© Frank Behrendt
WIE GLÜCKLICH MACHT GELD?

„Greta findet Papa jetzt bestimmt gut!“

von Frank Behrendt

Auch auf das Leben unseres Kolumnisten Frank Behrendt hat die Klima-Debatte nachhaltig Einfluss genommen. Das hat er gerade letztens wieder festgestellt, als er sich eine neue Sonnenbrille gekauft hat und sein Auto in die Werkstatt bringen wollte.

Früher rief ich mir ein Taxi, wenn ich mein Auto in die Werkstatt brachte, um dann im Anschluss nach Hause und später zurück zur Abholung in die Werkstatt zu fahren. „Greta findet Papa jetzt bestimmt gut“, kommentiert heute mein Sohn anerkennend, dass ich mein Fahrrad in den Kofferraum lade, um die Wege klimaneutral zu gestalten.

Mein Wagen musste ich im Zuge einer Rückrufaktion zur Wartung bringen. Mit mir zusammen kam in der Werkstatt ein smarter Typ an. Er lud aus seinem schwarzen Kombi ein Rennrad aus. Wir lachten und schilderten uns gegenseitig die Probleme mit unserer Autos. Bei ihm war die Klimaanlage defekt. „Nach nicht mal einem Jahr“, erklärte er mir.

„Vierfreund GmbH“ nannte er am Servicecounter neben mir seinen Firmennamen. Bei mir machte es sofort Klick: Denn genau bei dieser Firma, zu der auch die Marke „Kerbholz“ gehört, hatte ich mir vor ein paar Tagen eine Sonnenbrille des Modells „Leopold“ gekauft.

Die Produktbeschreibung gefiel mir sofort. Da stand: „Wie vielen seiner Namensvettern ist Leopold seine aristokratische Abstammung leicht anzumerken. Die klassische Linienführung, das britische Understatement und die richtige Dosis Extravaganz machen Leopold zu dem Dandy unter den Brillen.“ Passt, fand ich. Früher habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, woher das Material einer Sonnenbrille stammt.

Heute ist das anders. Ich weiß, dass meine neue Brille Leopold aus Edelholz ist, das aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammt. Nach der Begegnung mit dem smarten Typen aus dem Autohaus, der übrigens Adrian hieß und sich als einer der „Kerbholz“-Macher herausstellte, schaute ich auf der Firmen-Website vorbei.

Besonders viel Spaß bereitete mir ihre Gründerstory beim Lesen. Unter der Rubrik „So fing alles an“ berichtet einer der Mitgründer: „Matze und ich haben zusammen an der Universität in Köln studiert. Naja, ehrlich gesagt haben wir mehr auf der Wiese davor gelegen und Bier getrunken…“ Klingt sehr sympathisch. Vielleicht muss ich auch deshalb immer grinsen, wenn ich ihre Sonnenbrille trage. Dann bin ich direkt im Gelassenheits-Modus.

ein Artikel von
Frank Behrendt
Frank Behrendt
Frank Behrendt hat mit seinen „10 ernsthaften Ratschlägen, wie man locker durchs (Berufs)Leben kommt“ die Arbeitswelt aufgeschreckt. Sein Buch „Liebe dein Leben und NICHT deinen Job“ wurde direkt ein Bestseller. In seinem zweiten Buch „Die Winnetou-Strategie - Werde zum Häuptling deines Lebens“ erklärt er, wie ein moderner Leader agieren sollte. Frank Behrendt lebt mit seiner Frau, drei Kindern und einer französischen Bulldogge mit Namen „Fee“ in Köln und hat eine wöchentliche Kolumne auf „Stern.de“. Er arbeitet als Senior Advisor für Deutschlands größte Inhabergeführte Agenturgruppe Serviceplan.

Noch mehr Zaster