und sahen verzückt hinein. In einer liebevoll gestalteten Spiellandschaft hoppelten sie umher: Graue, weiße, braune und schwarze Kaninchen mit spitzen oder hängenden Öhrchen.

Die Kinder lachten, als die Tiere durch ausgehöhlte Baumstämme schossen oder in kleinen Blockhäusern aneinandergeschmiegt kuschelten. Eine ältere Dame kaufte zwei graue Kaninchen und trug sie in einer ausgelegten Transportbox wie einen Schatz von dannen. „Als Kind hatte ich welche, sie haben mich in dunklen Stunden getröstet“, erzählte sie uns. „Jetzt lebe ich alleine, möchte die kleinen Lebewesen um mich haben und ihnen meine Liebe schenken.“ Süß.

Keine Frage, dass Holly auch ein Häschen mitnehmen wollte. Das hellbraune mit den Schlappohren sollte es sein, auch einen Namen hatte sie ihm schon verpasst: „Bobby“.

Logik, gegen die man schwer ankommt

Drei Stunden später verließen wir ohne ihn den Markt. Ich zahlte die Parkgebühr nach, erinnerte Holly daran, dass bei uns zu Hause schon ein sehr süßer Hund wartet. „Du verstehst das nicht Papa“, meinte sie, „man kann auch zwei Tiere haben. Ich habe ja auch Mama und dich lieb.“

Logik, gegen die man schwer ankommt. Auf der Rückfahrt wurde ein Plan ausgeheckt: Oma könnte „Bobby“ bei sich aufnehmen. Sie wohnt bei uns gegenüber. Die Verhandlungen laufen.

image_print
ein Artikel von
Moritz Weinstock
Moritz hat Kommunikationswissenschaften in Wien studiert und seine Leidenschaft fürs Schreiben mit nach Berlin gebracht. Nach lehrreichen Jahren als Redakteur bei einem Motorradmagazin, ist er nun als Channel-Editor für ZASTER tätig. Sein Zugang zur Wirtschaftswelt: er lebt auf zehn Quadratmetern und spart, was das Zeug hält.