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Aufgerüstet

Neue Studie: China gehört zu den größten Waffenproduzenten der Welt

von Moritz Weinstock

China soll der zweitgrößte Waffenproduzent der Welt sein – nach den USA. Doch wo wird noch produziert, wer sind die Unternehmen und wie hoch ist ihr Umsatz?

Die Rüstungsausgaben und die Zahl kleinerer und größerer Konflikte steigen. Nun hat das Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) analysiert, welche Länder derzeit zu den größten Waffen- und Rüstungsproduzenten der Welt gehören. Und da spielt China eine große Rolle, wie die Experten der Studie festhalten.

Zu Land, zu Wasser, zur Luft: Überall wird aufgerüstet.
Zu Land, zu Wasser, zur Luft: Überall wird aufgerüstet. © Unsplash

Waffenexporte steigen an

Bereits im Dezember des vergangenen Jahres ermittelte das Institut einen weltweiten Anstieg der Rüstungsexporte um 4,6 Prozent. Damals wurden jedoch nur die Zahlen der 100 größten Waffen- und Rüstungskonzerne außerhalb Chinas ermittelt. Rund 420 Milliarden US-Dollar setzten sie zwischen 2017 und 2018 um, wobei 80 Unternehmen aus den USA, Europa und Russland kommen. Der Rest verteilt sich auf Konzerne in Japan (6), Israel (3), Indien (3), Südkorea (3), Türkei (2) und Firmen in Australien, Kanada und Singapur.

Neue Daten aus China verfügbar

In dem jährlich herausgegeben Ranking der 100 weltweit größten Waffen- und Rüstungskonzerne waren Unternehmen aus China bisher nicht aufgelistet. Das hat sich nun geändert. Demnach verkaufte China mit seinen vier größten Rüstungsunternehmen 2017 Waren im Wert von gut 54,1 Milliarden US-Dollar.

Dem Umsatz nach spielen diese Firmen in den Top 20 der Welt mit. Der größte Produzent des Landes, Aviation Industry Corporation, belegt mit 20,1 Milliarden US-Dollar Platz 6 im weltweiten Ranking.

Flugzeugträger gelten als ultimativer Machtbeweis. China hat vor wenigen Monaten einen neuen zu Wasser gelassen. Die USA haben derzeit 46 aktiv im Einsatz.
Flugzeugträger gelten als ultimativer Machtbeweis. China hat vor wenigen Monaten einen neuen zu Wasser gelassen. Die USA haben derzeit 46 aktiv im Einsatz. © skeeze auf Pixabay

USA, China, Russland … und?

USA, China und Russland belegen Platz eins, zwei und drei in Bezug auf den Umsatz ihrer heimischen Rüstungsindustrie. Im weltweiten Ranking führen fünf US-amerikanische Konzerne die Liste an: Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman, Raytheon und General Dynamics. Sie alleine machten 2018 mit 148 Milliarden US-Dollar rund 35 Prozent des Umsatzes der 100 größten Rüstungsfirmen aus. Die zehn russischen Firmen kommen im Ranking lediglich auf 36,2 Milliarden US-Dollar, was einem Anteil von 8,6 Prozent am Weltmarkt entspricht.

Aber auch europäische Unternehmen schlagen mit ihrer Produktion heftig zu Buche. 27 Konzerne und Firmen sind derzeit in den Top 100 gelistet. Ihr Gesamtumsatz lag 2018 bei 102 Milliarden US-Dollar, wobei Frankreich und Großbritannien hervorstachen. Deutschland macht mit Rheinmetall, ThyssenKrupp und Co. etwa zwei Prozent im Ranking aus.

Der Leopard 2 Panzer von Hersteller Krauss-Maffei Wegmann
Der Leopard 2 Panzer von Hersteller Krauss-Maffei Wegmann © signuversum/Pixabay

Ausgaben im Vergleich zum BIP

Besonders spannend wird es jedoch, wenn man die Rüstungsausgaben der Länder für Waffen untersucht. Denn die Produktion ist eine Sache. Wer aber kauft all diese Rüstungsgüter und in welchem Verhältnis stehen sie zum Bruttoinlandsprodukt des jeweiligen Landes? Eine Übersicht liefert Forbes.

Die Ausgaben für Rüstungsgüter gemessen in Prozent am Bruttoinlandsproduktes des jeweiligen Landes.
Die Ausgaben für Rüstungsgüter gemessen in Prozent am Bruttoinlandsproduktes des jeweiligen Landes. © Forbes/Sipri/Statista

Demnach gibt Saudi-Arabien am meisten Geld Rüstung aus. Stolze 8,8 Prozent des BIP wurden 2018 macht das Budget für die Armee aus. In Deutschland sind es gerade einmal 1,2 Prozent. Die USA geben dagegen etwas mehr als drei Prozent für ihr Militär aus. Allerdings lag deren BIP laut Weltbank 2017 bei 19,39 Billionen US-Dollar, während das von Saudi-Arabien bei gerade einmal 683,8 Milliarden US-Dollar lag.

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Moritz Weinstock
Moritz Weinstock
Moritz hat Kommunikationswissenschaften in Wien studiert und seine Leidenschaft fürs Schreiben mit nach Berlin gebracht. Nach lehrreichen Jahren als Redakteur bei einem Motorradmagazin, ist er nun als Channel-Editor für ZASTER tätig. Sein Zugang zur Wirtschaftswelt: er lebt auf zehn Quadratmetern und spart, was das Zeug hält.

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